JPMorgans Pinto warnt: KI-Bewertungen stehen vor drastischer Korrektur – sind die Tech-Blase geplatzt?

Die künstliche Intelligenz hat die Märkte im Sturm erobert – doch jetzt schlägt JPMorgans Top-Stratege Alarm.
Marko Pinto warnt vor einer überfälligen Marktbereinigung bei überhitzen KI-Aktien. »Die Bewertungen haben sich von der Realität abgekoppelt«, so der Banker in einem bissigen Seitenhieb auf die Silicon-Valley-Mentalität.
Seine Prognose kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: Viele Tech-Titel notieren nahe ihren Allzeithochs, während die Fundamentaldaten schwächeln. Ein klassischer Fall von »Diesmal ist alles anders« – bis es dann doch nicht so ist.
Pinto merkte an, dass das Wachstumspotenzial des US-Aktienmarktes derzeit begrenzt sei.
Die fünf größten Technologieunternehmen werden dieses Jahr voraussichtlich rund 371 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren , die für das Training und den Betrieb komplexer Modelle benötigt werden. Laut McKinsey & Co. werden bis zum Ende dieses Jahrzehnts 5,2 Billionen US-Dollar für die Instandhaltung dieser Infrastruktur erforderlich sein, um die Nachfrage zu decken.
Dennoch betonte Pinto, wie wichtig es sei, ein Produktivitätsniveau zu erreichen, das zwar nicht so schnell wie vom Markt erwartet eintreten werde, aber diese Bewertungen .
Er äußerte zudem seine Überzeugung, dass die USA künftig möglicherweise keine Rezession erleben werden, merkte aber an, dass das Wachstumspotenzial des Aktienmarktes des Landes derzeit begrenzt sei.
Seine Ergebnisse wurden veröffentlicht, nachdem der stellvertretende Vorstandsvorsitzende eingeräumt hatte, dass eine gewisse Verlangsamung festgestellt worden war. Pinto, der zuvor bei der größten Bank der USA tätig gewesen war, prognostizierte für das kommende Jahr ein zwar schwaches, aber nicht unbedingt rezessives Wirtschaftswachstum.
Berichten zufolge verzeichnet JPMorgan unterdessen ein rasantes Wachstum in ganz Afrika. CEO Jamie Dimon besuchte Ende 2024 Nigeria, Kenia und Südafrika, um die Beziehungen in der Region zu stärken. Die Bank eröffnete im vergangenen Jahr zudem neue Büros in Kenia und der Elfenbeinküste, um ihre Präsenz in Ost- und Westafrika auszubauen.
Im Rahmen dieser Bemühungen erwähnte Pinto auf dem Gipfeltreffen, dass das Unternehmen an der Erweiterung seiner Lizenz in Nigeria arbeitet. Der Wall-Street-Riese betreut bereits 350 Kunden auf dem gesamten Kontinent, darunter staatliche Kreditnehmer und Unternehmen des privaten Sektors.
JPMorgan baut seine Präsenz in Afrika mit neuen Büros aus
Angesichts der anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China stellte Pinto fest, dass Afrika davon profitieren könnte, da Unternehmen weltweit ihre Lieferketten anpassen.
In einer Stellungnahme zeigte er sich erfreut über seine Beobachtungen auf dem Kontinent. Seiner Ansicht nach Sei die Umstrukturierung der Lieferketten eine gute Idee für Afrika. Er wies zudem darauf hin, dass JPMorgan seine Reichweite in der Region vergrößern und seine Präsenz schrittweise und umsichtig ausbauen könne.
Das Unternehmen bietet insbesondere in Südafrika eine Reihe von Dienstleistungen an, darunter Depotverwaltung, Zahlungsverkehr, Investmentbanking, Firmenkundengeschäft und Aktienanalyse.
Laut Quellen war Pinto von 2011 bis 2017 Leiter der Europa-, Naher Osten- und Afrika-Aktivitäten der Bank. Er plant nun, bis Ende Juni 2026 in den Ruhestand zu gehen.
Der Manager erklärte, sein nächster Karriereschritt werde voraussichtlich nichts mit dem operativen Tagesgeschäft zu tun haben. „Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich ganz klar keine weiteren operativen Aufgaben übernehmen“, sagte er und fügte hinzu, dass er Anfang des Jahres in den Vorstand des Konsumgüter- und Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson eingetreten sei. „Ich möchte etwas kürzertreten, aber weiterhin dazulernen und verschiedene Branchen erkunden.“
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