Stablecoins im Aufwind, Kartenunternehmen unter Druck: Experten sehen große Tech-Firmen in Südkorea auf dem Vormarsch
Südkorea steht kurz davor, klare Regeln für Stablecoins festzulegen. Die Gesetzgeber handeln schnell. Falls verabschiedet, könnte der "Digital Asset Innovation Act" die Art und Weise verändern, wie Menschen für Waren und Dienstleistungen bezahlen. Gleichzeitig wird dies die Stärke von Banken und Kartenunternehmen auf die Probe stellen.
Hohe Kapitalhürden für Emittenten
Berichten zufolge muss jeder Stablecoin-Emittent mindestens ₩1 Milliarde (etwa 720.258 USD) an Eigenkapital vorhalten. Diese Regelung wird kleine Startups ausschließen. Nur große Player oder finanzstarke Unternehmen werden sich qualifizieren.
Der Schritt erfolgt, während Mitglieder der Demokratischen Partei im Politischen Ausschuss der Nationalversammlung darauf vorbereiten, den Gesetzentwurf nächsten Monat vorzulegen. Ziel ist es, Stablecoins als "wertstabile digitale Vermögenswerte" zu definieren und klare Rahmenbedingungen zu schaffen.
Druck auf Kartenunternehmen
Kartenanbieter könnten unter Druck geraten. Laut Berichten der "New Daily Kyungjae" warnen Experten davor, dass Stablecoins die Zahlungsbasis für Kreditkarten schwächen könnten. Dies könnte die langfristige Gesundheit der Branche gefährden.
Kartenunternehmen kämpfen bereits mit einer steigenden Kreditausfallquote von 1,93 % im ersten Quartal, die fast die 2 %-Gefahrenmarke erreicht. Drei der größten Anbieter—KB Kookmin, Hana und BC Card—haben diesen Wert in diesem Jahr bereits überschritten. Diese Zahlen deuten auf Probleme hin, falls Transaktionen vermehrt auf Token verlagert werden.
Die Bank of Korea steht Stablecoins skeptisch gegenüber. Sie mahnt zur Vorsicht und warnt davor, dass digitale Token den Bankensektor schädigen könnten. Wenn Menschen Stablecoins für tägliche Ausgaben nutzen, könnten Banken Gebühren und Einlagen verlieren.
Laut der Zentralbank könnte dies die Gewinne der Geschäftsbanken untergraben. Banken müssten möglicherweise ihre Pläne überdenken oder eigene digitale Dienstleistungen entwickeln, um Kunden zu halten.

Während Banken und Kartenanbieter besorgt sind, positionieren sich Tech-Giganten. Naver und Kakao arbeiten seit Jahren an Blockchain-Projekten. Sie sehen eine Chance, einen Won-gebundenen Token in ihre Apps und Dienstleistungen zu integrieren.
Auch Hyundai HT und Hyundai Mobis beobachten die Entwicklung genau. Weitere Namen auf der Liste sind Kocom, MediaZen, Kaon Media und Bridgetec. Analysten vermuten, dass ein Naver-Stablecoin, verknüpft mit Web3-Diensten oder sogar der Line-Chat-App in Japan, neue Märkte erschließen könnte.
Spekulationen befeuern Aktien und KryptoInvestoren sind bereits vor der Abstimmung eingestiegen. Die heimischen Krypto- und Aktienmärkte sind in Aufruhr. Die Aktien von Unternehmen, die sich mit Stablecoins beschäftigen, sind stark gestiegen. Dies deutet auf wachsende Begeisterung hin. Doch es birgt auch Risiken—falls die Gesetzgebung ins Stocken gerät oder geändert wird, könnten die Kurse wieder einbrechen.
Featured image from Unsplash, chart from TradingView
Übersetzt von F1atCrash