Frankreichs Finanzwächter öffnet Tür: Krypto-ETNs jetzt für Privatanleger freigegeben

Die französische Finanzmarktaufsicht AMF hat die Regeln gedreht – und gibt damit grünes Licht für den Vertrieb kryptoindexierter Exchange Traded Notes (ETNs) an Privatanleger. Ein strategischer Schachzug, der den Zugang zu digitalen Assets massiv demokratisiert.
Was das im Klartext bedeutet
Bisher waren diese speziellen Finanzprodukte, die die Performance eines Kryptoindex wie den eines großen Börsenplatzes nachbilden, in Frankreich oft nur institutionellen Investoren vorbehalten. Die AMF lockert diese Beschränkung jetzt. Privatanleger können damit indirekt in einen diversifizierten Korb von Kryptowährungen investieren, ohne die Coins direkt kaufen und verwahren zu müssen. Es ist der Versuch, die wilde Welt der Kryptos in das geregelte Ökosystem traditioneller Finanzprodukte zu integrieren.
Ein Schritt mit Signalwirkung
Die Entscheidung fällt nicht aus heiterem Himmel. Sie folgt einem klaren europäischen Trend zur Regulierung und Mainstream-Integration von Krypto-Assets. Frankreich positioniert sich damit aktiv als ein potenzielles Zentrum für digitale Finanzinnovation in der EU – ein Wink mit dem Zaunpfahl an andere Aufseher. Für Anleger bedeutet es mehr Auswahl und einen vermeintlich „sicheren“ Einstiegspunkt, auch wenn man das bei allem, was mit Krypto zu tun hat, in Anführungszeichen setzen sollte.
Die andere Seite der Medaille
Experten sehen darin einen zweischneidigen Schwert. Zwar steigt die Verfügbarkeit und Legitimität, doch ETNs bringen ihre eigenen Risiken mit: Emittentenrisiko, Kosten und die Tatsache, dass man letztlich ein Schuldpapier und nicht den underlying Asset hält. Es ist der klassische Finanz-Trick: Man verpackt das Komplexe in etwas Vertrautes und verkauft es teurer weiter. Die wahre Dezentralisierung? Die findet woanders statt.
Fazit: Die Mauern bröckeln weiter. Während Puristen den direkten Besitz von Coins predigen, ebnet die AMF mit ihrer Entscheidung den Weg für den nächsten großen Zufluss von Privatkapital in den Kryptomarkt. Ob das die Volatilität dämpft oder nur das nächste Spekulationsfieber entfacht, wird die Zeit zeigen. Eines ist sicher: Die traditionelle Finanzwelt umarmt die Krypto-Revolution – und macht dabei wie immer erstmal ihr eigenes Geschäft.
Was hat sich bei den französischen Krypto-Regulierungen geändert?
Regulierungsbehörden und große Finanzinstitute in ganz Europa arbeiten daran, den Zugang für Privatanleger zu erweitern.
Im Anschluss an den Bericht gab CoinShares bekannt, dass seine physische Plattform den europäischen Krypto-ETP-Markt mit Nettozuflüssen von über einer Milliarde Dollar seit Jahresbeginn anführt.
„Die USA waren Vorreiter bei der Zulassung von Spot-ETFs, aber Europa leistete Pionierarbeit in diesem Sektor, den wir mit dem ersten regulierten Bitcoin erklärte Jean-Marie Mognetti, CEO von CoinShares .
Er sagte weiter, die Herausforderung bestünde in den Regeln für den Einzelhandelszugang, die sich von Land zu Landmaticunterscheiden und trotz Europas zehnjährigem Vorsprung eine einheitliche Anwendung verhindert hätten.
Die angepassten Regeln der AMF beziehen sich auf die Art von Krypto-Assets wie Bitcoin, Ether und andere Krypto-Assets, die Anforderungen hinsichtlich Marktkapitalisierung, durchschnittlichem Handelsvolumen und der Regulierung der Plattformen erfüllen, auf denen diese Krypto-Assets gehandelt werden können.
Die AMF plant, diese Änderung der Richtlinien in der ersten Hälfte des Jahres 2027 zu überprüfen.
Auch Großbritannien ändert seine Regeln für Krypto-Investitionen.
berichtete bereits , dass die britische Finanzaufsichtsbehörde (FCA) im Rahmen einer Initiative zur Stärkung der britischen Anlagekultur klarere Unterscheidungen zwischen Privat- und Berufsanlegern anstrebt. Die FCA kündigte ihr Maßnahmenpaket am 8. Dezember an, das Unternehmen mehr Sicherheit im Umgang mit erfahrenen Kunden geben soll.
Den Vorschlägen zufolge können Unternehmen künftig mit professionellen Anlegern außerhalb der Beschränkungen der Privatkundenregulierung, einschließlich der Verbraucherschutzpflicht, zusammenarbeiten. Lediglich Privatpersonen mit cash von mindestens 10 Millionen Pfund können sich von der Verbraucherschutzpflicht befreien lassen; Unternehmen müssen zudem nachweisen, dass ihre Kunden dieser Regelung nach umfassender Aufklärung zustimmen.
Für Privatanleger ersetzt die FCA die Offenlegungspflichten für EU-PRIIPs (Packaged Retail Investment Products) und OGAW (Organismen für Kapitalanlagen in den USA) durch ein neues System für Verbraucher-Investitionen, das auf den Grundsätzen der Verbraucherpflicht basiert. Das neue System tritt am 8. Juni 2027 in Kraft.
„Die heutigen Maßnahmen unterstützen eine Kultur des Anlagerisikos über das gesamte Spektrum hinweg und gewährleisten, dass Privatkunden informierte und ansprechende Informationen erhalten, während gleichzeitig für professionelle Märkte klarere defidurchtrac, informierte Einwilligung und verhältnismäßige Aufsicht definiert werden“, sagte Simon Walls, Executive Director Markets bei der FCA.
Nach der Entscheidung Großbritanniens zu Krypto-ETNs notierte die Londoner Börse mehrere Krypto-ETNs von Emittenten wie 21Shares, WisdomTree und ETC Group, die zuvor nur professionellen Anlegern zugänglich waren.
Diese Produkte sind nun für Privatanleger über regulierte Plattformen zugänglich. Krypto-ETNs können auch in Altersvorsorgeplänen und Aktien-ISAs gehalten werden. AB April 2026 sind sie jedoch nur noch für die Aufnahme in Innovative Finance ISAs zugelassen.
Nordea, Europas größte Bank mit einem verwalteten Vermögen von 648 Milliarden Euro, wird ab Dezember 2025 Bitcoin ETP von CoinShares anbieten.
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