Revolut setzt mit FUPS-Deal auf türkische Expansion – Fintech-Riese greift nach neuem Markt

Revolut schickt sich an, die Türkei zu erobern. Der Fintech-Riese plant seine Expansion durch eine strategische Partnerschaft mit FUPS – einem etablierten Zahlungsdienstleister vor Ort. Der Move zielt direkt auf einen der dynamischsten Finanzmärkte Europas ab.
Der Türkei-Fokus: Warum jetzt?
Die Türkei steht vor einer digitalen Finanzrevolution. Eine junge, technikaffine Bevölkerung und eine wachsende Nachfrage nach modernen Banking-Lösungen machen das Land zum perfekten Ziel für disruptive Player wie Revolut. Traditionelle Banken hinken hier oft hinterher – eine Lücke, die gefüllt werden will.
Der FUPS-Faktor: Der Schlüssel zur Tür
Die Partnerschaft mit FUPS ist kein Zufall. Das Unternehmen besitzt die lokale Expertise und die notwendigen Lizenzen, um Revolut den Markteintritt massiv zu erleichtern. Statt den mühsamen Weg der eigenen Regulierung zu gehen, nutzt Revolut die bestehende Infrastruktur. Ein klassischer „Move fast“-Ansatz, der Bürokratie elegant umgeht.
Was das für Nutzer bedeutet
Türkische Kunden könnten bald nahtlosen Zugang zu Revoluts gesamter Produktpalette erhalten – von mehrwährigen Konten über Kryptohandel bis hin zu günstigen internationalen Transfers. Ein direkter Angriff auf die Gebührenstrukturen der etablierten Institute. Die traditionellen Banken dürften die Stirn in Falten legen, während die junge Generation wahrscheinlich schon die Download-Buttons drückt.
Das große Ganze: Eine Blaupause für globale Expansion?
Dieser Deal könnte mehr sein als nur ein Türkei-Spiel. Revolut testet hier ein Modell: Partnerschaften mit lokalen Champions nutzen, um regulatorische Hürden zu umschiffen und blitzschnell zu skalieren. Sollte es funktionieren, erwarten Sie ähnliche Ankündigungen in anderen Schwellenländern. Die Botschaft ist klar: Wachstum um jeden Preis – solange der Preis nicht aus eigener Regulierungskapital besteht.
Ein zynischer Blick auf die Finanzwelt: Während sich traditionelle Banken noch in Compliance-Meetings über Risikoprofile streiten, kaufen sich die Fintechs einfach den Marktzugang. Effizienz schlägt Tradition – zumindest bis zur nächsten Aufsichtsbeschwerde.
Die nächsten Schritte werden zeigen, ob Revoluts Türkei-Offensive ein isolierter Erfolg oder der Startschuss für eine neue Ära der globalen Fintech-Expansion wird. Die Uhren ticken – und die Wettbewerber schauen nervös zu.
Wird Revolut eine türkische Bank übernehmen?
Das britische Fintech-Unternehmen Revolut plant den Einstieg in den wachsenden türkischen Bankenmarkt und verhandelt über die Übernahme der türkischen Digitalbank FUPS. Laut Insidern sind jedoch noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen, und es besteht keine Gewissheit, dass die Transaktion zustande kommt.
Die türkische Bankenaufsichtsbehörde BDDK müsste jeder Vereinbarung zwischen Revolut und FUPS zustimmen.
FUPS erhielt 2022 ihre Banklizenz mit einem Gründungskapital von 1,5 Milliarden Lira, was damals etwas mehr als 81 Millionen US-Dollar entsprach. Die Bank wurde von Lydians Elektronik Para ve Ödeme Hizmetleri gegründet, die sowohl als Zahlungsdienstleister als auch alstron-Geld-Institut fungiert.
Nach Angaben des türkischen Bankenverbandes waren im September 2025 etwa 60 Personen bei FUPS
Im Jahr 2022 führten die türkischen Aufsichtsbehörden neue Regelungen ein, die den Betrieb von Neobanken ermöglichen. Bislang haben nur fünf Institute eine Banklizenz erhalten. Zu den zugelassenen Instituten gehören Hayat Katılım, Kasa Katılım, TOM Katılım, FUPS Bank und Ziraat Dinamik.
Warum ist Revolut am türkischen Markt interessiert?
Der türkische Markt für digitales Bankwesen hatte im Jahr 2025 einen Wert von 101,52 Millionen US-Dollar und soll bis 2034 auf 267,3 Millionen US-Dollar anwachsen.
Der Bloomberg-Intelligence-Analyst Tomasz Noetzel stellte fest , dass traditionelle türkische Banken trotz ihrer fortgeschrittenen Digitalisierung weiterhin stark von physischen Filialnetzen abhängig sind. Die Türkei verzeichnet über 120 Millionen aktive Online-Banking-Kunden.
Die mögliche Übernahme würde es Revolut ermöglichen, den langwierigen Prozess der Beantragung einer Banklizenz von Grund auf zu umgehen. Die Strategie bietet dem Käufer zudem einen bestehenden Compliance-Rahmen, eine lokale Governance-Struktur und etablierte Beziehungen zu türkischen Aufsichtsbehörden.
Revolut hat weltweit rund 70 Millionen Kunden und wurde im November 2025 mit 75 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Bewertung stieg im Jahr 2025 um 67 % gegenüber der Bewertung von 45 Milliarden US-Dollar im Vorjahr aufgrund starker Tron und Investitionen von großen Unternehmen, darunter der Risikokapitalsparte von Nvidia.
Revolut war im Jahr 2025 besonders aktiv bei der Sicherung von Banklizenzen und der Durchführung von Akquisitionen auf mehreren Kontinenten.
Sie war die erste unabhängige dent , die in Mexiko den gesamten Lizenzierungsprozess von Grund auf erfolgreich durchlaufen hat, nachdem sie im Oktober 2025 die endgültige behördliche Genehmigung für den Betrieb im Land als Mehrbankinstitut erhalten hatte.
Revolut strebt zudem eine Vollbanklizenz in Kolumbien an und plant, dort bis 2026 digitale Bankdienstleistungen einzuführen. Im Juni 2025 erwarb das Unternehmen in Argentinien durch den Kauf der Banco Cetelem von BNP Paribas eine lokale Banklizenz und Vermögenswerte in Höhe von rund 6,4 Millionen US-Dollar. In Indien kaufte Revolut 2022 Arvog Forex, nachdem es zuvor über 45 Millionen US-Dollar in den Markt investiert hatte.
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