SEC-Chef stellt klar: Die meisten ICOs sollten nicht als Wertpapiere reguliert werden

Ein klares Signal für den Kryptomarkt: Der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC positioniert sich gegen eine pauschale Einordnung von Initial Coin Offerings als Wertpapiere.
Die regulatorische Grauzone schrumpft
Seine Aussage schafft dringend benötigte Klarheit in einem Bereich, der bisher von regulatorischer Unsicherheit geprägt war. Für viele Projekte bedeutet dies weniger bürokratische Hürden und schnellere Entwicklungszyklen – während traditionelle Finanzinstitute weiterhin über ihre nächsten PowerPoint-Folien brüten.
Was bedeutet das für Investoren?
Die Unterscheidung zwischen Sicherheitstoken und Utility-Token gewinnt an Schärfe. Projekte mit klarem Nutzen und dezentraler Struktur können aufatmen, während reine Kapitalbeschaffungsinstrumente weiter unter strenger Beobachtung bleiben. Ein Schritt in Richtung erwachsener Marktstrukturen, der langfristig mehr institutionelles Kapital anziehen könnte.
Die Balance zwischen Innovation und Schutz
Die Herausforderung bleibt: Wie schützt man Anleger vor unseriösen Projekten, ohne legitime Innovation zu ersticken? Die SEC scheint einen Mittelweg zu suchen – weniger pauschale Regulierung, mehr fallbezogene Bewertung. Ein Ansatz, der in der traditionellen Finanzwelt selten ist, wo man Risiken lieber wegreguliert, als sie zu verstehen.
Die Botschaft ist klar: Nicht jede digitale Asset-Emission ist ein Wertpapier. Und das ist genau die Art von differenzierter Betrachtung, die dieser Markt braucht, um aus den Kinderschuhen zu wachsen – während Wall-Street-Banker noch darüber diskutieren, ob Blockchain etwas mit Blockhäusern zu tun hat.
Atkins signalisiert einen bedeutenden Kurswechsel der SEC in Bezug auf Kryptowährungen
Atkins bezog sich auf eine Token-Taxonomie , in der er die Kryptoindustrie in vier allgemeine Token-Typen unterteilte. Von diesen vier Kategorien argumentierte Atkins im Vormonat, dass drei – Netzwerk-Token, digitale Sammlerstücke und digitale Werkzeuge – nicht als Wertpapiere an sich betrachtet werden sollten.
Am Dienstag erklärte Atkins, dass ICOs, die diese drei Token-Kategorien betreffen, ebenfalls als Nicht-Wertpapiertransaktionen zu behandeln seien und somit nicht der SEC-Regulierung unterliegen würden.
Die einzige Kategorie von Token, die laut Aussage des SEC-Vorsitzenden von seiner Behörde im Zusammenhang mit ICOs reguliert werden sollte
„ICOs berühren alle vier Themenbereiche“, sagte Atkins. „Drei dieser Bereiche fallen in den CFTC , daher überlassen wir ihnen diese Angelegenheit und konzentrieren uns auf tokenisierte Wertpapiere.“
Diese Entwicklung könnte einen bedeutenden Vorteil für Unternehmen darstellen, die Kapital durch die Schaffung und den Verkauf von Token an Investoren und die Öffentlichkeit beschaffen wollen.
Die meisten ICOs könnten sich durch die neue Taxonomie der Aufsicht der SEC entziehen.
ICOs waren während des Krypto-Booms 2017 der letzte Schrei – bis die SEC, während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump, dem lukrativen Finanzierungsmechanismus einen Strich durch die Rechnung machte, indem sie dent ICO - Emittenten verklagte , weil diese illegal nicht registrierte Wertpapiere verkauften.
Atkins' Äußerungen vom Dienstag deuten darauf hin, dass der Trend wieder an Popularität gewinnen könnte, unabhängig von einem Gesetz zur Strukturierung des Kryptomarktes . Laut Atkins' Vorschlag zur Taxonomie würden die meisten Kryptotoken nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der SEC fallen. Stattdessen würden sie, zusammen mit zahlreichen ähnlich strukturierten ICOs, wahrscheinlich von der weniger strengen CFTC beaufsichtigt.
Atkins' Strategie wirft auch ein neues Licht auf den alten Streit zwischen der SEC und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) um die Zuständigkeit. Da die meisten Token in den Zuständigkeitsbereich der CFTC fallen, einer Behörde mit weniger strengen Durchsetzungsbefugnissen, könnte der Vorschlag die zentrale Rolle der SEC bei der Kryptoregulierung weiter schwächen. Einige Rechtsexperten argumentieren, dass dieser Schritt die umfassenderen Bemühungen des Kongresses widerspiegelt, die CFTC zu stärken, damit sie die Regulierung digitaler Rohstoffe in einem regulatorischen Umfeld vorantreibt, das der Kryptoregulierung in Großbritannien und Teilen Asiens ähnlicher ist.
Zu den Token, die laut Atkins nicht als Wertpapiere eingestuft werden sollten, gehören solche, die mit dezentralen Blockchain-Netzwerken verbunden sind, Token, die an „Internet-Memes, Charaktere, aktuelle Ereignisse oder Trends“ gekoppelt sind, und Token, die einem praktischen Zweck dienen, wie z. B. Eintrittskarten oder Mitgliedschaften.
Token, die mit dezentralen Netzwerken, der Internetkultur oder praktischen Anwendungen – beispielsweise Tickets oder Mitgliedschaften – in Verbindung stehen, könnten daher für ICOs geeignet sein. Atkins merkte im Juli an, dass die Initiative „Project Crypto“ der SEC ICO-Aktivitäten durch Ausnahmen und Safe-Harbor-Regelungen ebenfalls unterstützen könnte.
Der Senat debattiert noch immer über ein Gesetz zur Marktstruktur, doch die Akteure der Branche scheinen Fortschritte zu erzielen. Letzten Monat startete Coinbase nach der 375 Millionen Dollar schweren Übernahme von Echo , die es US-Privatanlegern ermöglicht, auf neu geschaffene Token zuzugreifen.
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