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X wehrt sich gegen indisches Zensurportal - Tech-Riese zieht vor Gericht

X wehrt sich gegen indisches Zensurportal - Tech-Riese zieht vor Gericht

Published:
2025-09-29 09:55:10
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X wehrt sich gegen indisches Gericht wegen Zensurportal

Der Tech-Gigant X geht rechtlich gegen Indiens umstrittenes Zensurportal vor - ein Schachzug, der die Debatte um digitale Souveränität neu entfacht.

Juristischer Gegenangriff

X reicht Klage ein und stellt sich gegen das indische Überwachungsportal. Der Konzern argumentiert mit Grundrechten und digitaler Freiheit - während die Regierung von nationaler Sicherheit spricht.

Zensur vs. Meinungsfreiheit

Das Portal ermöglicht Behörden, Inhalte ohne richterliche Prüfung zu entfernen. Kritiker sehen darin ein Werkzeug zur Unterdrückung unliebsamer Stimmen. X positioniert sich nun als Verteidiger der Redefreiheit.

Globale Auswirkungen

Der Ausgang des Verfahrens könnte Präzedenzcharakter für Tech-Unternehmen weltweit haben. Investoren beobachten die Entwicklung genau - schließlich geht's hier nicht nur um Prinzipien, sondern um Milliardenmärkte.

Während traditionelle Konzerne noch über Compliance-Policies diskutieren, zeigt X klare Kante. Manchmal kostet Prinzipientreue eben mehr als nur Gebühren für Finanzberater.

Indien hat die Online-Polizeiarbeit seit 2023 unter Modi ausgeweitet

Modis Regierung hat AB 2023 die Online-Überwachung verstärkt und ermöglicht es deutlich mehr Beamten, Abschiebungsanordnungen zu erlassen und diese über eine im Oktober gestartete Website direkt an Technologieunternehmen zu senden.

Regierungsbeamte nutzten zuvor Abschnitt 69a des Information Technology Act aus dem Jahr 2000, um soziale Plattformen zur Entfernung von Inhalten zu zwingen. Dieser Abschnitt ermöglicht es der Regierung, Online-Informationen aus Gründen der nationalen Sicherheit, Souveränität oder öffentlichen Ordnung zu sperren, indem sie entsprechende Anweisungen an Unternehmen sendet.

Die Regierung sieht sich zunehmender Kritik ausgesetzt, weil sie bei Abschiebungsanordnungen intransparent ist und zog bereits mehrfach vor Gericht. Der Oberste Gerichtshof Indiens entschied 2015 und 2020, dass Paragraf 69a rechtmäßig sei, wies jedoch darauf hin, dass Sperranordnungen spezifisch sein und ordnungsgemäßen Verfahren folgen müssten und keine pauschalen Verbote darstellen dürften.

Mit Sahyog wendet Modis Regierung nun eine andere Rechtsvorschrift an: Paragraph 79 des IT-Gesetzes. Die Plattform arbeitet nach Paragraph 79(3)(b), der besagt, dass Unternehmen ihren Rechtsschutz verlieren, wenn sie illegale Inhalte nicht auf Anweisung der Regierung entfernen.

Experten für Technologiepolitik und Anwälte weisen darauf hin, dass diese Bestimmung noch nicht von den Gerichten überprüft wurde, sodass die Regierung den vom Obersten Gerichtshof für Abschnitt 69a geforderten Schutz umgehen kann.

72 Unternehmen haben sich der Sahyog-Plattform angeschlossen, außer X

Sahyog anzuschließen und jemanden zu benennen, der sich um Löschanfragen kümmert. Mindestens 72 Unternehmen haben sich für die Regierungsplattform angemeldet, darunter WhatsApp, Instagram, Apple, LinkedIn, Google, Telegram und Snapchat, so Manish Garg, Leiter des Indian Cybercrime Coordination Centre, einer Behörde des indischen Innenministeriums. Beamte dieser Behörde leiten Sahyog, sagte auf eine Informationsanfrage von Al Jazeera.

X hat sich der Plattform nicht angeschlossen und stattdessen Modis Regierung verklagt. Das Unternehmen argumentiert, Sahyog funktioniere als Zensurportal. In Gerichtsdokumenten erklärte das Unternehmen, Tausende anonymer Beamter könnten im Alleingang entscheiden, dass Informationen illegal seien, und diese in ganz Indien blockieren, ohne dass es die in Paragraf 69a vorgeschriebenen Kontrollen gäbe.

Regierungsbehörden senden immer noch X Löschanfragen über die Plattform. Viele Anfragen haben nichts mit der nationalen Sicherheit zu tun.

Mishi Choudhary, eine Technologieanwältin, die das Software Freedom Law Center in Neu-Delhi gegründet hat, sagte, der Name Sahyog bedeute auf Hindi „Zusammenarbeit“ und zeige die jahrelange enge Zusammenarbeit zwischen Behörden und Plattformen, die dazu beigetragen habe, Zensur effektiv zu gestalten und gleichzeitig die Meinungsfreiheit weltweit zu stärken. Sie bezeichnete die Plattform als den jüngsten Versuch der Regierung Modi, die Zensurbefugnisse auszuweiten. Indem Polizisten diese Macht verliehen werde, schaffe man unbegrenzten Ermessensspielraum und ermögliche uneingeschränkte Zensur.

Das Software Freedom Law Center hat außerdem beim Obersten Gericht von Delhi Klage eingereicht, in der es die Verfassungsmäßigkeit von Sahyog anficht.

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