Polizei-Razzia bei Autokreditfirma: Verbindungen zu Prince-Group-Chef Chen Zhi untersucht

Singapurs Strafverfolgungsbehörden schlagen zu – eine Autokreditfirma im Fadenkreuz, verdächtige Verbindungen zum umstrittenen Prince-Group-Vorsitzenden Chen Zhi.
Die Fahnder durchsuchten die Geschäftsräume und nahmen einen Verdächtigen fest. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, doch schon jetzt zeichnet sich ab: Hier könnte es um mehr gehen als nur um standardmäßige Finanzprüfungen.
Chen Zhis Firmengeflecht steht seit langem unter Beobachtung – mal wieder beweist sich, dass in der Welt der traditionellen Finanzen die undurchsichtigen Strukturen mancher Konzerne fast schon an Kryptomärkte erinnern. Nur ohne die Transparenz der Blockchain natürlich.
Die Festnahme erfolgte unmittelbar nach der Hausdurchsuchung. Ein klares Signal der singapurischen Behörden: Finanzielle Unregelmäßigkeiten werden nicht toleriert, egal wie gut vernetzt die Beteiligten sind.
Immobilien, Autos und cash im Wert von über 150 Millionen Dollar beschlagnahmt
Am 30. Oktober führte die Polizei Singapurs eine großangelegte Operation gegen Chen und seine Komplizen durch. Laut offiziellen Mitteilungen und Gerichtsakten wurden Vermögenswerte im Wert von über 150 Millionen US-Dollar beschlagnahmt, darunter sechs Immobilien, eine Yacht, elf Fahrzeuge, Bankkonten, Wertpapierdepots und cash.
Der Gesamtwert der beschlagnahmten Vermögenswerte belief sich auf über 165 Millionen US-Dollar.
Vor der Polizeirazzia am 22. Oktober wurden aus einer Wallet, die mit Chen in Verbindung stand und seit mehr als drei Jahren inaktiv war, 15.959 BTC im Wert von rund 1,83 Milliarden US-Dollar an vier neue Adressen transferiert.
Cryptopolitan berichtete , dass Analysten einen Teil dieser Aktivitäten mit einem Fall in Verbindung brachten, an dem das US-Justizministerium arbeitet und in dem es beabsichtigt, Bitcoin , die angeblich mit Chens Geschäften in Verbindung stehen.
Cryptopolitan berichtete außerdem, dass Arkham Intelligence bereits zuvor einen Zusammenhang zwischen diesen Bitcoin-Bewegungen und dem Hack des LuBian-Mining-Pools im Jahr 2020denthatte, bei dem 127.426 Bitcoin gestohlen wurden. Rund 11.886 Bitcoin aus diesemdent sind wieder aktiv, und bemerkenswerterweise handelt es sich dabei um denselben Betrag, der laut Arkham Anfang des Jahres in sogenannte „Recovery Wallets“ transferiert worden war.
Null Toleranz gegenüber Cyberkriminalität
Singapurs Vorgehen gegen Cyberkriminalität ist maßgeblich durch die von den USA und Großbritannien gegen Chen Zhi und sein Netzwerk verhängten Sanktionen motiviert. Diese Sanktionen haben Finanzinstitute und Aufsichtsbehörden in ganz Asien dazu veranlasst, das Problem anzugehen.
Die Prince Group veröffentlichte später eine Erklärung, in der sie jegliche Anschuldigungen, ihr Vorsitzender Chen oder die Gruppe als Ganzes seien in ungesetzliche Aktivitäten verwickelt, „kategorisch zurückweist“. Mehrere mit Chen verbundene Unternehmen versuchen derzeit, wieder Zugriff auf ihre eingefrorenen Konten in Singapur zu erhalten, da Mitarbeiter und deren Familienangehörige in finanzielle Not geraten seien.
Aus Dokumenten, die aus dem Jahr 2017 stammen, geht hervor, dass SRS Auto, das zuvor unter dem Namen TS-Wheelers Holdings Pte. firmierte, eine Vereinbarung über ein verlängerbares Darlehen mit Skyline Investment Management Pte. hatte.
Skyline Investment Management Pte gehörte zu den Unternehmen, die kürzlich vom US-Finanzministerium sanktioniert wurden und soll von Chen kontrolliert werden. Aus den Unternehmensunterlagen geht außerdem hervor, dass SRS-Konten bei der United Overseas Bank (UOB) und der Singapurer Niederlassung der Maybank bestehen.
Chen übte in Kambodscha erheblichen Einfluss aus und genoss hohes Ansehen, unter anderem wurde ihm 2020 nach großzügigen Spenden an die Regierung der Titel „Neak Oknha“ verliehen. Er erwarb außerdem die Staatsbürgerschaft von Ländern wie Vanuatu und Zypern.
Trotz seiner Popularität trat er jedoch nur selten öffentlich in Erscheinung und wurde seit der Verkündung der Sanktionen nicht mehr gesehen.
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