Bitfarms kracht ein: Q3-Umsätze verfehlen Prognose um satte 16,7 % – Anleger sturmreif enttäuscht

Bitfarms liefert eine Quartalspleite – die Mining-Riesen rutschen mit klaffender Prognoselücke ins Tal der Tränen.
Die Zahlen sprechen Bände: Ein Minus von 16,7 % beim Umsatz macht aus dem einstigen Bitcoin-Darling ein Sorgenkind. Die Börse reagiert erbarmungslos – wer hier auf schnelle Gewinne spekulierte, steht jetzt mit rauchenden Fingern da.
Die Branche kennt kein Pardon: Wer im Krypto-Casino nicht liefert, fliegt raus. Bitfarms muss jetzt beweisen, dass sie mehr als nur heiße Luft im Tank haben.
Fazit: Selbst in einer Branche, die Verluste wie Trophäen feiert, sticht diese Enttäuschung heraus. Vielleicht sollte man doch lieber in Schaufeln investieren – zumindest die Goldgräber von 1849 hatten einen Plan.
Der Verlust verringert sich, aber die verfehlten Umsatzerlöse trüben den Ausblick
Das Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr, von 44,85 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2024 auf 69,25 Millionen US-Dollar in diesem Quartal, klingt solide, ist aber angesichts der deutlich höheren Erwartungen der Wall Street wenig aussagekräftig. Durch das Verfehlen der Prognosen in diesem Quartal konnte das Unternehmen in nur zwei der letzten vier Quartale die Umsatzerwartungen übertreffen.
Trotz der enttäuschenden Ergebnisse im dritten Quartal liegt die Bitfarms-Aktie seit Jahresbeginn immer noch 112,8 % im Plus und damit deutlich über dem Anstieg des S&P 500 um 16,5 %. Diese überdurchschnittliche Performance ist jedoch derzeit wenig aussagekräftig. Im Fokus steht nun, was CEO Geoff Morphy und sein Team im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen sagen werden. Die Anleger wollen Antworten: Was sind die Gründe für die anhaltenden Verfehlungen der Erwartungen und wie soll die Wende gelingen?
Unmittelbar vor der Veröffentlichung der Gewinnzahlen deutete sich bereits ein schwacher Trend bei den Gewinnrevisionen des Unternehmens an. Dieser Trend spiegelt sich nun auch im Zacks-Ranking #4 (Verkaufen) wider, was bedeutet, dass Analysten nicht erwarten, dass die Aktie den Markt in absehbarer Zeit übertreffen wird. Die zukünftige Entwicklung wird davon abhängen, wie sich die Gewinnschätzungen nach Bekanntgabe der Ergebnisse verändern.
Für das nächste Quartal wird derzeit ein Verlust von 0,01 US-Dollar je Aktie bei einem erwarteten Umsatz von 86,81 Millionen US-Dollar prognostiziert. Für das gesamte Geschäftsjahr erwarten Analysten einen Verlust von 0,15 US-Dollar je Aktie bei einem Gesamtumsatz von 314,54 Millionen US-Dollar. Diese Schätzungen werden nach Veröffentlichung der aktuellen Zahlen defiüberprüft.
Die Aussichten für Bitfarms trüben sich ein, da Konkurrenten ihre Ergebnisse vorbereiten.
Die Branche selbst ist auch kein Nachteil für Bitfarms. Der von Zacks analysierte Technologie-Dienstleistungssektor, zu dem das Unternehmen gehört, zählt aktuell zu den besten 27 % von über 250 tracBranchen. Das bedeutet: Es liegt nicht am Sektor, sondern am Unternehmen.
Ein weiterer Fokus liegt auf MindWalk Holdings Corp., einem Konkurrenten aus derselben Branche, dessen Quartalszahlen für Oktober noch ausstehen. Analysten erwarten für MindWalk einen Verlust von 0,01 US-Dollar je Aktie, was einer deutlichen Verbesserung von 85,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.
Der Umsatz von MindWalk wird auf 4 Millionen US-Dollar prognostiziert, ein Rückgang von 10,9 % gegenüber dem Vorjahr. Bemerkenswert ist, dass sich die Gewinnschätzungen je Aktie (EPS) von MindWalk seit 30 Tagen nicht verändert haben – ein Zeichen von Stabilität, das Anlegertracfinden könnten, falls Bitfarms die Probleme nicht lösen kann.
Ben Gagnon, CEO von Bitfarms, sagte am Donnerstag während der Telefonkonferenz, dass die Immobilie in Washington zwar weniger als 1 % des gesamten bebaubaren Portfolios des Unternehmens ausmache, die Umstellung auf einen GPU-as-a-Service-Standort jedoch mehr Netto-Betriebseinkommen einbringen könnte als alles, was sie jemals mit Bitcoin Mining erzielt haben.
Mining-Unternehmen wie Cipher und Terawulf, die bereits in die KI-Infrastruktur eingestiegen sind, konnten namhafte Investoren wie SoftBank und Google für die gemeinsame Entwicklung von Rechenzentren gewinnen. Diese Verträge basieren auf Umsatzprognosen in Milliardenhöhe und helfen den Unternehmen zudem, durch Fremdkapital weitere Mittel aufzunehmen.
Wie es mit Bitfarms weitergeht, hängt davon ab, ob die Wall Street dem Unternehmen eine weitere Chance gibt oder es endgültig abstößt. Angesichts der durchwachsenen Gewinnentwicklung, des schwachen Revisionstrends und der enttäuschenden Zahlen des dritten Quartals ist diese Entscheidung derzeit schwierig.
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