Ist OKXs ‚Compliance‘-Chaos Teil eines größeren globalen Problems?
- OKX-CEO entschuldigte sich für ‚hohe falsch-positive Ergebnisse‘, während Beschwerden über Kontosperrungen X überschwemmten.
- Ein Nutzer beklagte, dass sein 4 Jahre altes Konto gesperrt wurde, obwohl er alle geforderten Dokumente eingereicht hatte.
Die Kryptobörse OKX machte Schlagzeilen, nachdem Nutzer über Kontosperrungen klagten.
Ein Nutzer berichtete, dass sein 4 Jahre altes Konto (mit einem Guthaben von 11.000 US-Dollar) Mitte Juni gesperrt wurde. Er kann nicht handeln, einzahlen oder abheben.
Ein frustrierender Hin-und-Her mit dem Kundenservice brachte keine Lösung.
Er fügte hinzu, dass ihm der Zugang verwehrt blieb, obwohl er die geforderten persönlichen Daten eingereicht hatte – einschließlich eines 15-jährigen Arbeitsnachweises zur Bestätigung seiner Einkommensquelle.
Daraufhin warnte er andere Nutzer, die Börse zu verlassen, um ähnliche negative Erfahrungen zu vermeiden.
„Egal, ob Ihr OKX-Konto derzeit normal funktioniert – ich rate Ihnen, Ihre Mittel abzuheben. Wenn Ihr Konto eines Tages gesperrt wird, wollen Sie dann das Risiko eingehen?“
OKX-CEO erklärt Compliance-Druck
Als Reaktion entschuldigte sich OKX-CEO Star Xu und räumte ein, dass es Probleme mit falsch-positiven Ergebnissen im strengen Compliance-System gebe.
„Wir erkennen an, dass es bei Compliance- und Risikokontrollmaßnahmen noch Probleme wie hohe falsch-positive Raten und eine suboptimale Nutzererfahrung im Datenerfassungsprozess gibt.“

Quelle: Star Xu/X
Xu fügte hinzu, dass ein globales Team von 600 Mitarbeitern für Compliance und Risikokontrolle zuständig sei, um böswillige Akteure genau zu identifizieren und zu entfernen.
Er betonte außerdem, dass die Nutzung von VPNs oder dem Tor-Browser aus sanktionierten Regionen zusätzliche persönliche Daten erforderlich mache.
Allerdings könnten selbst globale Risikosysteme „falsch-positive“ Ergebnisse liefern und unschuldige Nutzer fälschlicherweise als böswillig kennzeichnen. Man arbeite daran, den Prozess zu optimieren.
Im März wurde die dezentrale Börse (DEX) OKX Web3-Wallet fälschlicherweise beschuldigt, Hackern bei der Geldwäsche von rund 100 Millionen US-Dollar der 1,5 Milliarden US-Dollar, die von der Bybit-Börse gestohlen wurden, geholfen zu haben.
Als globale Kryptobörse mit Aktivitäten sogar in den USA steht OKX unter strengerer regulatorischer Beobachtung, insbesondere in Bezug auf Geldwäschebekämpfung (AML).
2023 wurde die Binance-Börse mit einer Geldstrafe von 4,3 Milliarden US-Dollar belegt, weil sie gegen AML-Vorschriften verstoßen hatte, indem sie Nutzer aus sanktionierten Ländern wie Iran auf der Plattform zuließ.
Daher sind OKXs strenge Kontrollen nachvollziehbar, aber sie sollten nicht die Nutzererfahrung beeinträchtigen. Dennoch belegt die Börse Platz zwei nach Binance beim Derivatehandelsvolumen (19 Milliarden US-Dollar).
Stand Juni meldete OKX die Verwaltung von 28,4 Milliarden US-Dollar an digitalen Vermögenswerten und insgesamt 127.111 Bitcoin [BTC]. Davon gehören 120.804 BTC den Kunden, die Börse selbst hält 6.307 BTC.

Quelle: OKX
Übersetzt von F1atCrash
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