Applied Materials-Aktien stürzen im Pre-Market ab: US-Exportbeschränkungen erhöhen China-Risiko
Die Aktien von Applied Materials brachen im vorbörslichen Handel um bis zu 4% ein – ein direkter Schlag durch die jüngsten US-Exportkontrollen. Der Halbleiterriese sieht sich nun mit verschärften Lieferketten-Hürden im lukrativen China-Geschäft konfrontiert.
Die neuen Regeln treffen einen neuralgischen Punkt: Applied Materials bezieht rund 30% seines Umsatzes aus China. Analysten warnen vor Dominoeffekten in der Chipindustrie, während die Börse mit typischer Kurzsichtigkeit reagiert – als ob geopolitische Spannungen ein völlig neues Phänomen wären.
Langfristige Investoren kennen das Spiel: Technologieaktien werden zum politischen Fußball, während Wall-Street-Händler ihre Algorithmen für die nächste Panikverkaufs-Rallye schärfen. Applied Materials‘ Fundamentaldaten bleiben solide, aber in einem Markt, der auf Schlagzeilen statt auf Bilanzkennzahlen reagiert, zählt das wenig.
Die Aktien von Applied Materials erholten sich am 14. November nach einem kurzen Einbruch vor Börsenbeginn. Quelle: Google Finance
Exportbeschränkungen gegen China unter Druck (Applied Materials)
Applied Materials , ein wichtiger Ausrüstungslieferant, der von Investoren genau beobachtet wird, gerät ins Visier der US-Behörden, die gegen Unternehmen vorgehen, die Tochtergesellschaften und verbundene Unternehmen nutzen, um die Beschränkungen für den Verkauf von hochmodernen Chipherstellungsanlagen und -technologien an chinesische Hersteller zu umgehen. Dies führte zu einem Kursverlust der Aktien um 4 % im nachbörslichen Handel.
Aufgrund der verschärften Beschränkungen rechnet Applied Materials für 2026 mit einem Umsatzrückgang von 600 Millionen US-Dollar. Trotz der Ankündigung einer Transaktion über vorrangig besicherte Anleihen im Wert von 2,35 Milliarden US-Dollar zur Verbesserung der Liquidität kämpft das Unternehmen mit erheblichem Umsatzdruck durch den sich abschwächenden chinesischen Markt.
Es wird erwartet, dass auch andere Zulieferer Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, da China der weltweit größte Abnehmer von Chip-Herstellungsanlagen ist.
Applied Materials hatte berichtet, dass im vierten Quartal aufgrund einer Regelung Produkte im Wert von 110 Millionen Dollar nicht ausgeliefert wurden. Diese Regelung wurde später nach Gesprächen zwischendent TRUMP unddent Xi Jinping ausgesetzt.
Die Unternehmensführung geht davon aus, dass die Aussetzung der Regelung es dem Unternehmen ermöglichen könnte, den prognostizierten Verlust von 600 Millionen US-Dollar im nächsten Geschäftsjahr auszugleichen. Analysten glauben jedoch, dass die Auswirkungen gering sein werden, da der Umsatzanteil in China derzeit nur noch 20 % des Gesamtumsatzes ausmacht (vorher 40 %).
Marktdruck durch wachsende Spannungen in den Technologiebeziehungen zwischen den USA und China
Die Reaktion des Aktienkurses von Applied Materials am 14. November spiegelte die Marktstimmung wider, da die Anleger die Anfälligkeit des Halbleitersektors für die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und China neu bewerteten.
Applied Materials prognostiziert für das laufende Quartal einen Umsatz von 6,85 Milliarden US-Dollar. Analysten erwarten jedoch einen durchschnittlichen Umsatz von rund 6,76 Milliarden US-Dollar. Sie weisen zudem darauf hin, dass Unternehmen mit engen Verbindungen zum chinesischen Chip-Ökosystem erhöhten finanziellen und operativen Risiken ausgesetzt sind, da die USA die Einfuhrbeschränkungen für wichtige Ausrüstung verschärfen.
Applied Materials scheint am stärksten betroffen zu sein. CEO Gary Dickerson sagte dazu, dass ausländische Konkurrenten sich einen Teil des chinesischen Marktes gesichert hätten: „Nicht-US-amerikanische Gerätehersteller unterliegen nicht denselben Beschränkungen, sodass eingeschränkte Kunden bei diesen Unternehmen kaufen können, selbst wenn sie lieber bei Applied kaufen würden.“
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