Dollar stürzt auf größten Wochenverlust seit Juni ab – Händler wetten auf Zinssenkungen

Der Greenback zeigt Schwäche. Die größte wöchentliche Talfahrt seit Juni ist im Gange, während die Märkte auf geldpolitische Lockerungen setzen.
Was die Zahlen verraten
Die Daten sprechen eine klare Sprache: Es geht steil bergab. Trader positionieren sich aggressiv für den erwarteten Kurswechsel der Notenbanken – ein klassisches Vorspiel, wenn die Konjunkturflaute die Politik in die Knie zwingt.
Die große Wette
Alles hängt an den Zinsen. Die Spekulation auf baldige Senkungen treibt die Dynamik. Es ist das übliche Spiel: Die Märkte laufen der Politik voraus und zwingen ihr im Zweifel die Richtung auf. Ein weiterer Beweis, dass Prognosen oft teurer sind als die Fakten.
Die Lage ist klar: Der Dollar gibt nach, die Erwartungen steigen. Bleibt nur die Frage, wer am Ende die Rechnung zahlt – wie so oft in der Hochfinanz.
Devisenhändler wetten gegen den Dollar, da die Liquidität versiegt
Der Kursverfall des Dollars in dieser Woche wurde durch die steigende Nachfrage nach risikosensitiven Währungen wie dem australischen Dollar und der norwegischen Krone begünstigt, die beide eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zeigten.
Am Anleihenmarkt profitierten US-Staatsanleihen vom Dollar-Schwäche. Die Renditen zehnjähriger Anleihen sanken um etwa drei Basispunkte auf 4,12 % und bewegten sich damit in einer engen Spanne, was auf anhaltende Käufe hindeutet. Händler gehen mit nahezu 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Fed die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung nicht anheben wird. Dennoch erwarten die Märkte bis Jahresende mindestens zwei weitere Zinssenkungen um jeweils 0,25 Basispunkte, eine bis Mitte des Jahres und eine weitere vor Beginn des Jahres 2026.
Während der Dollar schwächelte, feierten die Aktienmärkte ausgelassen. Der S&P 500 erreichte am Freitag ein neues Allzeithoch. Auch Dow Jones und Nasdaq verzeichneten Wochengewinne von über 1 %. Für den S&P 500 war es die vierte Gewinnwoche in den letzten fünf, obwohl das Handelsvolumen nach den Weihnachtsfeiertagen geringer war.
Der Mittwoch war bereits ein Rekordtag: Der S&P 500 erreichte neue Höchststände im Tagesverlauf und zum Handelsschluss. Die US-Märkte blieben am Donnerstag geschlossen, doch die Händler kehrten am Freitag zurück und setzten ihre positive Entwicklung fort.
Anleger befinden sich mitten in der sogenannten Weihnachtsrallye, jener ruhigen Phase zum Jahresende, die traditionell die Aktienkurse beflügelt. Seit 1950 verzeichnete der S&P 500 in diesem siebentägigen Zeitraum laut Daten des Stock Trader's Almanac einen durchschnittlichen Anstieg von 1,3 %.
Tom Hainlin, nationaler Anlagestratege bei US Bank Asset Management, sagte: „Manche realisieren hier und da Gewinne oder kaufen zu Tiefstständen, aber es gibt nicht viele Informationen. Es werden keine Unternehmensgewinne veröffentlicht. Es gibt nicht viele Wirtschaftsdaten, daher dürften vor allem technische Faktoren und Positionierungen eine Rolle spielen.“
Tom wies außerdem auf eine Veränderung der treibenden Kräfte am Markt hin: Nicht die Technologieaktien, sondern Finanz- und Industriewerte seien für die jüngsten Kursgewinne verantwortlich.
„Das stärkt das Vertrauen für 2026, denn es zeigt, dass nicht nur die Technologiebranche und ihre Partner hier eine entscheidende Rolle spielen“, sagte Tom. „Der Markt profitiert vom im Juli verabschiedeten Steuergesetz und den Zinssenkungen im vierten Quartal dieses Jahres. Das sind positive Faktoren für 2026.“
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