Japans Premierminister sammelt nationale Unterstützung – US-Handelsabkommen sorgt für Unruhe

Tokio steht unter Druck: Während der Premierminister die Nation hinter sich vereint, brodelt die Sorge um das fragile US-Handelsabkommen. Ein Deal, der mehr Fragezeichen als Lösungen bietet – typisch für politische Lippenbekenntnisse, die an der Börse ohnehin nur kurz für Hype sorgen.
Die Stimmung ist angespannt, die Wirtschaft atmet flach. Japan sucht Halt in unsicheren Zeiten, während die Handelsgespräche mit den USA wie ein Damoklesschwert über dem Wachstum hängen. Und die Märkte? Die wetten wie immer auf beide Seiten – Hauptsache, die Volatilität bringt Profit.
Handelsverhandler betonen das Fehlen einer formellen Vereinbarung
Zwar sorgte die Einigung für eine gewisse Erleichterung, doch wächst die Skepsis gegenüber dem Deal selbst, und das aus gutem Grund: Vieles davon ist nicht dokumentiert.
Während einer Parlamentsdebatte am Mittwoch sagte auch Ryosei Akazawa, Japans Chefunterhändler für Handelsfragen, dass das Thema Anlass zur Sorge gebe.
Ryosei Akazawa beantwortete Fragen von Oppositionsabgeordneten und sagte, er Sei sich bewusst, dass eine schriftliche Vereinbarung sinnvoll wäre. Er sagte, die USA hätten sich in ihren Abkommen mit der Europäischen Union und Südkorea auch auf mündliche Absprachen und nicht auf formelle Dokumente gestützt.
Ökonomen und Rechtsexperten ringen die Hände über das Fehlen einer schriftlichen Dokumentation und warnen, dass Japan kaum Handlungsmöglichkeiten hätte, wenn die USA ihren Kurs ohne schriftliche Bestätigung ändern würden. Die Eile bei der Unterzeichnung des Abkommens kurz nach den Wahlen lässt viele vermuten, dass es übereilt war; manche glauben, der Zeitpunkt SEI politisch gesteckt.
Oppositionsführerin Yukiko Tanabe vertrat eine schärfere Haltung und sagte, dies sei keine Zeit für Unklarheiten. Sie wies darauf hin, dass die japanische Industrie auch ohne schriftliche Vereinbarung Risiken ausgesetzt
Ungelöste Autozölle belasten Japans Wirtschaft
Die US-Zölle auf japanische Autos sind ein wichtiger ungelöster Punkt des Abkommens. Auch nach der jüngsten Einigung unterliegen japanische Autos weiterhin einem Zoll von 27,5 Prozent – einem langjährigen Basiszoll von 2,5 Prozent und einem neueren Strafzoll von 25 Prozent, den die USA nicht offiziell aufgehoben haben.
Die Auswirkungen sind in der gesamten japanischen Automobilindustrie spürbar. Autos sind das wichtigste Exportgut der USA und machen fast 10 Prozent der japanischen Gesamtproduktion aus. Die Automobilhersteller befürchten, dass die anhaltende Unsicherheit über die Zölle zu weiteren Stellenstreichungen, geringeren Investitionen und einer reduzierten Produktion führen könnte.
Branchenanalysten argumentieren, dass Japan bei anderen Gütern lediglich eine Atempause erhält, und das Weiße Haus drohte mit der Einführung von 15-prozentigen allgemeinen Zöllen. Auch hinsichtlich der Zölle auf Autos ist man sich nicht sicher, da diese nach wie vor eine tickende Zeitbombe darstellen.
Der Handelsanalyst Satoshi Yamada in Tokio warnte jedoch, dass sich das scheinbare Win-Win-Abkommen zu einem einseitigen Verlust entwickeln könnte, wenn Washington die Autozölle nicht bald aufhebt.
Als Reaktion darauf versprachshib, der Senkung der Autozölle bei den Folgeverhandlungen höchste Priorität einzuräumen.
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