Iran drängt auf Ölzahlungen in Yuan während der Ormuz-Krise und fordert die Dollar-Hegemonie heraus
- Öl fließt trotz Blockade weiter
- Analysten warnen vor Dollar-Schwächung
- Politische Auswirkungen in den USA
- Chinas vorsichtige Haltung
- Häufig gestellte Fragen
Drei Wochen nach Beginn des Konflikts mit den USA und Israel erkundet Iran einen Plan, der die Art und Weise verändern könnte, wie die Welt für Öl bezahlt. Teheran fordert chinesische Yuan als Gegenleistung für die Durchfahrt von Öltankern durch die Straße von Hormus. Etwa 80% der internationalen Öltransaktionen wurden in den letzten 50 Jahren in US-Dollar abgewickelt. Analysten zufolge zielt Teherans Vorgehen darauf ab, US-Sanktionen zu umgehen, den Einfluss des Dollars im globalen Handel zu schwächen und China in einen größeren Konflikt zu verwickeln. Der sogenannte "Petrodollar" steht vor einer noch nie dagewesenen Herausforderung, trotz Pekings langjähriger Forderung nach einer stärkeren Nutzung seiner Währung auf den Energiemärkten.
Öl fließt trotz Blockade weiter
Nach den koordinierten Luftangriffen der USA und Israels am 28. Februar, die militärische und nukleare Einrichtungen trafen, war die Straße praktisch lahmgelegt. Die Auswirkungen auf die Ölmärkte waren schnell und deutlich spürbar. Brent-Öl überschritt erstmals seit August 2022 die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel und erreichte einen Spitzenwert von 126 US-Dollar. Um die Gemüter zu beruhigen, einigten sich 32 Länder darauf, 400 Millionen Barrel aus Notreserven freizugeben - die größte Freigabe dieser Art seit der Gründung der Internationalen Energieagentur (IEA) vor 50 Jahren.
Trotz der Blockade wurde iranisches Öl weiter transportiert. Das Unternehmen Kpler schätzte, dass der Iran seit Beginn des Konflikts 12 Millionen Barrel exportiert hat, während TankerTrackers.com die Zahl auf 13,7 Millionen Barrel bezifferte. Dies entspricht etwa 1 Million Barrel pro Tag, wovon der Großteil nach China ging. Vor dem Konflikt exportierte der Iran etwa 1,69 Millionen Barrel pro Tag. Teheran scheint Druck auf asiatische Käufer auszuüben, indem es die Straße kontrolliert.
Analysten warnen vor Dollar-Schwächung
Finanzanalysten verfolgen die Yuan-Initiative aufmerksam. Ponmudi R, CEO von Enrich Money, erklärte, dass eine Abkehr vom Dollar-System ernsthafte Unsicherheit auf den Währungs-, Anleihen- und Aktienmärkten schaffen würde. Gold und Silber könnten dagegen Gewinne verzeichnen, da Anleger nach sichereren Anlagen suchen.
Anuj Gupta, bei der SEBI registrierter Marktexperte, fügte hinzu: "Jede Verschiebung vom US-Dollar zum chinesischen Yuan im Ölhandel dürfte den Dollar auf dem Devisenmarkt unter Druck setzen. Ein starker Dollarverfall könnte die Inflation kurzfristig in die Höhe treiben, was die Fed möglicherweise zu Zinserhöhungen zwingt und zu einer Liquiditätskrise in der US-Wirtschaft führen könnte."
Politische Auswirkungen in den USA
In den USA erhöht der Zeitpunkt den politischen Druck. Die Zwischenwahlen stehen im November bevor, und jeder Anstieg der Inflation, verbunden mit höheren Ölpreisen oder einer Dollar-Abwertung, könnte die Republikanische Partei schwächen. Amit Goel, globaler Chefstratege bei PACE 360, meint, der Iran versuche im Wesentlichen, die US-Präsidentschaft "ohne eine einzige Kugel abzufeuern" zu destabilisieren, indem er den Dollar angreift.
Chinas vorsichtige Haltung
In Peking herrscht jedoch berechnete Vorsicht. Technisch ist es schwierig zu überprüfen, ob Ladungen in den komplexen maritimen Transportnetzen tatsächlich in Yuan bewertet werden. Es besteht auch die Sorge, dass ein zu schnelles Vorgehen die bereits fragile Beziehung zu Washington weiter belasten könnte.
In ihrem Bericht vom März 2026 hob die IEA hervor, dass die mögliche Wiedereröffnung der Straße und der Währungswechsel im Ölhandel das Machtgleichgewicht in der Weltwirtschaft in den kommenden Jahren verändern könnten.
Häufig gestellte Fragen
Warum fordert Iran Zahlungen in Yuan?
Iran versucht, US-Sanktionen zu umgehen und den Einfluss des Dollars im globalen Ölhandel zu verringern, während es gleichzeitig China enger an sich bindet.
Wie wirkt sich dies auf den Dollar aus?
Analysten befürchten, dass eine Abkehr vom Petrodollar den US-Dollar schwächen und zu Inflation sowie Zinserhöhungen in den USA führen könnte.
Welche Länder sind von der Ormuz-Blockade betroffen?
Während Iran behauptet, die Straße SEI nur für "Feinde" gesperrt, haben Länder wie Indien und die Türkei bereits Probleme bei der Durchfahrt gemeldet, während chinesische Schiffe bisher relativ ungehindert passieren konnten.