Chinesische Autohersteller trotzen EU-Zöllen und erobern fast 13 % des europäischen E-Auto-Markts

Sie schlagen zurück – und gewinnen. Trotz scharfer EU-Zölle festigen chinesische Elektroautohersteller ihren Fußabdruck in Europa. Ihr Anteil am Markt wächst, während die Branche die nächste Welle der Mobilitätsrevolution vorbereitet.
Die Zahlen sprechen für sich
Fast 13 Prozent – so viel vom europäischen Markt für Elektrofahrzeuge halten chinesische Hersteller mittlerweile. Ein klarer Beweis dafür, dass Handelsbarrieren allein den technologischen Vorsprung und die aggressive Preispolitik nicht aufhalten können. Die Konkurrenz schläft nicht, und die etablierten Player spüren den Druck.
Eine neue Ära der Mobilität
Dies ist mehr als nur ein Handelskrieg. Es ist ein Kampf um die Zukunft des Fahrens. Chinesische Unternehmen setzen auf schnelle Innovation, integrierte Technologie-Stacks und ein Produktionsmodell, das Kosten effizient drückt. Die traditionelle Automobilindustrie muss nachziehen oder riskiert, ins Hintertreffen zu geraten.
Die Straße voraus
Die Landkarte der globalen Autoindustrie wird neu gezeichnet. Wer die Regeln dieser neuen Ära schreibt – ob in Bezug auf Batterietechnik, Software oder Vertriebswege – wird den Ton angeben. Für Anleger, die auf altbewährte Namen setzen, könnte es eine holprige Fahrt werden. Manchmal ist der günstigste Weg nach vorne auch der, der an den Zollschranken vorbeiführt.
BYD setzt voll auf Europa
BYD errichtet lokale Produktionsstätten in Europa und erweitert sein Angebot um Plug-in-Hybride und Premiummarken. Der Wettbewerb im Heimatmarkt verschärft sich, da Konkurrenten wie Geely und Xiaomi schnell Marktanteile gewinnen.
Das Unternehmen aus Shenzhen hat die Vorarbeit bereits geleistet. Es hat seine Marke aufgebaut, ein Händlernetz etabliert und Ladestationen in ganz Europa errichtet. Sie wollen alles vorbereitet haben, bevor die nächste Welle chinesischer Konkurrenten auf den Markt kommt.
Stella Li ist Executive Vicedentvon BYD. Sie erklärte Reportern in Zhengzhou, dass die Maschinen für das erste europäische Werk in Ungarn bis Ende des Jahres installiert sein sollen. Die Testläufe beginnen im ersten Quartal 2026, die Serienproduktion im zweiten Quartal.
Ungarn ist nicht ihr einziges Projekt. BYD baut neue Werke in Brasilien und der Türkei. In Thailand ist bereits ein Werk in Betrieb, das seit August Fahrzeuge nach Europa liefert. Li räumt ein, dass die Produktion in Ungarn anfangs teurer sein wird als in China. Sie betont jedoch, dass dies notwendig sei, um eine vertrauenswürdige Marke aufzubauen. Die Kosten würden mit der Zeit sinken. Zudem helfe es dem Unternehmen, mögliche Auswirkungen von Zöllen abzufedern.
Eine weitere europäische Fabrik könnte später folgen. Li sagte, man suche derzeit nach geeigneten Standorten. Spanien steht, wie Cryptopolitan .
„Wir werden zunächst unser Werk in Ungarn hochfahren, dann das in Brasilien und das in der Türkei“, sagte sie. „Dann sehen wir weiter, aber einen konkreten Plan haben wir noch nicht.“
CEO Wang Chuanfu entsandte kürzlich Forschungs- und Entwicklungsmanager nach Europa, Lateinamerika und in den Nahen Osten. Sie müssen die Fahrzeugdesigns an die jeweiligen Bedürfnisse der Menschen vor Ort anpassen.
BYD ist in den wichtigsten europäischen Märkten bereits sehr erfolgreich. Die Zahlen vom Oktober sprechen für sich. In Deutschland hat BYD mehr als viermal so viele Fahrzeuge zugelassen wie Tesla. In Großbritannien sind es fast siebenmal so viele. Diese Daten stammen von Regierungs- und Handelsbehörden.
Chinesische Autohersteller haben die zusätzlichen Gebühren aus den EU-Zöllen auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge, die Ende 2024 in Kraft traten, größtenteils selbst getragen. Sie expandierten außerdem in Bereiche, die von den Zöllen nicht betroffen sind, wie beispielsweise Hybridmodelle und Märkte außerhalb der EU wie Großbritannien.
Explosives Wachstum für neuere Marken
Leapmotors Absatz von Elektrofahrzeugen in Europa stieg bis Oktober um über 4.000 %. Das geht aus Daten von Jato Dynamics hervor. Eine Partnerschaft mit Stellantis trug maßgeblich zu diesem Wachstum bei. Stellantis ist Eigentümer von Peugeot, Fiat und Opel. Die Marke Omoda von Chery verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Absatzanstieg von 1.100 % bei Elektrofahrzeugen.
Die europäischen Autohersteller bemühen sich fieberhaft, mitzuhalten. Sie betreiben außerdem Lobbyarbeit bei den Behörden, um die Vorschriften zur schrittweisen Abschaffung von Benzin- und Dieselfahrzeugen zu lockern.
EU-Beamte brachten die Idee ins Spiel, Pläne für ein Verbot des Verkaufs neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis 2035 fallen zu lassen. Dies ist der jüngste Schritt, um eine der größten Branchen des Kontinents vor einem chaotischen Energiewandel zu schützen.
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