Südkoreas Halbleiterexporte explodieren trotz US-Zöllen – Tech-Giganten schlagen zurück

Die Handelsbarrieren zucken, doch die Lieferketten fließen weiter. Südkoreas Halbleiterindustrie, das Rückgrat der globalen Tech-Welt, zeigt den Zöllen die kalte Schulter und feuert die Exporte weiter an.
Ein Sieg der Effizienz über Politik
Während Handelsdekrete Papierberge produzieren, lösen Fabriken in Pyeongtaek und Hwaseong reale Probleme. Die Nachfrage nach Chips für KI, Elektroautos und die nächste Gerätegeneration ist einfach zu groß, um durch Zollformulare aufgehalten zu werden. Die Lieferketten haben sich angepasst, umgehen Engpässe und liefern – ein klassischer Fall von „Follow the money“.
Die neue Geografie der Chips
Die Landkarte der globalen Halbleiterproduktion wird neu gezeichnet. Nicht durch politische Reden, sondern durch Frachtcontainer und Langstreckenflüge. Die Industrie sucht sich ihren Weg, priorisiert Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit über alles andere. Wer liefern kann, gewinnt – und Südkorea liefert.
Ein Stich ins Herz der Bürokratie
Am Ende zählt, was auf der Frachtliste steht, nicht im Amtsblatt. Während sich Analysten in Quartalsberichten verlieren, bauen Maschinen die nächste digitale Revolution. Ein herber Denkzettel für jeden, der glaubt, die Zukunft ließe sich mit Zollsätzen steuern. Die Märkte haben ihr Urteil gefällt: Tech wartet auf niemanden.
Steigende Nachfrage nach Halbleitern treibt Exporte an
Halbleiter sind weiterhin das Rückgrat der südkoreanischen Exporte. Die Lieferungen in dieser Kategorie stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 42 Prozent, womit sich die Anfang des Jahres begonnene Erholung fortsetzte. Der rasante Ausbau von künstlicher Intelligenz, Cloud Computing und riesigen Rechenzentren hat einen Großteil der Nachfrage angetrieben.
Chiphersteller verzeichnen Bestellungen für High-End -Speicherprodukte, die Server in KI-Rechenzentren antreiben. Technologieunternehmen weltweit erweitern ihre Kapazitätsnetzwerke, um neue Anwendungen zu integrieren – ein Trend, der die Nachfrage nach High-End-Chips weiter ankurbelt.
Das erklärt zum Teil, warum selbst exportorientierte Volkswirtschaften Schwierigkeiten hatten, ihre eigene Chipindustrie aufzubauen, und die politische und wirtschaftliche Macht an einen der weltweit dominantesten Halbleiterproduzenten – Südkorea – verlagerten, nicht aber an viele andere, die noch relative Newcomer sind.
Der Bereich der drahtlosen Telekommunikation verzeichnete ebenfalls eintronQuartal. Er legte um fast 18 % zu, da Unternehmen in der gesamten Region ihre Ausgaben für den Ausbau ihrer Netze und die digitale Infrastruktur erhöhten. Diese Zuwächse konnten die Schwäche in einigen traditionelleren Geschäftsbereichen teilweise ausgleichen.
Die Erholung verlief unausgewogen und betraf alle Branchen gleichermaßen. Trotz verbesserter Handelsdaten und ungelöster globaler Handelsspannungen liegen die Autoexporte immer noch 13 % unter dem Vorjahreswert, da die Nachfrage in wichtigen Überseemärkten weiterhin schwach ist. Feuchtigkeitsempfindliche petrochemische Produkte wurden im Auslandsgeschäft aufgrund teurerer Rohstoffe, verhängter Absatzbeschränkungen und angespannter Marktsituation ebenfalls ersetzt.
Zölle und Währungsschwankungen belasten die Exportaussichten
Die anhaltende Handelsunsicherheit belastet südkoreanische Exporteure. Ende Oktober erzielten Seoul und Washington nach dreimonatigen Verhandlungen eine bahnbrechende Einigung über Zölle. Die Koreaner waren teilweise erleichtert, da die USA die Anwendung hoher Zölle auf koreanische Waren auf maximal 15 % begrenzten, anstatt strengere Handelsbarrieren für Korea einzuführen.
Die Zölle auf koreanische Autos und Autoteile wurden rückwirkend zum 1. November auf 15 % gesenkt. Diese Maßnahme geht auf eine Anfang des Monats im US-Bundesregister veröffentlichte Bekanntmachung zurück. Das Abkommen hat zwar eine gewisse Entlastung gebracht, die im alten Abkommen enthaltenen günstigen Bedingungen wurden jedoch nicht vollständig aufgehoben.
Selbst nach den Senkungen lägen die Zölle im Durchschnitt immer noch deutlich über dem Vorkriegsniveau. Exporteure sehen sich weiterhin mit höheren Kosten und sinkenden Gewinnmargen konfrontiert, insbesondere in preissensiblen Branchen wie der Automobil- oder Chemieindustrie. Wirtschaftsverbände warnen davor, dass die langfristige Zollbelastung Investitionen und Neueinstellungen hemmen könnte.
Obwohl sowohl die Gesamtinflation als auch die Kerninflation weiterhin über dem Zielwert der Bank von Korea von 2 % liegen, die koreanische Zentralbank und Regierungsvertreter gewarnt, dass bei einer anhaltend schwachen Währung die Kosten für Importe – insbesondere Energie und Rohstoffe – steigen werden. Die politischen Entscheidungsträger beobachten daher genau, ob die Stärke der Exporte dazu beitragen kann, diesen Inflationsdruck auszugleichen.
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