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Technologieunternehmen warnen: Explodierende Speicherkosten zwingen zu drastischen Preiserhöhungen

Technologieunternehmen warnen: Explodierende Speicherkosten zwingen zu drastischen Preiserhöhungen

Published:
2025-12-18 12:20:57
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Technologieunternehmen warnen davor, dass steigende Speicherkosten sie zu Preiserhöhungen zwingen werden.

Die Rechnung kommt – und sie wird an die Kunden weitergereicht. Tech-Riesen und Start-ups gleichermaßen stehen vor einer harten Realität: Die Kosten für Datenhaltung schießen in die Höhe und setzen die Margen unter Druck. Die einst als nahezu unendlich und billig wahrgenommenen Cloud- und Speicherdienste werden plötzlich zu einem signifikanten Kostenfaktor.

Die Kettenreaktion

Was als Problem bei den Hyperscalern begann, trifft nun die gesamte Wertschöpfungskette. Höhere Preise für Cloud-Infrastruktur zwingen SaaS-Anbieter, Entwicklerplattformen und Content-Dienste zur Neuberechnung ihrer Geschäftsmodelle. Die einfache Weitergabe der Kosten ist oft der einzige Hebel – Kundenbindung hin oder her.

Ein Paradigmenwechsel

Das Zeitalter des 'Storage-at-all-costs' ist vorbei. Unternehmen müssen jetzt jedes Byte rechtfertigen, Datenbereinigung wird vom Nebenschauplatz zur Kernkompetenz. Architekturen, die auf Effizienz getrimmt sind, gewinnen an Bedeutung, während datenhungrige KI-Modelle die Budgets zusätzlich strapazieren.

Die Investorenfrage

Wie reagieren die Märkte? Bisher mit einem Schulterzucken – Tech-Aktien bewegen sich weiterhin nach ihrer eigenen Logik, getrieben von KI-Hype und Zinserwartungen. Die fundamentale Erosion der Profitabilität durch steigende operative Kosten scheint ein Detail zu sein, das man gerne übersieht, solang das Wachstumsnarrativ stimmt. Ein klassischer Fall von 'Revenue über alles' – bis die Musik stoppt.

Die Branche steht an einem Wendepunkt. Wer die steigenden Speicherkosten nicht in Produktivität oder höhere Preise ummünzen kann, wird zurückfallen. Die nächste Quartalsbilanz wird für viele unangenehme Wahrheiten liefern.

Neue Fabriken werden bald nicht helfen.

Der Bau weiterer Chipfabriken wäre hilfreich. Doch solche Werke entstehen nicht über Nacht. Micron-CEO Sanjay Mehrotra gab am Mittwoch bekannt, dass das Unternehmen Anfang nächsten Jahres mit dem Bau einer neuen Anlage im Norden des Bundesstaates New York beginnen wird. Erwarten Sie jedoch nicht, dass dort schon bald Chips vom Band laufen werden. Die Produktion wird voraussichtlich erst 2030 anlaufen.

Micron investiert massiv in den Ausbau der Produktion an anderen Standorten. Das Unternehmen plant, in diesem Geschäftsjahr rekordverdächtige 20 Milliarden US-Dollar für die Kapazitätserweiterung auszugeben. In den vergangenen fünf Jahren beliefen sich die jährlichen Ausgaben im Durchschnitt auf etwas über 10 Milliarden US-Dollar.

Das reicht immer noch nicht. Mehrotra glaubt nicht, dass selbst diese massiven Investitionen den Bedarf an KI-Speicher mit hoher Bandbreite decken werden. „Wir gehen davon aus, dass das Gesamtangebot der Branche die Nachfrage auf absehbare Zeit deutlich unterschreiten wird“, sagte er in der Telefonkonferenz.

Technologieunternehmen schlagen Alarm

Computerhersteller ahnen, was auf sie zukommt. Jeff Clarke, Chief Operating Officer von Dell, äußerte sich letzten Monat zu der Situation. „Wir werden alles daransetzen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten“, sagte er. „Fakt ist aber, dass die Kostenbasis für alle Produkte steigt.“

HP hatte bereits im letzten Monat eine eigene Warnung ausgesprochen. Steigende Speicherkosten könnten die Betriebsgewinne im laufenden Geschäftsjahr an den unteren Rand ihrer langfristigen Spanne drücken, teilten Führungskräfte den Investoren mit.

Werden also die Verbraucher den Preis zahlen? Nun ja, irgendjemand muss ja für all das bezahlen.

Die Smartphone-Branche sieht sich bereits mit Schwierigkeiten konfrontiert. Counterpoint Research hat seine Prognose Anfang der Woche angepasst. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Rückgang der Smartphone-Verkäufe um 2,1 % im nächsten Jahr. Zuvor war ein leichter Anstieg prognostiziert worden. Besonders betroffen sind High-End-Smartphones

Sogar Videospiele sind von diesem Problem betroffen. Die Nintendo-Aktie ist im letzten Monat um 18 % gefallen. Doug Creutz, Analyst bei TD Cowen, führt dies hauptsächlich auf die Sorgen um die Speicherpreise zurück. Er hat die Zahlen durchgerechnet: Sollten die Speicherkosten um 40 US-Dollar pro Switch 2-Konsole steigen, würde dies seine Prognose für den Vorsteuergewinn von Nintendo im Geschäftsjahr bis März 2027 um etwa 20 % reduzieren.

Seine Vermutung? Nintendo könnte stattdessen den Preis der Switch 2 um 50 Dollar erhöhen, um die Kosten zu decken.

Mario-Fans werden darüber nicht erfreut sein. Doch für Micron spielen die Gesetze der Wirtschaft in die Hände. Angebot und Nachfrage treiben das Unternehmen zu Rekordgewinnen.

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