Nickel explodiert: Londoner Preise schießen um über 10 % auf 18.785 US-Dollar – höchster Stand seit drei Jahren

Der Londoner Metallmarkt hat einen seismischen Schock erlebt. Nickel – das unscheinbare Industriemetall, das in jeder E-Auto-Batterie steckt – hat die Börse gesprengt.
Ein Kursfeuerwerk, das selbst alte Hasen staunen lässt
Über 10 Prozent Gewinn an einem einzigen Tag. Das ist kein normales Handelsgeschehen, das ist eine Verzweiflungstat der Märkte. Der Preis kletterte auf 18.785 US-Dollar pro Tonne – ein Wert, der seit drei Jahren nicht mehr auf den Tickern blinkte. Die Frage ist nicht, ob das nachhaltig ist, sondern wer zuerst die Nerven verliert.
Die grüne Wende frisst Metalle
Hier treffen Megatrends auf knappe Ressourcen: Die globale Elektrifizierung braucht Nickel, und zwar massenhaft. Jede neue Gigafactory, jeder politische Dekarbonisierungsschub treibt die Nachfrage in Regionen, die das Angebot längst nicht mehr decken kann. Das ist fundamentale Ökonomie – mit einer Prise Spekulationsfieber.
Ein klassisches Finanzdrama
Die Analysten in ihren teuren Anzügen werden jetzt von „robusten Fundamentaldaten“ faseln und „strukturellen Engpässen“. Vergessen Sie das. Der Markt riecht Blut – und Geld. Wenn ein Rohstoff solche Sprünge macht, sitzt die Angst vor dem Verpassen längst am Steuer. Das ist der Moment, in dem Vernunft gegen Gier verliert.
Nickel zeigt, was kommt: In einer Welt im Umbruch werden die Bausteine der neuen Ära zur heißesten Währung. Ob das klug investiert oder einfach nur teuer gekauft ist – das entscheidet sich erst, wenn die Musik stoppt. Und wie immer in der City: Die meisten merken es zu spät.
China treibt die Metallpreise über mehrere Handelssitzungen hinweg nach oben
Daten von Bloomberg zeigten die Handelsmuster, dass chinesische Investoren eine direkte Rolle bei der Steigerung der Preise für Nickel, Gold und andere Metalle spielten, da die Preise während des umsatzstarken Handels an der Londoner Metallbörse in die Höhe schnellten, während Asien aktiv war
Die Kursgewinne setzten sich mit Beginn des Nachthandels an der Shanghai Futures Exchange fort. Kupfer und Zinn folgten dem gleichen Trend und legten im selben Zeitraum um 3 % bzw. 4 % zu.
Diese Entwicklung war auch deshalb bemerkenswert, weil sie ohne größere Angebotskürzungen erfolgte. Der Preisanstieg wurde durch Positionierung, Kapitalflüsse und die Geschwindigkeit der Marktentwicklung getrieben. Händler reagierten auf die Kapitalströme, nicht auf langfristige Bilanzen. Diese Kapitalflüsse konzentrierten sich auf China und breiteten sich rasch über die globalen Börsen aus, wodurch Nickel neben Kupfer und Zinn ebenfalls an die Spitze getrieben wurde.
Geopolitischer Schock beflügelt die Metallpreise bis 2026 nach einem herausragenden Jahr 2025
Der Preisanstieg bei Metallen erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Investoren bereits im Vorfeld des Jahres 2026 verstärkt auf Rohstoffe setzten. Der von US-dent Donald TRUMP angeordnete Angriff auf Venezuela befeuerte diese Entwicklung zusätzlich. VenezuelasdentNicolás Maduro wurde am Wochenende gestürzt, was bei Investoren weltweit Besorgnis um die globale Versorgungssicherheit auslöste.
Metalle hatten bereits 2025 massive Kursgewinne verzeichnet. Gold stieg um mehr als 64 %, Silber um über 141 % und Kupfer um mehr als 40 %. Die Rallye setzte sich am Dienstag fort. Gold legte erneut zu. Silber kletterte um mehr als 4 % und näherte sich einem Rekordschlusskurs. Kupfer legte um bis zu 5 % zu und durchbrach erstmals die Marke von 13.000 US-Dollar pro Tonne.
„Ich denke, dass die Preise für Industriemetalle 2026 einen parabolischen Anstieg erleben werden“, sagte Marko Papic von BCA Access. Papic erklärte, er habe nach jahrelangen Kursgewinnen überlegt, Gewinne mitzunehmen, seine Meinung aber nach dem Vorgehen Venezuelas geändert. Er vermutet, dass Länder mit der Anhäufung von Öl-, Gold-, Kupfer- und Nickelvorräten reagieren könnten, um die Versorgung zu sichern.
„Das deutet darauf hin, dass die Vereinigten Staaten eine andere Auffassung von der Ressourcenkontrolle haben“, sagte Marko. „Das könnte Großmächte dazu veranlassen, Rohstoffe vom Weltmarkt abzuziehen.“ Er fügte hinzu, dass der globale Rohstoffhandel möglicherweise umstrukturiert werden müsse, wobei die Preise als erstes reagieren würden.
Amy Gower von Morgan Stanley wies ebenfalls auf steigende Risiken hin. Sie sieht ein Kursziel von 4.800 US-Dollar für Gold und erklärte, die jüngsten Ereignisse hätten die Nachfrage nach Edelmetallen angekurbelt. Als weiteren Faktor, der die Preise stützt, nannte sie die weit verbreitete Debatte um die Rolle des Dollars als sicheren Hafen.
Marko erklärte, Anleger könnten über Sachwerte oder ETFs investieren. Im Dezember stufte Citi Research Hudbay Minerals mit „Kaufen (hohes Risiko)“ und Lundin Mining ebenfalls mit „Kaufen“ ein und erwartete, dass der Kupferpreis 2026 Rekordwerte erreichen wird. Hudbay legte diese Woche um mehr als 8 % zu, Lundin um fast 7 %.
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