Bitcoin Rodney: Erweiterte Anklagen im 1,8-Milliarden-Dollar-HyperFund-Betrugsskandal

Die Anklagebehörden verschärfen den Druck. Neue, erweiterte Vorwürfe treffen 'Bitcoin Rodney' – eine Schlüsselfigur im HyperFund-Desaster. Das angebliche Investmentprogramm, das einst schnelle Renditen versprach, entpuppt sich als eines der größten Betrugsschemata der Kryptogeschichte.
Das Fundament aus Luft
HyperFund lockte Anleger mit dem Versprechen astronomischer, passiver Erträge aus Krypto-Mining und Blockchain-Investments. Die Realität? Ein klassisches Schneeballsystem, das laut Ermittlern rund 1,8 Milliarden Dollar an Investorengeldern einsammelte. Die versprochenen Gewinne wurden nicht durch reale Erträge, sondern durch ständig neuen Cashflow von späteren Investoren finanziert – ein Spiel, das zwangsläufig zusammenbrechen musste.
Die juristische Rechnung
Die erweiterten Anklagen signalisieren eine Intensivierung der Ermittlungen. Sie zielen nicht nur auf die anfänglichen Betrugsvorwürfe ab, sondern dürften auch Aspekte wie Geldwäsche und die gezielte Täuschung von Zehntausenden von Investoren umfassen. Ein klarer Fall für die Aufsichtsbehörden, die zeigen wollen, dass Wildwest-Methoden im digitalen Finanzraum Konsequenzen haben.
Ein Schatten über der Branche
Solche Skandale sind Gift für das Ökosystem. Sie bestätigen die schlimmsten Vorurteile skeptischer Traditionalisten und lenken von den legitimen Innovationen der Blockchain-Technologie ab. Während seriöse Projekte an Infrastruktur und Nutzen arbeiten, hinterlassen Betrüger wie HyperFund eine Schneise der Zerstörung und enttäuschter Anleger – eine teure PR-Rechnung für die gesamte Branche. Letztlich beweist der Fall vor allem eines: In einem Raum, der Dezentralisierung predigt, bleibt die zentrale, alte Frage entscheidend: Wem kann man trauen?
Erweiterte Bundesanklage gegen Bitcoin Rodney: 11 Anklagepunkte
Wird Burton in allen Anklagepunkten verurteilt, drohen ihm vor einem Bundesgericht bis zu 20 Jahre Haft für die Verschwörung zum Drahtbetrug und jeden einzelnen Fall von Drahtbetrug, dazu 10 Jahre für jeden einzelnen Fall von Geldwäsche und fünf Jahre für das Vergehen der unerlaubten Geldüberweisung.
Die Anklagepunkte stellen eine erhebliche Verschärfung der ursprünglichen Strafanzeige gegen Burton dar, die im Januar 2024 eingereicht wurde und aus zwei Anklagepunkten im Zusammenhang mit unlizenzierter Geldüberweisung bestand, die jeweils eine Höchststrafe von fünf Jahren vorsahen.
Burton wurde im Januar 2024 am internationalen Flughafen von Miami mit einem One-Way-Ticket in die Vereinigten Arabischen Emirate festgenommen und befindet sich seitdem in Haft, nachdem ein Bundesrichter seinen Antrag auf Kaution abgelehnt hatte, da er ein „extremes Fluchtrisiko“ darstelle.
Das 1,8 Milliarden Dollar schwere HyperFund-System finanzierte angeblich einen luxuriösen Lebensstil und nicht den Bergbau.
Von Juni 2020 bis Mai 2024 verwalteten Burton und seine Mitverschwörer den HyperFund, bei dem es sich laut Gerichtsakten nach Angaben der Staatsanwaltschaft um eine legitime Kryptowährungs-Investitionsplattform namens HyperVerse handelte.
Das System versprach Anlegern angeblich tägliche Renditen von 0,5 % bis 1 %, mit dem Ziel, ihre anfänglichen Investitionen nahezu zu verdoppeln oder zu verdreifachen, und behauptete, dass Investitionen in riesige Krypto-Mining-Operationen getätigt werden könnten.
Laut Staatsanwaltschaft handelte es sich um eine Fassade; die Minenbetriebe seien gar nicht in Betrieb gewesen. In einer ergänzenden Anklage wird Burton vorgeworfen, die Gelder der Investoren für Luxuswohnungen, Sportwagen und eine Yacht ausgegeben zu haben. Burtons Prozess ist für März nächsten Jahres angesetzt.
Burton genoss in der Krypto-Community hohes Ansehen und veranstaltete 2021 ein Event in Miami mit Daymond John von „Shark Tank“ und dem Sänger Akon. Er trat regelmäßig in den sozialen Medien an der Seite von Prominenten wie Jamie Foxx und Rick Ross auf. Laut Gerichtsakten wurde er bereits einmal wegen Verschwörung zum Kokainhandel verurteilt.
Er erklärte vor Gericht, er habe dies als ein seriöses Geschäft betrachtet. Mitgründer und australischer Unternehmer Xue Lee, auch bekannt als Sam Lee, habe, so seine Aussage, eine „ausgeklügelte Täuschung“ inszeniert, um sowohl seine Investoren als auch Burton selbst zu täuschen.
Lee und die Promoterin Brenda „Bitcoin Beautee“ Chunga wurden im Januar 2024 von der SEC wegen Betrugs und nicht registrierter Wertpapierangebote angeklagt. Früheren Berichten zufolge hat Chunga sich bereit erklärt, sich schuldig zu bekennen, während Lee noch auf freiem Fuß ist.
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