Bitcoin bei 95.000 Dollar: Warum die nächste große Bewegung den Markt spaltet
Bitcoin knackt die 95.000-Dollar-Marke – und die Stimmung ist polarisiert wie nie. Während die einen den nächsten Mega-Rally schreien, wittern andere eine gefährliche Blase. Wer hat Recht?
Die Bullen: Volle Kraft voraus
Institutionelle Nachfrage, Halving-Effekte und die Flucht vor inflationären Fiat-Währungen treiben den Kurs, sagen Optimisten. 95.000 Dollar? Nur eine Zwischenstation.
Die Bären: Crash-Alarm
Überhitzte Derivate-Märkte, regulatorische Damoklesschwerter und die altbekannte Volatilität machen Skeptikern Bauchschmerzen. 'Die Retail-Anleger werden wieder bluten', flüstert man an der Wall Street – zwischen zwei Champagner-Schlücken.
Eines ist klar: In diesem Casino zockt niemand mit Spielgeld. Setzen Sie Ihr Kapital nur ein, wenn Sie bereit sind, es zu verlieren – oder um den Bankern ihre eigenen Tricks vorzuführen.
Bitcoin-Preis heute: Momentum lässt nach, Angst steigt
Bitcoin wird derzeit um 95.900 US-Dollar gehandelt und setzt damit seinen Rückgang von Anfang der Woche fort. Damit befindet sich BTC in allen kurzfristigen Zeiträumen deutlich im Minus:
- 24 Stunden: -3,5 %
- 7 Tage: -5,5 %
- Marktkapitalisierung: 1,93 Trillionen US-Dollar
- 24-Stunden-Volumen: 127 Milliarden US-Dollar
Die Stimmung hat sich deutlich verschlechtert. Der Fear & Greed Index ist auf 22 („Angst“) gefallen, was die zunehmende Nervosität des Marktes angesichts der makroökonomischen Unsicherheit, der Abflüsse aus ETFs und der sinkenden Liquidität an den großen Börsen widerspiegelt. Auch der breitere Kryptomarkt spürt die Belastung, wobei die Gesamtkapitalisierung auf rund 3,28 Billionen US-Dollar gesunken ist.
Technisch gesehen beobachten Händler, ob Bitcoin die Marke von 100.000 US-Dollar zurückerobern kann, ein Niveau, das monatelang Unterstützung bot, bevor es diese Woche nachgab. Sollte eine überzeugende Erholung ausbleiben, könnte der Verkaufsdruck bis in die nächste Woche hinein hoch bleiben.
Wyckoff-Verteilungssignale verstärken sich: Analysten erwarten 86.000 USD
Neben der sich abschwächenden Preisstruktur warnen eine Reihe von Analysten, dass das jüngste Verhalten von Bitcoin stark einem Wyckoff-Verteilungsmuster ähnelt, einer Formation, die häufig in der Nähe wichtiger Zyklushöhepunkte zu beobachten ist.


Der Vergleich legt nahe, dass der Anstieg von Bitcoin auf 122.000 USD einen Kaufhöhepunkt markierte, gefolgt von wiederholten erfolglosen Versuchen, höhere Höchststände zu erreichen – ein Zeichen dafür, dass die Käufer an Stärke verloren. Der Anstieg über 126.000 USD Anfang Oktober erscheint im Nachhinein als klassischer „Upthrust” – eine letzte bullische Abweichung, bevor der Markt nach unten dreht.
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Nachdem Bitcoin die Unterstützung bei 110.000 USD verloren hat, ist es nun in die von Wyckoff beschriebene Markdown-Phase eingetreten, in der der Preis aufgrund des Überangebots gegenüber der Nachfrage schneller fällt. Nach dieser Interpretation liegt das gemessene Abwärtsziel aus dem Verteilungsbereich bei 86.000 US-Dollar.
Dennoch glauben nicht alle Analysten, dass die Bullenphase vorbei ist.
Ki Young Ju, CEO von CryptoQuant, argumentiert, dass der Trend strukturell bullisch bleibt, solange BTC über 94.000 US-Dollar bleibt, der durchschnittlichen Kostenbasis mittelfristiger Inhaber. Ein entscheidender Durchbruch unter dieses Niveau wäre seiner Meinung nach der eigentliche Auslöser für Besorgnis.
Hunter Horsley von Bitwise fügt hinzu, dass Bitcoin möglicherweise bereits eine sechsmonatige interne Baissephase durchlaufen hat und sich nun dem Ende dieser Phase nähert – mit starken langfristigen Fundamentaldaten auf der anderen Seite.
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