Bank of England macht Kehrtwende bei Stablecoin-Haltungsgrenzen – Was bedeutet das für 2025?
- Warum rudert die Bank of England bei Stablecoin-Regulierungen zurück?
- Welche Ausnahmen plant die Bank of England?
- Wie steht Großbritannien im globalen Stablecoin-Vergleich da?
- Was bedeutet das für den Standortwettbewerb?
- Fragen und Antworten zur Stablecoin-Politik der Bank of England
Die Bank of England hat überraschend ihre Pläne zur Begrenzung von Stablecoin-Haltungen revidiert. Nach massiver Kritik aus der Kryptobranche plant die Zentralbank nun Ausnahmen für Krypto-Börsen und will Stablecoins sogar für Abwicklungsgeschäfte zulassen. Ein strategischer Schachzug im globalen Wettbewerb um Krypto-Regulierung – mit weitreichenden Folgen für Londons Position als Finanzhub.
Warum rudert die Bank of England bei Stablecoin-Regulierungen zurück?
Eigentlich wollte die britische Zentralbank strenge Obergrenzen für Stablecoin-Haltungen einführen – maximal 10 Millionen Pfund (ca. 11,5 Mio. Euro) pro Institution. Doch diese Pläne stießen auf massive Kritik. "Die USA haben bereits einen klaren Regulierungsrahmen für Stablecoins, der Emittenten Planungssicherheit gibt", erklärt Sean Kiernan, CEO der britischen Krypto-Plattform Greengage. "Wenn Großbritannien noch ein Jahr zögert, werden Liquidität, Talente und Investitionen nach New York abwandern – nicht nach London."
Welche Ausnahmen plant die Bank of England?
Offenbar hat die Kritik gewirkt: Zentralbankgouverneur Andrew Bailey signalisiert nun Flexibilität. Geplant sind Sonderregelungen für Krypto-Börsen, für die eine 10-Millionen-Pfund-Grenze existenzbedrohend wäre. Gleichzeitig erwägt die Bank of England, Stablecoins für Abwicklungsgeschäfte im Rahmen ihres "Digital Securities Sandbox" (DSS) zuzulassen – einem experimentellen Rahmen für Blockchain-basierte Wertpapieremissionen.
Wie steht Großbritannien im globalen Stablecoin-Vergleich da?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während dollar-basierte Stablecoins mit 300 Milliarden USD den Markt dominieren, kommen Euro-Stablecoins auf magere 500 Millionen USD. Pfund-Stablecoins? Gerade mal 580.000 USD – ein Witz im globalen Vergleich. "Wenn die britische Regierung große Infrastrukturprojekte über Staatsanleihen finanzieren will, warum dann nicht gut regulierte Pfund-Stablecoins fördern, die Nachfrage nach dieser Schuld schaffen?", fragt Jannah Patchay von Markets Evolution.
Was bedeutet das für den Standortwettbewerb?
Die Kehrtwende der Bank of England zeigt: Der globale Wettbewerb um die attraktivste Krypto-Regulierung ist in vollem Gange. Jurisdiktionen mit klaren Regeln – wie aktuell die USA – ziehen Unternehmen, Investitionen und Talente an. Für London als Finanzzentrum geht es um viel: Bleibt die Stadt relevant im digitalen Finanzzeitalter oder verliert sie den Anschluss an New York und andere aufstrebende Krypto-Hubs?

Fragen und Antworten zur Stablecoin-Politik der Bank of England
Warum hat die Bank of England ihre Stablecoin-Politik geändert?
Die geplanten Haltungsgrenzen hätten britische Krypto-Unternehmen im internationalen Wettbewerb benachteiligt. Die Zentralbank reagiert damit auf Branchenfeedback und den Druck, Londons Position als Finanzzentrum zu erhalten.
Welche Unternehmen profitieren von den Ausnahmen?
Vor allem Krypto-Börsen wie BTCC, für die eine strikte Begrenzung der Stablecoin-Haltungen geschäftsschädigend wäre. Die genauen Kriterien werden in einer öffentlichen Konsultation bis Jahresende geklärt.
Dürfen Stablecoins bald für Abwicklungen genutzt werden?
Ja, die Bank of England prüft die Zulassung im Rahmen ihres Digital Securities Sandbox (DSS). Dies würde Stablecoins erstmals in traditionelle Finanzprozesse integrieren.