FSOC streicht Krypto-Assets von der Risikoliste – Wendepunkt oder regulatorische Augenwischerei?

Die Financial Stability Oversight Council (FSOC) hat in ihrem jüngsten Jahresbericht eine bemerkenswerte Kurskorrektur vollzogen: Krypto-Assets tauchen nicht mehr als eigenständiges Finanzrisiko auf.
Ein symbolischer Akt mit realen Konsequenzen
Die Streichung aus der offiziellen Risikoliste ist mehr als nur eine redaktionelle Änderung. Sie signalisiert eine veränderte Wahrnehmung auf regulatorischer Ebene – zumindest auf dem Papier. Statt Krypto als monolithische Bedrohung zu behandeln, scheint der Fokus nun auf spezifischen Anwendungen und Marktmechanismen zu liegen.
Die Märkte reagieren gelassen
Die Nachricht traf auf einen Markt, der andere Sorgen hat. Während traditionelle Finanzinstitute mit Zinserwartungen und geopolitischen Spannungen kämpfen, zeigt der Kryptosektor eine bemerkenswerte Resilienz. Ein Wink mit dem Zaunpfahl für jene, die noch immer auf einen systemischen Kollaps durch digitale Assets wetten.
Regulierung im Schneckentempo trifft auf Lichtgeschwindigkeitstechnologie
Die langsame Anpassung regulatorischer Rahmenwerke steht in krassem Kontrast zur Innovationsgeschwindigkeit der Branche. Während Behörden Berichte umschreiben, launcht die nächste DeFi-Generation bereits Protokolle, die niemand mehr versteht – nicht einmal ihre Entwickler.
Das Fazit: Eine Liste weniger macht noch keine stabile Finanzarchitektur. Aber sie zeigt, dass selbst behördliche Risikokataloge halb so lang sind wie die Warteliste für das nächge 'Game-Changing' Fintech-IPO, das dann doch nur eine glorifizierte Datenbank ist.
FSOC zufolge legte der GENIUS Act den Grundstein für die Kryptoregulierung.
Der FSOC-Bericht von 2025 hob den GENIUS Act als das Gesetz hervor, das den bundesweiten Rahmen für die Regulierung von Stablecoin-Zahlungen schuf. Das Gesetz schreibt die Offenlegung aller Reserven zu 100 % sowie die Aufsicht durch verschiedene Behörden vor, darunter die Federal Reserve, das Office of the Controller of the Budget und die Federal Deposit Insurance Corporation.
Die Trump-Regierung verfolgte eine kryptofreundliche Haltung und drängte die Aufsichtsbehörden, frühere, pauschale Warnungen an Finanzinstitute bezüglich ihrer Beteiligung an Krypto-Aktivitäten zurückzuziehen. Der im Juli vomdentunterzeichnete GENIUS Act positioniert nun konforme Stablecoins als Stütze des US-Dollars im internationalen Finanzsystem. Laut dem FSOC-Bericht 2025 wird die fortgesetzte Verwendung von auf Dollar lautenden Stablecoins die Position des Dollars in den globalen Wirtschaftssystemen stärken.
Der FSOC- Bericht vermeidet es hingegen, explizite Schwachstellen wie eine mögliche Ansteckung durch Stablecoins oder Verbindungen zum Spotmarkt aufzuzeigen. Dies steht im Gegensatz zum FSOC-Bericht von 2024, der eine Zustimmung des Kongresses zur Regulierung von Stablecoins und Spotmärkten empfohlen hatte. Der Abschnitt zu digitalen Vermögenswerten des Berichts von 2025 enthält einen Unterabschnitt zu „Weiteren Maßnahmen“, der auf den Bericht Arbeitsgruppe des dent zu Kryptoaktivitäten in den USA und die Agenda der Regierung zur Förderung von Innovationen und zur Stärkung der amerikanischen Führungsrolle im Bereich digitaler Finanztechnologien verweist.
dent Donald TRUMP erließ im Januar die Exekutivanordnung 14178, mit der er Bidens Richtlinie aufhob. Diese Anordnung führte ein verantwortungsvolles Wachstum digitaler Vermögenswerte ein und verbot gleichzeitig die Ausgabe einer digitalen Zentralbankwährung. Zu den weiteren regulatorischen Maßnahmen, die 2025 angekündigt wurden, gehört die Aufhebung des Staff Accounting Bulletin 121 durch die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) mittels SAB 122. Dadurch entfallen die Bilanzierungspflichten für verwahrte Krypto-Assets.
Die EU warnt davor, dass Stablecoins bei unzureichender Regulierung ein Risiko für ein systemisches Finanzsystem darstellen.
Das OCC veröffentlichte Anfang des Jahres Richtlinien, die Banken zur Durchführung bestimmter Krypto-Transaktionen ermächtigten, und erteilte Unternehmen wie Circle, Ripple, Paxos, BitGo und Fidelity Digital Assets vorläufige Treuhandlizenzen. Der Bericht für 2025 förderte das institutionelle Wachstum, insbesondere bei Spot- Bitcoin und Ethereum -ETFs sowie tokenisierten Vermögenswerten. Diese Märkte und Institutionen entwickelten sich 2025 positiv.
Laut dem FSOC- Bericht 2025 können Stablecoins illegale Finanztransaktionen erleichtern; die meisten On-Chain-Aktivitäten sind jedoch transparent und legitim. Der Bericht fordert die fortgesetzte Durchsetzung der Vorschriften, ohne dabei die rechtmäßige Nutzung von Krypto-Assets zu blockieren. Er befürwortet zudem die Weiterentwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen in den Bereichen Verwahrung, Geldwäschebekämpfung und Blockchain-Technologie. Aktuelle Rahmenwerke wie der GENIUS Act ermöglichen eine kontrollierte Teilnahme am Ökosystem digitaler Assets.
Weltweit haben der Finanzstabilitätsrat (FSB) und die Financial Action Task Force (FATF) Bedenken hinsichtlich der fragmentierten Aufsicht und illegaler Finanzströme geäußert. So haben beispielsweise europäische Regulierungsbehörden vor den systemischen Risiken von Stablecoins gewarnt. Laut einem Bericht warnte Pierre Gramegna, Geschäftsführer des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), im Oktober davor, dass Stablecoins die globale Finanzstabilität gefährden könnten, wenn sie unreguliert blieben. Gramegna forderte, Stablecoins an Zentralbankgeld zu koppeln, bevor sie breite Akzeptanz finden, um das Risiko eines Zusammenbruchs des gesamten Finanzsystems – nicht nur in Europa – zu vermeiden.
Auch Großbritannien hat signalisiert, dass es Kryptowährungen AB 2027 regulieren wird und sich damit dem US-amerikanischen Ansatz anschließt. Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA hat Premierminister Keir Starmer aufgefordert, der Regulierung von Stablecoins Priorität einzuräumen.
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