Mark Zandi sagt drei Fed-Zinssenkungen vor Juni voraus – Arbeitsmarkt zeigt Risse

Der Chefökonom von Moody's Analytics, Mark Zandi, rechnet mit einem aggressiven Kurswechsel der US-Notenbank. Drei Zinssenkungen noch vor Juni – das ist seine Prognose. Der Grund? Der Arbeitsmarkt, lange die Stütze der US-Wirtschaft, beginnt zu schwächeln.
Was das für Anleger bedeutet
Historisch gesehen sind solche geldpolitischen Kehrtwenden pure Raketentreibstoff für risikoreiche Assets. Wenn die Zinsen fallen, fließt das Kapital auf der Suche nach Rendite dorthin, wo es am lautesten knallt. Traditionell waren das Tech-Aktien. Heute? Das Spiel hat sich verändert.
Krypto steht in den Startlöchern
Ein lockerer Geldhahn der Fed könnte den nächsten großen Bullenlauf im Kryptospace entfachen. Liquidität sucht immer den effizientesten Markt – und der ist zunehmend digital. Während sich traditionelle Finanzinstitute mit regulatorischer Bürokratie plagen, bewegen sich digitale Assets in Lichtgeschwindigkeit. Ein klassischer Fall von 'Innovation überholt Regulierung'.
Die große Disruption
Vergessen Sie die alten Spielregeln. Die nächste Phase der geldpolitischen Lockerung wird nicht von Wall-Street-Bankern, sondern von Algorithmen und dezentralen Protokollen kanalisiert. Smart Contracts schlafen nie, und DeFi-Pools sind durstig nach frischem Kapital. Die Fed könnte am Hebel sitzen, aber das Geld findet seinen Weg in die Blockchain – mit oder ohne deren Segen.
Ein letzter Gedanke: Nichts befeuert die Adoption neuer Technologien so sehr wie die Suche nach einem Ausweg aus einem maroden System. Wenn Zandi recht hat, steht uns ein Lehrstück in monetärer Arbitrage bevor – und die Krypto-Ökonomie hat ihre Hausaufgaben gemacht.
Steigende Arbeitslosigkeit und schwaches Einstellungstempo führen zu vorzeitigen Kürzungen
Laut Mark zögern die Unternehmen bei der Einstellung von Mitarbeitern, was bedeutet, dass das Beschäftigungswachstum schwach bleiben wird. Das lässt die Arbeitslosigkeit weiter steigen und setzt die US-Notenbank unter Druck.
„Bis dahin wird das Beschäftigungswachstum nicht ausreichen, um einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern, und solange die Arbeitslosigkeit steigt, wird die Fed die Zinsen senken“, schrieb er.
Diese Einschätzung geht weit über die Markterwartungen hinaus, die lediglich zwei Zinssenkungen einpreisen: eine möglicherweise im April, die zweite voraussichtlich im September. Das geht aus Daten von CME FedWatch hervor, die Zinsprognosen von Futures-Händlern trac. Mark hält diesen Zeitplan für falsch. Er geht davon aus, dass die Zinssenkungen deutlich früher und häufiger erfolgen werden.
Die Fed-Vertreter selbst sind noch vorsichtiger. Ihr jüngstes Punktdiagramm, das die Zinsentwicklungsprognosen der einzelnen Entscheidungsträger darstellt, zeigt für das gesamte Jahr 2026 nur eine einzige Zinssenkung. Und selbst diese Prognose fand keine sotronZustimmung.
Das Protokoll der FOMC-Sitzung vom Dezember zeigte, dass die Zinssenkung eine knappe Entscheidung war. Die Mitglieder räumten ein, dass sie die Zinsen später möglicherweise noch etwas lockern würden, aber nicht wesentlich. Mark geht das nicht schnell genug; er sieht zu viele Warnsignale.
Trumps Kontrolle über die Ernennungen von Fed-Mitarbeitern erhöht den Druck zusätzlich
Ein Grund für Marks Einschätzung der Dringlichkeit liegt in der Politik.dent Donald Trump, zurück im Weißen Haus, gestaltet bereits die Führung der Federal Reserve neu.
Aktuell sind drei der sieben amtierenden Fed-Gouverneure (Christopher Waller, Michelle Bowman und Stephen Miran) von TRUMP ernannt worden. Da Mirans Amtszeit im Januar endet, wird Trump bald einen Nachfolger ernennen können.
Doch damit nicht genug. Jerome Powells Amtszeit als Fed-Chef endet im Mai, obwohl seine Amtszeit als Gouverneur noch bis 2028 läuft. Trump wird voraussichtlich jemanden auswählen, der seine Niedrigzinspolitik teilt. Berichten zufolge versucht er außerdem, Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen, was jedoch vorerst von Gerichten blockiert wird.
Mark warnt davor , dass diese Konstellation Trump erheblichen Einfluss verleiht. „Trump wird auch Druck auf niedrigere Zinsen ausüben. Die Unabhängigkeit der Federal Reserve wird stetig abnehmen, da der Präsident dent mehr Mitglieder in den Offenmarktausschuss beruft, darunter im Mai den Fed-Vorsitzenden“, sagte er.
Angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen könnte der Ruf nach Zinssenkungen lauter werden. Trump will Wirtschaftswachstum präsentieren, was den Druck auf die Fed erhöht. Die nächste FOMC-Sitzung findet am 27. und 28. Januar statt, doch Händler sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung laut CME-Daten nur bei 13,8 %. Sollte Mark Recht behalten, könnte sich das schnell ändern.
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