Sony trotzt Zöllen: Warum der Entertainment-Riese weiterhin Rekordgewinne einfährt

Sony hebt die Prognosen an – trotz Handelskonflikten. Der Grund? Der Unterhaltungssektor boomt wie nie.
Während traditionelle Konzerne mit Zöllen hadern, macht Sony das, was es am besten kann: Blockbuster-Games, Filme und Musik monetarisieren. Die Zahlen sprechen für sich.
Ein Seitenhieb am Rande: Vielleicht sollten die Zentralbanken mal PlayStation spielen – dann würden sie verstehen, wie echtes Wirtschaftswachstum funktioniert.
Sonys Musiksparte profitiert vom „Demon Slayer“-Boom
Sony führte die positiven Zahlen auch auf den Erfolg von „Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba Infinity Castle“ zurück, einem kürzlich erschienenen animierten Actionfilm. Der Film wurde weltweit von Crunchyroll und Sony Pictures vertrieben und spielte bis Ende September weltweit 312 Millionen US-Dollar ein.
Laut Ankündigung erzielte der Film das umsatzstärkste Eröffnungswochenende aller Zeiten für einen Anime-Film.
Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba infinity Castle hatte ein rekordverdächtiges Startwochenende und die Besucherzahlen steigen weiter! Jetzt im Kino! 🏯🔥 pic.twitter.com/fq8elYrLN8
— Sony (@Sony) 18. September 2025
Infolgedessen verzeichnete der Geschäftsbereich Visual Media & Platform, der Anime und verwandte Inhalte über seine Tochtergesellschaft Aniplex verwaltet, einen deutlichen Umsatzanstieg im Quartal. Der Umsatz stieg von 62,2 Milliarden Yen auf 105,9 Milliarden Yen (673 Millionen US-Dollar), was einem starken Plus von 70 % entspricht. Auch der Gewinnanteil des Geschäftsbereichs wuchs deutlich und machte knapp 30 % des Gesamtgewinns von Sony Music aus.
Sonys Marktführerschaft war einst eng mit dem Tron . Der Konzern hat sich jedoch inzwischen einem scheinbar lukrativeren Geschäftsfeld in der Unterhaltungsindustrie zugewandt, wobei der Fokus auf der wachsenden Popularität von Anime liegt.
Trotz der herausragenden Leistung im Unterhaltungsbereich verzeichnete Sony im Spielegeschäft weiterhin rückläufige Zahlen. Der Gewinn des Spielegeschäfts sank im zweiten Quartal aufgrund von Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Videospiel „Destiny 2“.
Berichten zufolge gibt es Probleme mit dem Spiel, nachdem Spieler zahlreiche Fehler und Bugs gemeldet haben. Infolgedessen sank das operative Ergebnis des Segments „Game & Network Services“ um 13 % auf 120,4 Milliarden Yen (781 Millionen US-Dollar). Ohne Berücksichtigung von Sondereffekten wäre der Segmentgewinn jedoch um 23 % gestiegen.
Take-Two Interactive gab außerdem bekannt, dass die Veröffentlichung des mit Spannung erwarteten „ Grand Theft Auto VI “ auf November nächsten Jahres verschoben wird. Dieser Schritt dürfte ankurbeln , da Spieler ihre Konsolen aufrüsten oder spezielle Hardware für das Spiel erwerben wollen.
Die Sony Group prognostiziert für das Gesamtjahr einen Umsatz von 12 Billionen Yen.
Das japanische Unternehmen rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatz von 12 Billionen Yen (77,78 Milliarden US-Dollar) und einem operativen Ergebnis von 1,43 Billionen Yen. Höhere Umsätze werden durch die Bereiche Musik und Bildverarbeitung sowie durch die günstigere Zollbelastung der Trump-Regierung erzielt. Das Unternehmen behält seine Zwischendividende von 12,5 Yen je Aktie bei und plant eine ähnliche Jahresenddividende für seine Aktionäre, die voraussichtlich 25 Yen je Aktie erreichen wird (Vorjahr: 20 Yen).
Am 1. Oktober schloss Sony die Ausgliederung seiner Finanzdienstleistungssparte, der Sony Financial Group Inc., ab. Diese wird nun als aufgegebener Geschäftsbereich geführt. Die Erträge der Einheit werden AB dem dritten Quartal nach der Equity-Methode bilanziert. Der durchschnittliche Wechselkurs des Konzerns sank im Quartal von 149,5 Yen pro US-Dollar im Vorjahr auf aktuell 147,4 Yen.
Nintendo erhöhte außerdem seine jährlichen Verkaufsprognosen für die Switch 2 auf 19 Millionen Einheiten, nachdem es einen starken Anstieg der Kundennachfrage nach der Spielkonsole verzeichnete, die Anfang dieses Jahres im März auf den Markt kam.
Sony ist ein führender Hersteller von Bildsensoren für Smartphones. Das Unternehmen gab an, dass die angekündigten Zölle und andere Faktoren zu dem Umsatzanstieg beigetragen haben könnten. Sony rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem durch Zölle verursachten Verlust von 50 Milliarden Yen, was einem Rückgang von 20 Milliarden Yen gegenüber der im August geschätzten Summe von 70 Milliarden Yen entspricht.
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