Embargo-Gruppe kassiert 34 Millionen US-Dollar in nur 4 Monaten – Ransomware als lukratives Geschäftsmodell (TRM Labs)

Cyberkriminelle machen Kasse: Seit April 2024 hat die Embargo-Gruppe mit Erpressungssoftware schwindelerregende 34 Millionen US-Dollar erbeutet. TRM Labs liefert die brisanten Details.
Wie die Angreifer vorgehen
Die Gruppe nutzt raffinierte Techniken, um Systeme zu kompromittieren und Daten als Geiseln zu halten. Unternehmen zahlen – oder riskieren den Kollaps.
Warum Ransomware boomt
Geringes Risiko, hohe Rendite: Für Cyberkriminelle lohnt sich das Geschäft mehr als ein Börsengang bei schwankenden Kryptokursen. Die Behörden hinken hinterher.
Die bittere Wahrheit
Solange Unternehmen zahlen, wird das Geschäftsmodell weiter florieren – und die nächste Zahlungsaufforderung ist nur eine Sicherheitslücke entfernt.
Untersuchungen von TRM Labs decken die Aktivitäten von Embargo auf
Laut TRM Labs ergaben Untersuchungen, dass die Gruppe möglicherweise als umbenannte Version der berüchtigten BlackCat-Operation (ALPHV) entstanden ist. Die besagte Gruppe verschwand Anfang des Jahres, nachdem sie in einen Exit-Scam verwickelt war. Ein Exit-Scam ist eine Art Rug-Pull, bei dem Verantwortliche eines Projekts mit Benutzergeldern spurlos trac .
TRM Labs stellte fest, dass es bei beiden Unternehmen technische Überschneidungen gibt, da sie die Programmiersprache Rust verwenden, ähnliche Datenleck-Sites betreiben und über eine gemeinsame Wallet-Infrastruktur On-Chain-Verbindungen aufweisen.
Berichten zufolge schlummern rund 18 Millionen US-Dollar illegaler Einnahmen aus Embargo noch immer in nicht verbundenen Wallets. Analysten gehen davon aus, dass diese Taktik dazu dient, die Entdeckung zu verzögern oder in Zukunft bessere Möglichkeiten für den Missbrauch zu finden.
Embargo nutzt ein Netzwerk aus zwischengeschalteten Wallets, risikoreichen Börsen und sanktionierten Plattformen wie Cryptos.net, um Transaktionsspuren zu verbergen und Gelder zu verschleiern. TRM Labs gab an, von Mai bis August mindestens 13,5 Millionen Dollar, die von Embargo gestohlen wurden, über verschiedene Anbieter virtueller Vermögenswerte traczu haben. Mehr als eine Million Dollar wurden allein über Cryptex transferiert.
Embargo wendet zwar nicht die aggressive Taktik von Gruppen wie LockBit oder Cl0p an, setzt aber auf eine doppelte Erpressungstaktik. Sie nutzt Systemverschlüsselung und die Drohung, sensible Daten preiszugeben, um ihre Opfer zur Zahlung des Lösegelds zu zwingen. In anderen Fällen hat die Gruppe Namen der beteiligten Personen oder die gestohlenen Daten preisgegeben, um ihre Ernsthaftigkeit zu demonstrieren und den Druck zu erhöhen.
Emargo verfolgt hochriskante Ziele
Die Gruppe zielt stets auf Branchen ab, in denen Ausfallzeiten kostspielige Folgen für den Betrieb haben, darunter das Gesundheitswesen, die Fertigung und der Dienstleistungssektor. Es hat sich auch gezeigt, dass die Gruppe Opfer mit Sitz in den USA bevorzugt, da diese in der Regel in der Lage sind, pünktlich zu zahlen, da Ausfallzeiten kostspielige Folgen für ihren Betrieb haben können.
Großbritannien hat unterdessen Pläne angekündigt, Ransomware-Zahlungen für alle öffentlichen Einrichtungen und Betreiber kritischer nationaler Infrastrukturen zu verbieten. Zu diesen Sektoren gehören Energie, Gesundheitswesen und Kommunen. Der Vorschlag sieht ein Präventionssystem vor, das Opfer, die nicht unter das Verbot fallen, dazu verpflichtet, geplante Ransomware-Zahlungen den Behörden zu melden.
Der Plan sieht außerdem ein verpflichtendes Meldesystem vor, bei dem die Opfer verpflichtet sind, der Regierung innerhalb von 72 Stunden nach einem Angriff einen ersten Bericht vorzulegen und innerhalb der nächsten 28 Tage eine detaillierte Nachverfolgung durchzuführen.
Laut einem früheren Bericht von Chainalysis Ransomware-Angriffe im vergangenen Jahr um etwa 35 % zurück. Dem Bericht zufolge war dies das erste Mal seit 2022, dass die Einnahmen aus Ransomware so stark zurückgingen. Der im Februar veröffentlichte Bericht erwähnte, dass Nutzer trotz des Rückgangs immer noch mehr als 800 Millionen US-Dollar an die Kriminellen verloren. Chainalysis führte den Rückgang unter anderem auf verstärkte Strafverfolgungsmaßnahmen, eine verbesserte internationale Zusammenarbeit und eine zunehmende Zahlungsverweigerung der Opfer zurück.
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