Ubisoft stoppt Handel mit Aktien und Anleihen – vorübergehender Ausnahmezustand

Ubisoft zieht die Notbremse: Der französische Spielepublisher hat den Handel mit seinen Wertpapieren vorübergehend ausgesetzt. Betroffen sind Stammaktien, Unternehmensanleihen und zwei Wandelanleihen-Serien – ein ungewöhnlicher Schritt, der die Märkte aufhorchen lässt.
Was steckt dahinter? Die abrupte Entscheidung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für den Publisher. Während die Branche mit Blockchain-Gaming und NFT-Integrationen experimentiert, scheint Ubisoft erstmal mit sich selbst beschäftigt. Typisch TradFi – wenn die Zahlen nicht passen, wird einfach der Handel gestoppt.
Eines ist klar: Die Aktion zeigt, wie fragil traditionelle Finanzinstrumente im Vergleich zu DeFi-Lösungen sind. Während bei echten Krypto-Assets 24/7-Handel Standard ist, können zentralisierte Player wie Ubisoft den Markt einfach aussetzen. Food for thought für Investoren, die noch auf altmodische Wertpapiere setzen.
Ubisoft plant, seine Halbjahresergebnisse in den kommenden Tagen zu veröffentlichen.
Ubisoft hat in letzter Minute überraschend den Handel mit seinen Aktien ausgesetzt und die Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen auf heute verschoben.
Dies könnte darauf hindeuten, dass in Kürze wesentliche Neuigkeiten über das Unternehmen und seine zukünftige Entwicklung veröffentlicht werden. pic.twitter.com/Ki35RCYEeT
— Geoff Keighley (@geoffkeighley) 13. November 2025
Das Unternehmen teilte in einer Pressemitteilung an der Euronext mit, dass es den Markt informieren werde, sobald der Handel wieder aufgenommen wird. Ubisofts Finanzvorstand Frederick Duguet erklärte, die Handelsunterbrechung diene dazu, unnötige Spekulationen und Marktvolatilität während der kurzen Verzögerung zu vermeiden. Der Spieleentwickler setzte den Handel aus, da der Halbjahresabschluss länger als erwartet dauerte.
Das Unternehmen verschob die Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 am Donnerstag. Ubisoft verschob außerdem eine für denselben Abend geplante Telefonkonferenz für Investoren.
„Ich wollte Ihnen mitteilen, dass wir uns für den Abschluss des Semesters mehr Zeit nehmen und daher unsere Halbjahresergebnisse erst in den kommenden Tagen anstatt heute Abend veröffentlichen werden. Aus rechtlichen Gründen können wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen geben.“
-Frederick Duguet, Finanzvorstand bei Ubisoft.
Die Aktien von Ubisoft sind seit Jahresbeginn um fast 50 % gefallen
Das Unternehmen meldete einen Rückgang der Nettobuchungen um 20,5 % auf 1,85 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024/25. Laut den jüngsten Jahresergebnissen erwirtschaftete Ubisoft einen positiven freien cash und senkte seine Fixkosten weiter. Das Spieleunternehmen erklärte damals, dass Ubisoft ein neues Kapitel aufschlage und sich auf die Straffung seines Portfolios und die Neuausrichtung seines Geschäftsmodells konzentriere.
Ubisoft reorganisiert seine Studios in autonome Kreativhäuser.
Das Unternehmen, bekannt für seine Spieleserien wie Assassin's Creed, Far Cry, Just Dance und Tom Clancy's Rainbow Six, restrukturiert bereits seine Abläufe. Ubisoft gab im Juli bekannt, seine Studios in eigenständige Kreativhäuser umzuwandeln, um die Verwaltung seiner wichtigsten Spieleserien zu vereinfachen.
Der führende französische Videospielhersteller Ubisoft gab bekannt, dass die Umstrukturierung des Unternehmens auf die enttäuschenden Netto-Buchungszahlen des ersten Quartals zurückzuführen ist. Laut den jüngsten Geschäftszahlen sanken die Netto-Buchungen im ersten Quartal um 2,9 % auf 281,6 Millionen Euro. Auch die Ergebnisse von Rainbow Six Siege fielen schwächer aus.
Yves Guillemot, CEO und Mitbegründer von Ubisoft, argumentierte, dass die Einheiten die vielfältigen Spielerlebnisse des Unternehmens widerspiegeln. Er sagte außerdem, dass die Einheiten eine höhere Qualität, mehr Fokus, Autonomie und Verantwortlichkeit ermöglichen.
Ubisoft ergänzte, dass die Leitung der einzelnen Kreativabteilungen anhand der jeweiligen Spielgenres ausgewählt wurde und sowohl kreative als auch technische Expertise umfasst. Das Unternehmen gab bekannt, die vollständigen organisatorischen Änderungen bis Ende des Jahres umzusetzen. Die beiden CEOs Guillemot und Christopher Derennes werden die Markenentwicklung über verschiedene Plattformen hinweg leiten.
Der Publisher von Assassin's Creed gab bekannt , auf ein weniger zentralisiertes Betriebsmodell umzustellen, um den Entwicklerteams mehr Mitspracherecht bei den von ihnen betreuten Marken zu geben. Die sogenannten Creative Houses ermöglichen den Teams mehr Kontrolle über ihre Franchises und erlauben ihnen zudem, schneller auf die Erwartungen der Spieler zu reagieren.
Ubisoft gründete Anfang des Jahres außerdem seine 4 Milliarden Euro teure Tochtergesellschaft Vantage Studios. Das Unternehmen gab bekannt, dass das Studio, an dem Tencent Anteile hält, die Spielereihen Assassin's Creed, Far Cry und Tom Clancy's Rainbow Six entwickeln und betreuen wird. Tencent wird 25 % der Anteile an Vantage Studios halten und beratend tätig sein.
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