CoreWeave-Aktie stürzt um 61 % ab – Schuldenängste und Verzögerungen schüren Panik
Der KI-Infrastruktur-Riese CoreWeave erlebt einen brutalen Absturz. Die Aktie bricht um 61 % ein, während sich Sorgen über die Schuldenlast und Projektverzögerungen verdichten.
Die Schuldenfrage
Investoren fragen sich plötzlich, wie nachhaltig das aggressive Wachstum finanziert ist. Die Bilanz steht unter dem Mikroskop, und die Märkte haben wenig Geduld für Unklarheiten. Ein klassischer Fall von 'wachse jetzt, zahle später' – bis die Rechnung kommt.
Verzögerungen als Brandbeschleuniger
Projektverzögerungen wirken in dieser angespannten Lage wie ein Brandbeschleuniger. Sie nähren Zweifel an der operativen Exzellence und der Fähigkeit, ambitionierte Roadmaps einzuhalten. In der Tech-Welt ist ein versprochener Zeitplan, der nicht eingehalten wird, oft das erste Anzeichen für tiefere Probleme.
Ein Weckruf für den Hype-Sektor
Der Sturz von CoreWeave ist mehr als nur eine Unternehmensgeschichte. Es ist ein Weckruf für einen gesamten Sektor, der oft mit Bewertungen gehandelt wird, die mehr auf Zukunftsvisionen als auf heutigen Fundamentaldaten basieren. Die Finanzwelt erinnert sich mal wieder daran, dass auch die vielversprechendste Technologie den Gesetzen der Schuldentilgung unterliegt. Letztendlich zählt bei allen KI-Träumen immer noch die harte Realität von Cashflow und Fristen.
Investoren äußern Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit des Unternehmens von hochverzinslichen Schulden.
Berichten zufolge wurde der Kurssturz durch eine gescheiterte Fusion mit dem Rechenzentrumsbetreiber Core Scientific, Verzögerungen beim Infrastrukturausbau und scharfe Kritik des Leerverkäufers Jim Chanos ausgelöst. Auslöser war, dass Core Scientific, einer der Hauptrechenzentrumsbetreiber von OpenAI, den geplanten Ausbau des Rechenzentrums Dent
Darüber hinaus befürchten Investoren, dass das Unternehmen stark auf hochverzinsliche Schulden angewiesen ist, um den Kauf fortschrittlicher KI-Chips von Nvidia zu finanzieren, und Rechenleistung an Großkunden vermietet.
Das Unternehmen ist zudem für den Großteil seines Umsatzes von wenigen Großkunden wie OpenAI, Microsoft und Meta abhängig. Gleichzeitig steigen die Investitionsausgaben schneller als der Umsatz, was die Befürchtungen einer KI-Blase verstärkt.
Als CoreWeaves Plan zur Übernahme von Core Scientific für 9 Milliarden US-Dollar Ende Oktober scheiterte, sank das Vertrauen der Anleger weiter. Core Scientific (CORZ), ein ehemaliges Bitcoin Mining-Unternehmen, das heute Rechenzentren vermietet, lehnte das Angebot ab, nachdem Aktionäre gewarnt hatten, dass sie dadurch dem Risiko des volatilen Aktienkurses und der übermäßigen Verschuldung von CoreWeave ausgesetzt wären.
CoreWeave schloss unterdessen im Minus , da sich der zuvor boomende Markt für KI-Infrastruktur weiter abkühlt. Die Aktie schloss bei 69,59 US-Dollar, ein Minus von 3,81 % im Tagesverlauf. Der Kurs schwankte an diesem Tag zwischen 67,92 und 71,42 US-Dollar, wobei rund 13,33 Millionen Aktien den Besitzer wechselten.

Neben CoreWeave erlitten auch andere KI-Unternehmen ein ähnliches Schicksal. Die Broadcom-Aktie fiel am Montag um 5,6 %, nachdem sie bereits am Freitag um 11 % eingebrochen war. Damit liegt sie nun 18 % unter ihrem Rekordhoch vom Mittwoch. Oracle verlor am Montag 2,7 % und liegt nun 17 % unter dem Wert der letzten drei Handelstage. Seit dem 10. September hat das Unternehmen 46 % seines Wertes eingebüßt.
CoreWeave steht vor einer Bewertungskrise
Als Reaktion auf diese Probleme hat Mizuho sein Kursziel für CoreWeave angepasst. Dies spiegelt eine revidierte Prognose für den Softwarebereich im Jahr 2026 wider.
Der DA Davidson-Analyst Gil Luria erklärte außerdem, CoreWeave weise eine der schlechtesten Bilanzen im Technologiesektor auf. Er empfiehlt die Aktie zum Verkauf und sieht ein Kursziel von 36 US-Dollar, was einem Abwärtspotenzial von 50 % entspricht. Luria merkte an, dass die operative Marge des Unternehmens von 4 % nicht ausreiche, um die Zinszahlungen zu decken, was Zweifel an zukünftigen Gewinnen aufkommen lasse.
Cathie Woods ARK Investment hingegen setzt auf die Zukunft von CoreWeave und erwarb 137.000 Aktien. Daniel Ives, Analyst bei Wedbush, erklärt, dass das Unternehmen von der aktuell höheren Nachfrage nach KI-Rechenkapazität, einschließlich GPUs und anderer Spezialkomponenten, profitieren wird. Er nahm CoreWeave zudem in seine Liste der „30 wichtigsten KI-Projekte für 2026“ auf.
Darüber hinaus hat der Roth-MKM-Analyst Rohit Kulkarni die Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 110 US-Dollar in seine Analyse aufgenommen. Dies entspricht einem potenziellen Kursanstieg von 52 % gegenüber dem aktuellen Niveau. Kulkarni prognostiziert, dass CoreWeave einen der vier größten Marktanteile im riesigen Markt für KI-Cloud-Dienste erreichen wird, der schneller wachsen soll als der herkömmliche Internet-Cloud-Markt.
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