Hongkonger Bürger erwartet sieben Jahre Haft nach Kryptodiebstahl-Verurteilung

Sieben Jahre hinter Gittern: Hongkongs Justiz schickt klare Botschaft an Krypto-Kriminelle
Die Blockchain vergisst nichts - und jetzt zeigt sich, dass auch die Justiz ein langes Gedächtnis hat. Ein Hongkonger Staatsbürger muss für seine Beteiligung an einem spektakulären Kryptodiebstahl mit sieben Jahren Gefängnis rechnen. Das Urteil markiert einen Wendepunkt in der Strafverfolgung digitaler Vermögenswerte.
Die neue Realität der Krypto-Strafverfolgung
Während die meisten Anleger über steigende Kurse jubeln, arbeitet die Justiz im Hintergrund an der Säuberung des Marktes. Die siebenjährige Haftstrafe sendet ein unmissverständliches Signal: Kryptodiebstahl wird nicht als Kavaliersdelikt behandelt, sondern als schweres Verbrechen mit realen Konsequenzen.
Die Hongkonger Finanzaufsicht FSA zeigt mit diesem Präzedenzfall ihre Zähne. In einer Welt, in der traditionelle Banken noch über Regulierungen stolpern, beweist die Sonderverwaltungszone, dass sie die Kontrolle über ihr digitales Finanzökosystem behält.
Ironie des Schicksals: Während die Opfer ihre Verluste beklagen, erhält der Täter kostenlose Unterkunft für die nächsten sieben Jahre - nur dass diese Unterkunft eher an eine Mining-Farm als an ein Luxushotel erinnert.
Hongkonger Staatsbürger zu Gefängnisstrafe verurteilt
Berichten zufolge wurden die Details der grausamen Angriffe von einem Richter des Provinzgerichts von British Columbia enthüllt, der den 35-jährigen Hongkonger Staatsbürger Tsz Wing Boaz Chan verurteilte. Richter Robin McQuillan erklärte, der Hongkonger und drei weitere Personen hätten die Familie mit vorgehaltener Waffe bedroht, die Krypto-Investoren geschlagen und bedroht und seine Tochter gezwungen, sich in einem Video neben ihrem offenen Reisepass auszuziehen.
Die Kriminellen drohten, das Video in den sozialen Medien zu veröffentlichen, falls die Angerufenen die Polizei einschalten würden. Am anderen Ende der Leitung forderte ein Mann mit verstellter Stimme 200 Bitcoinim Wert von rund 26 Millionen US-Dollar. Da der Mann die geforderte Summe nicht aufbringen konnte, begnügten sich die Kriminellen mit den 2 Millionen US-Dollar, die sie von zugänglichen Konten erhalten hatten.
„Innerhalb der chinesischen Gemeinde in British Columbia hat [der Investor] mit seinen Erfolgen bei Kryptowährungsinvestitionen geprahlt und diese übertrieben dargestellt“, schrieb McQuillan. „[Er] erklärte dem Mann am Telefon, dass er seine Erfolge übertrieben habe und dass er seine Kryptowährung 2018 durch einen Betrug verloren habe.“
Mehreren Berichten zufolge mussten die Kriminellen den schrecklichen Angriff abbrechen, nachdem sie festgestellt hatten, dass die Tochter des Mannes einen Weg zur Flucht gefunden hatte.
Der Hongkonger Staatsbürger wurde in Port Coquitlam, einem Vorort von Vancouver, verurteilt. Darüber hinaus wurden in McQuillans Urteil Details wie der Wohnort der Familie, Namen, Alter und anderedentMerkmale geschwärzt. Der Richter erwähnte, dass Chan, der früher als Seemann gearbeitet hatte, Anfang 2024 angeworben wurde. Ein Bekannter sagte, der Job habe darin bestanden, in das Haus von jemandem in Kanada einzubrechen, ihn zu verprügeln und dann zu gehen.
„Zuerst dachte er, der Bekannte mache einen Scherz, doch einige Tage später meldete sich die Person bei Herrn Chan und fragte ihn, ob er Interesse habe“, schrieb McQuillan. „Ihm wurde ein Betrag angeboten, der sechs Monatsraten seiner Familienhypothek entsprach.“
Wochen vor dem Anschlag lebten der Hongkonger und die anderen Männer in einem Haus, wo sie Masken trugen und sich einig waren, nicht miteinander zu sprechen. Eine Woche vor der Tat wurde er aufgefordert, jemanden anzurufen, der ihm Anweisungen gab, was er tun sollte.
Die Zahl der „Schraubenschlüsselangriffe“ hat im vergangenen Jahr zugenommen.
Der Angriff ist Teil einer Welle von dent , die Kryptowährungsinvestoren weltweit verunsichert haben. Der rasante Wertanstieg von Bitcoin hat dessen Anleger zu Zielen sogenannter „Schraubenschlüsselangriffe“ gemacht.
In einem kürzlich erschienenen Artikel über Selbstverteidigungsforen für Krypto-Händler behauptete die New York Times, dass Krypto-Investoren und ihre Familien im vergangenen Jahr mehr als 60 Mal Ziel bewaffneter Angreifer geworden seien.
Zu den prominentesten Fällen zählten die Entführung und das Waterboarding des selbsternannten Krypto-Königs Aiden Pleterski in Ontario im Jahr 2022 sowie ein weiterer grausamer Angriff im Januar, bei dem die Angreifer Lösegeld kassierten, nachdem sie dem Vater eines französischen Krypto-Hardware-Unternehmens einen Finger abgeschnitten hatten.
Die New York Times bezeichnete die Funktionsweise von Kryptowährungen als attraktiven Faktor. „Im Gegensatz zu Banküberweisungen benötigen Kryptotransaktionen keine Genehmigung eines Finanzinstituts“, heißt es in dem Bericht.
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