Bradesco (BBDC4) schießt 70% nach oben – Safra erklärt, wie Anleger jetzt handeln sollten
- Warum bleibt Safra trotz der 70%-Rally bullish?
- Wie verbessert Bradesco seine Kreditqualität und Kostensituation?
- Welche Rolle spielt die Versicherungssparte für die positive Entwicklung?
- Fazit: Lohnt sich der Einstieg noch nach der starken Rally?
Die Aktie der brasilianischen Bank Bradesco (BBDC4) zeigt 2025 eine beeindruckende Performance mit einem Plus von 70% – ein Tempo, das man sonst eher von Small Caps kennt. Nach einer schwierigen Phase mit schwachen Quartalszahlen hat der Finanzriese nun wieder das Niveau von 2022 erreicht. Trotz des starken Anstiegs bleibt die Investmentbank Safra optimistisch und hat ihr Kursziel kürzlich auf 24 R$ angehoben. Das entspricht einem weiteren Aufwärtspotenzial von 23%. Wir analysieren die Gründe für diese positive Einschätzung und zeigen, warum Bradesco trotz der jüngsten Rally weiterhin interessant bleibt.
Warum bleibt Safra trotz der 70%-Rally bullish?
Das Analystenteam um Daniel Vaz, Maria Luisa Guedes und Rafael Nobre von Safra sieht noch Luft nach oben. "Zwar hat die Aktie bereits deutlich zugelegt, aber die Bankprofitabilität hat noch erhebliches Verbesserungspotenzial", so die Experten. Für 2025 erwarten sie, dass das Wachstum der Erträge die Gewinnerholung antreibt. In den Jahren 2026 und 2027 soll dann die operative Effizienz die nächste Phase der Erholung bestimmen. Die Gewinnprognosen wurden entsprechend nach oben angepasst: auf 24,645 Mrd. R$ für 2025 (+3%) und 29,004 Mrd. R$ für 2026 (+10%). Der langfristige ROE (Eigenkapitalrendite) wird auf 19% geschätzt.
Wie verbessert Bradesco seine Kreditqualität und Kostensituation?
Ein zentraler Treiber ist die strategische Umstellung auf qualitativ hochwertigere Kredite. Diese Maßnahme wird sich laut Safra direkt in der Nettozinsspanne (NIM) niederschlagen, die 2026 voraussichtlich 9,1% erreichen wird. Parallel dazu hat die Bank ihre Kostenstruktur deutlich verschlankt: Die physische Präsenz wurde im Jahresvergleich um 25% reduziert (Filialen -13%, Servicepunkte -39%). "Während das Tempo der Footprint-Reduzierung nachlässt, sollten auch die Ausgaben für Rechtsvorsorge zurückgehen", prognostizieren die Safra-Analysten. Bei den Personalkosten erwarten sie eine Entspannung, nachdem die Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter zuletzt um 50% gestiegen war – ein Effekt, der sich voraussichtlich nicht wiederholen wird.
Welche Rolle spielt die Versicherungssparte für die positive Entwicklung?
Die Bradesco Seguros trägt wesentlich zum Optimismus bei. Mit einer Eigenkapitalrendite (ROE) zwischen 22% und 25% übertrifft die Sparte regelmäßig die Erwartungen. "Trotz einer anspruchsvollen Basis für 2026 rechnen wir weiter mit einem jährlichen Wachstum von 4%, gestützt durch gesunde Underwriting-Ergebnisse", kommentiert das Safra-Team. Temporär belasten zwar Investitionen ins Krankenhausnetz die Erträge, doch dieser Effekt sollte 2026 nachlassen und damit wieder Spielraum für Cashflow-Wachstum schaffen.
Fazit: Lohnt sich der Einstieg noch nach der starken Rally?
Die Analyse von Safra zeigt, dass Bradesco trotz des beeindruckenden Kursanstiegs weiterhin attraktives Potenzial bietet. Die strategischen Maßnahmen zur Verbesserung der Kreditqualität, die Kostendisziplin und die starke Versicherungssparte bilden ein solides Fundament für die kommenden Jahre. Mit einem auf 24 R$ angehobenen Kursziel und einem verbleibenden Aufwärtspotenzial von 23% bleibt die Kaufempfehlung berechtigt. Wie bei allen Investitionen gilt jedoch: Dies ist keine Anlageberatung, und Anleger sollten ihre Entscheidungen stets auf Basis ihrer individuellen Umstände treffen.