Zentralafrikanische Republik: Studie warnt vor undurchsichtigen digitalen Währungsprogrammen – ausländische Kriminelle könnten vor Wahlen am 28. Dezember Staatseigentum beschlagnahmen

Ein digitaler Goldrausch mit düsterem Beigeschmack: Die Zentralafrikanische Republik, ein Pionier bei staatlichen Kryptowährungen, steht vor einem gefährlichen Scheideweg. Ihre undurchsichtigen Programme könnten die Tür für ausländische Kriminelle weit aufstoßen – just zum Wahltermin am 28. Dezember.
Das Risiko: Staatseigentum als Beute
Die Warnung kommt aus einer aktuellen Studie. Der Kernvorwurf: Mangelnde Transparenz und schwache Regulierung schaffen ein perfektes Einfallstor für finanzielle Übergriffe. Das Ziel der Kriminellen? Nichts Geringeres als die Beschlagnahmung von staatlichen Vermögenswerten. Ein Albtraum für jede Volkswirtschaft, der hier durch digitale Schlupflöcher möglich wird.
Ein gefährliches Timing
Der 28. Dezember ist kein zufälliges Datum. Es markiert den Tag der Wahlen, einen Moment natürlicher politischer Spannung und möglicher Ablenkung. Für Kriminelle, die im Schatten der Blockchain operieren, ist das die ideale Gelegenheit zuzuschlagen. Sie nutzen die Komplexität der Technologie als Tarnung – ein klassischer Fall, bei dem Innovation ohne robuste Sicherheitsvorkehrungen nach hinten losgeht.
Die Lehre für den Finanzsektor
Dieser Fall ist eine Lehrstunde für die gesamte digitale Asset-Branche. True Financial Sovereignty entsteht nicht durch blinde Adoption, sondern durch transparente Infrastruktur und regulatorische Klarheit. Projekte, die diese Grundsätze missachten, werden am Ende zum Spielball derer, die sie eigentlich umgehen wollten – ein teures Lehrgeld, das oft die Bürger bezahlen. Die Zukunft der Finance liegt in der Verbindung von Offenheit und Innovation, nicht in undurchsichtigen Parallelsystemen.
Sango Coin bricht zusammen – Gelder von Anlegern verschwunden
Das erste Programm, das sogenannte Sango-Coin-Projekt , sollte Bangui in eine moderne Stadt verwandeln und die nationalen Straßen und Gebäude sanieren. Geplant war unter anderem die Vergabe der Staatsbürgerschaft, eines Online-Aufenthaltstitels und von Land an Investoren.
Das Verfassungsgericht stoppte diese Angebote jedoch im August 2022, kurz nach dem Start des Programms. Das Projekt scheiterte kläglich und verkaufte laut GI-TOC innerhalb eines Jahres lediglich 10 % der angestrebten 210 Millionen Token im Wert von unter 2 Millionen Euro.
Das Sango Project schrieb im April auf X, dass es nicht wie bisher weitergehen würde und eine „neue Richtung“ einschlagen würde, nannte aber keine Details.
Was mit dem eingezahlten Geld geschah, bleibt unbekannt, so die Studie.
$CAR-Münze mit intransparenten Grundstücksverkäufen verknüpft
Das zweite Programm, $CAR genannt, wurde im Februar gestartet. Dabei handelt es sich um eine Meme-Münze, die weltweit Aufmerksamkeit erregen und dem Land zu wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen soll. Diese Münzen sind für ihre starken Kursschwankungen bekannt und greifen häufig populäre Marken oder Internettrends auf.
Der Start verlief von Anfang an holprig, da die Internetadresse nur wenige Stunden nach Beginn abgeschaltet wurde. Seitdem wurden mit $CAR digitale Grundstücke erworben, doch ob diese Verkäufe dem Staatshaushalt Einnahmen beschert haben, ist laut GI-TOC unklar.
Die Studie warnte davor, dass die Pläne der Regierung, das Programm auf Schürfrechte für Diamanten, Gold und Öl auszuweiten, ohne nennenswerte Kontrollen darüber, wer die Käufer sind, oder Vorkehrungen gegen Geldwäsche, dazu führen könnten, dass Bodenschätze an internationale Kriminelle verkauft werden.
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