Fed bittet um Meinung: „Abgespeckte“ Bilanzen für Fintech- und Krypto-Firmen – Ein Paradigmenwechsel?

Die Federal Reserve schlägt einen neuen Weg ein und fragt die Öffentlichkeit: Sollen Fintech- und Krypto-Unternehmen leichtere Bilanzregeln bekommen?
Ein Schritt in Richtung Anerkennung oder ein gefährliches Experiment?
Die Idee ist simpel, aber folgenschwer. Statt der vollen regulatorischen Last, die traditionelle Banken tragen, könnten innovative Finanzdienstleister mit „abgespeckten“ Bilanzen operieren. Die Fed erkundigt sich offiziell nach der öffentlichen Meinung – ein bemerkenswerter Schritt für eine Institution, die für ihre methodische Vorsicht bekannt ist.
Was steckt dahinter?
Es geht um Geschwindigkeit und Wettbewerb. Die traditionelle Bankenaufsicht ist schwerfällig, aufgebaut für ein Zeitalter der Schalterhallen und physischen Tresore. Fintechs und Krypto-Projekte bewegen sich in Internet-Zeit. Die Frage ist, ob ein vereinfachter regulatorischer Rahmen Innovation ermöglichen kann, ohne die Stabilität des Systems zu gefährden. Die Fed scheint bereit, zumindest über die Möglichkeit nachzudenken.
Die Kehrseite der Medaille
Kritiker warnen vor einer Zwei-Klassen-Regulierung. Sie fragen: Schafft man damit Schlupflöcher, die am Ende doch vom Steuerzahler gerettet werden müssen – nach dem alten Motto „Privatisieren der Gewinne, Sozialisieren der Verluste“? Es ist der klassische Zielkonflikt zwischen Förderung und Aufsicht.
Ein Test für die Zukunft
Diese Konsultation ist mehr als nur eine formelle Anfrage. Sie ist ein Barometer für die Stimmung in den höchsten Etagen der Finanzaufsicht. Eine positive Resonanz könnte die Tür für eine grundlegende Neubewertung öffnen, wie moderne Finanzdienstleister behandelt werden. Eine ablehnende Haltung könnte die Szene weiter in eine Grauzone drängen.
Die Branche steht an einem Scheideweg. Die Antwort der Fed auf das öffentliche Feedback wird zeigen, ob die Zukunft der Finanzen im alten Rahmen gezwängt oder in einem neuen, agileren konstruiert wird. Man könnte es auch als späten Versuch der etablierten Ordnung sehen, die Kontrolle über einen Zug zu behalten, der bereits abgefahren ist. Die Uhr tickt.
Die Fed schlägt spezielle Konten für Krypto-Firmen vor, um ihnen den Zugriff auf Masterkonten zu ermöglichen
Ein dem Nachrichtenmedium zugänglich gemachtes Memo des Zentralbankvorstands deutete darauf hin, dass berechtigte Institute sogenannte „Skinny“-Konten für Zahlungsdienste über das Fed-Masterkonto eröffnen könnten. Derzeit sind Fintech-Unternehmen und Kryptofirmen auf zwischengeschaltete Banken angewiesen, die bereits Masterkonten bei den Federal Reserve Banks führen, um Transaktionen abzuwickeln.
Die Zentralbank erklärte, dass die vorgeschlagenen Zahlungskonten weder Zinsen abwerfen noch Zugang zu ihren Kreditfazilitäten hätten und dass ihre Größe begrenzt sei, um jegliche Risiken für das Finanzsystem zu minimieren.
Dem Vorschlag zufolge erwägt die US-Notenbank eine Obergrenze für Tagesgelder von maximal 500 Millionen US-Dollar oder 10 % der Bilanzsumme eines Instituts, je nachdem, welcher Betrag niedriger ist. Die Konten wären auf Transaktionen des Kontoinhabers beschränkt, was bedeutet, dass Unternehmen keinedent anbieten oder Zahlungen im Namen Dritter abwickeln dürften.
Darüber hinaus behalten die Zentralbanken das Ermessen, im Einzelfall Beschränkungen und Risikokontrollen sowie andere Schutzmaßnahmen, wie z. B. Kontovereinbarungsbedingungen, formelle Bestätigungen und regelmäßige Berichtspflichten, zu verhängen.
Ökonomen debattieren über Sicherheitsvorkehrungen und Aufsicht im Kryptobereich
Einige politische Entscheidungsträger, wie Gouverneur Michael Barr, lehnen den Vorschlag in seiner jetzigen FORM ab. Barr, ein von den Demokraten ernannter Beamter, der zuvor als oberster Aufsichtsbeamter der US-Notenbank tätig war, beanstandete die Informationsanfrage mit der Begründung, sie enthalte „nicht genügend Details zum Schutz vor Finanzkriminalität“
Einige politische Entscheidungsträger, wie Gouverneur Michael Barr, lehnen den Vorschlag in seiner jetzigen Form ab. Barr, ein demokratischer Beamter der US-Notenbank unter der Obama-Regierung, beanstandete die Informationsanfrage, da sie „nicht genügend Details zum Schutz vor Finanzkriminalität“ enthalte
Der ehemalige stellvertretende Finanzminister für Finanzinstitutionen warnte davor, dass der Vorschlag „nicht ausreichend konkrete Sicherheitsvorkehrungen enthält, um zu verhindern, dass die Konten von Instituten, die nicht der Aufsicht der Fed unterliegen, zur Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung genutzt werden.“
Wie Cryptopolitan letzte Woche berichtete, hat der Vorstand verworfen und durch einen neuen Rahmen ersetzt, der den Mitgliedsbanken der Bundesstaaten mehr Flexibilität beim Einsatz innovativer Instrumente einräumt. Die bisherige Regelung hatte die Mitgliedsbanken verpflichtet, ähnliche Aktivitätsbeschränkungen wie andere Bundesaufsichtsbehörden einzuhalten.
Nach monatelangen Beratungen und unter Berücksichtigung der öffentlichen Meinung kam der Vorstand zu dem Schluss, dass Veränderungen im Finanzsystem und sein eigenes Verständnis die Regelung unwirksam machten, und gab schließlich grünes Licht für deren Rücknahme.
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