Morgan Stanley geht aufs Ganze: Spot-ETF-Antrag für Ethereum bei der SEC eingereicht

Wall Street greift nach dem nächsten großen Krypto-Asset. Morgan Stanley, einer der mächtigsten Namen im traditionellen Finanzwesen, hat offiziell die Genehmigung für einen börsengehandelten Fonds (ETF) beantragt, der direkt in Ether (ETH) investiert. Ein Schritt, der die institutionelle Adoption von Kryptowährungen in eine neue Phase katapultieren könnte.
Der direkte Weg zum Asset
Anders als die bereits existierenden Futures-ETFs würde ein Spot-ETF das zugrundeliegende Ether direkt halten. Das bedeutet: Keine Derivate, kein Kontraktrisiko – nur die reine Performance der Kryptowährung. Für institutionelle Anleger ist das der heilige Gral. Endlich ein sauberes, reguliertes Vehikel, um Exposure zu erhalten, ohne sich mit privaten Wallets oder fragwürdigen Handelsplattformen herumschlagen zu müssen. Die SEC hat jetzt den Ball – und die Branche hält den Atem an.
Ein Dominoeffekt für die Branche?
Die Bewilligung eines Ethereum-Spot-ETFs durch Morgan Stanley würde ein klares Signal senden. Es wäre die offizielle Einladung der Aufsichtsbehörden an das große Geld, in die Smart-Contract-Plattform Nummer eins zu investieren. Analysten spekulieren bereits über einen massiven Kapitalzufluss, ähnlich wie nach der Zulassung der Bitcoin-ETFs. Ein grünes Licht könnte eine Kettenreaktion auslösen: Andere große Banken und Vermögensverwalter würden nachziehen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Die Legitimierung wäre fast schon greifbar.
Die andere Seite der Medaille
Doch Vorsicht ist geboten. Die SEC hat bei Krypto-ETFs einen Ruf als notorisch zögerliche Behörde. Bedenken hinsichtlich Marktmanipulation, Custody und Verbraucherschutz bleiben ihre Standardargumente. Und seien wir ehrlich: Ein Teil des Charmes von Ethereum liegt in seiner Dezentralität und seinem offenen Ökosystem. Die vollständige Einverleibung durch Wall-Street-Produkte – ein weiteres Asset, das in den Portfolios der gleichen Akteure landet, die auch mit Kaffee und Öl handeln – könnte diesen Geist ersticken. Es ist der klassische Tanz zwischen Adoption und Kommerzialisierung.
Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Wird die SEC den Wünschen einer traditionsreichen Investmentbank nachgeben oder weiter auf die Bremse treten? Eines ist sicher: Die Antragstellung selbst ist bereits ein gewaltiges Statement. Die großen Player sind bereit. Jetzt muss die Regulierung nur noch mitspielen – oder sich auf einen weiteren PR-Kampf einstellen, während die Anleger ungeduldig auf die Seitenlinie verwiesen werden. Typisch Finanzwelt: Sie erfinden das Problem, um dann die teure Lösung zu verkaufen.
Morgan Stanley begrüßt drei Krypto-ETF-Anträge innerhalb von rund 24 Stunden
Morgan Stanley bietet seinen Kunden seit Oktober über seine Vermögensverwaltungssparte Zugang zu Kryptowährungen. Wie Cryptopolitan berichtet Bitcoin und Solana -ETFs ein. Damit wurden innerhalb von nur 24 Stunden drei Krypto-ETF-Anträge von einem der weltweit größten Vermögensverwalter eingereicht.
Morgan Stanley plant, für seinen ETH Trust Sachwerte zur Schaffung und Rücknahme von ETH anzubieten. Die Anmeldung enthält jedoch keine Angaben darüber, an welcher Börse der Fonds notiert werden soll, unter welchem Tickersymbol er geführt wird oder welche anderen wichtigen Details, wie beispielsweise die Depotbank des Trusts, relevant sind.
Der Finanzdienstleistungsriese TradFi hatte zuvor Pläne für den Einstieg in den Kryptomarkt bekannt gegeben und möchte seinen Privatkunden Kryptohandelsdienstleistungen anbieten. Das Unternehmen bestätigte seine Partnerschaft mit dem Krypto-Startup ZeroHash, wodurch E-Trade-Kunden nun mit Krypto-Assets handeln können.
Das Unternehmen wird seinen vermögenden Kunden voraussichtlich auch seine BTC-, ETH- und SOL-ETFs anbieten, sobald diese verfügbar sind. Berichten zufolge hat es bereits alle Beschränkungen für Krypto-Investitionen für diese Kundengruppe aufgehoben.
Die Bloomberg Intelligence-Analysten James Seyffart und Eric Balchunas erklärten, die ersten Meldungen am Dienstag seien überraschend gekommen. Sie führten jedoch aus, dass dies angesichts des massiven Vertriebsnetzes der Bank und der eindeutigen Kundennachfrage – sie deckt 42 Länder AB – durchaus Sinn ergebe.
Matt Hougan, Chief Investment Officer (CIO) von Bitwise, bezeichnete Morgan Stanleys Schritt, Krypto-ETFs anzubieten, als „ziemlich bemerkenswert“. Er gab außerdem bekannt, dass das Unternehmen 20 ETFs verwaltet, hauptsächlich unter den Marken Calvert, Parametric und Eaton Vance. Die BTC-, ETH- und SOL-ETFs sind somit die dritten, vierten und fünften, die unter der Marke „Morgan Stanley“ vertrieben werden.
Morgan Stanley erwartet einen Goldpreisanstieg
Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kapitalzuflüsse Ethereum . Gestern verzeichnete der Ethereum-ETF (ETHA) von BlackRock Zuflüsse intracvon 197,7 Millionen US-Dollar. Der Bitwise Ethereum Strategy ETF (ETHW) und der 21Shares Core Ethereum ETF (CETH) konnten jeweils moderate Zuflüsse von 1,39 Millionen bzw. 1,62 Millionen US-Dollar verzeichnen.
ETFs zeigten jedoch institutionelle Präferenz, da der Fidelity Ethereum Fund (FETH) einen geringen Mittelabfluss von 1,62 Millionen US-Dollar verzeichnete. Die Angebote von Grayscale wiesen hingegen deutliche Mittelabflüsse auf: Der Grayscale Ethereum Trust (ETHE) verlor 53 Millionen US-Dollar und Grayscale Mini ETH 32,45 Millionen US-Dollar.
Neben der optimistischen Einschätzung von Kryptowährungen prognostiziert das Unternehmen einen Goldpreis von 4.800 US-Dollar pro Unze für das vierte Quartal 2026. Die Bank nannte als Gründe die Aussicht auf weitere Zinssenkungen, einen erwarteten Führungswechsel bei der US-Notenbank Federal Reserve sowie fortgesetzte Goldkäufe durch Zentralbanken und ausgewählte Investmentfonds.
Niedrigere Zinsen verringern typischerweise die Renditen festverzinslicher Wertpapiere, was historisch gesehen die Attraktivität von Gold als zinsloser Wertspeicher erhöht. Die Bank verwies zudem auf die jüngsten Ereignisse in Venezuela als Faktoren, die den Status von Gold als sicheren Hafen stärken, obwohl sie diese nicht explizit in ihre Prognose einbezog.
ETH -Kurs blieb derweil stabil, mit einem leichten Rückgang von 0,7 % in den letzten 24 Stunden. Dennoch konnte die Kryptowährung in der vergangenen Woche einen Anstieg von 7 % verzeichnen und notiert aktuell bei 3.214 US-Dollar.
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