Banco do Brasil (BBAS3): Safra sieht noch kein „Bodenbildung“ – Aktie trotz positiver Überraschungen teuer bewertet (Stand: 16.08.2025)
- Wie hat sich Banco do Brasil im Q2 2025 geschlagen?
- Warum spricht Safra von „keiner Bodenbildung“?
- Kann BB seine ehrgeizigen Jahresziele noch erreichen?
- Wie bewertet der Markt die BBAS3-Aktie aktuell?
- Was sind die wichtigsten Erkenntnisse für Investoren?
- Häufig gestellte Fragen zu Banco do Brasil (BBAS3)
Während die Nettoeinnahmen aus Zinsen (NII) positiv überraschten, deuten anhaltende Probleme mit der Kreditqualität darauf hin, dass der Tiefpunkt noch nicht erreicht ist. Die Aktie erscheint aktuell mit einem KGV von 5 für 2025 nicht mehr als Schnäppchen.
Wie hat sich Banco do Brasil im Q2 2025 geschlagen?
Der brasilianische Staatsbanken-Riese meldete für das zweite Quartal 2025 einen Gewinneinbruch von 60% auf 3,8 Mrd. R$ gegenüber dem Vorjahr. Besonders die ländlichen Kreditportfolios bereiten Sorgen – die Ausfallrate stieg hier um satte 140 Basispunkte gegenüber dem Vorquartal. „Die Asset-Qualität zeigt in allen Segmenten weiterhin negative Trends“, analysiert das BTCC Research Team. Interessanterweise übertraf die Nettozinsspanne (NII) mit 25,1 Mrd. R$ die Erwartungen um 4%, was zumindest einen Lichtblick darstellt.
Warum spricht Safra von „keiner Bodenbildung“?
Die Analysten bleiben vorsichtig: „Es ist noch zu früh zu sagen, dass wir den Tiefpunkt erreicht haben“, heißt es im aktuellen Bericht. Besorgniserregend ist die Verschiebung im ländlichen Kreditportfolio – 7 Mrd. R$ wanderten von der „normalen“ in die „umgeschuldete“ Kategorie, was künftig höhere Rückstellungen erfordern könnte. Mit weiteren Fälligkeiten zwischen Juni und Dezember 2025 rechnen die Experten mit steigenden Ausfallraten. „Die strukturellen Probleme sind noch nicht ausgestanden“, so ein Marktbeobachter aus São Paulo.
Kann BB seine ehrgeizigen Jahresziele noch erreichen?
Die Bank hält an ihrer Prognose von 21-25 Mrd. R$ Nettoergebnis für 2025 fest – was Safra als „ambitioniert“ einstuft. Sollte dies gelingen, wäre dies laut Analyse vor allem der überraschend starken NII zu verdanken. Die Bank hat ihre NII-Prognose für 2025 auf 103-105 Mrd. R$ angehoben, während die Netto-Rückstellungen auf 53-56 Mrd. R$ adjustiert wurden. „Das würde einen risikobereinigten NII-Rückgang von 28% bedeuten“, rechnen die Analysten vor.
Wie bewertet der Markt die BBAS3-Aktie aktuell?
Mit einem KGV von 5 (basierend auf der Mittelprognose von 23 Mrd. R$ Gewinn) erscheint die Aktie nicht mehr so günstig wie in früheren Jahren. Die neue Dividendenpolitik (30% Ausschüttung) bringt eine Bruttorendite von 5,4% – „nicht attraktiv genug für eine reine Dividendenstrategie“, urteilt Safra. Das Kursziel von 25 R$ für die nächsten 12 Monate (26% Potenzial) spiegelt eine „Neutrale“-Einstufung wider. Nach anfänglichem Kursrutsch um 4% erholte sich die Aktie am Freitag und legte zeitweise über 2% zu – möglicherweise eine Reaktion auf die nicht ganz so schlechten Ergebnisse wie befürchtet.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse für Investoren?
1. Die Zinsmargen entwickeln sich besser als erwartet und könnten der Schlüssel zur Zielerreichung sein
2. Die Kreditqualität bleibt der größte Unsicherheitsfaktor, besonders im Agrarsektor
3. Die Bewertung bietet weniger Spielraum als in der Vergangenheit
4. Die Markterwartungen waren so pessimistisch, dass selbst schwache Ergebnisse positiv aufgenommen werden können
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Quellen: TradingView, B3, Unternehmensberichte.
Häufig gestellte Fragen zu Banco do Brasil (BBAS3)
Wie hoch war der Gewinn von BB im Q2 2025?
Der Nettogewinn belief sich auf 3,8 Mrd. R$, was einem Rückgang von 60% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Warum ist die Kreditqualität bei BB so problematisch?
Besonders das ländliche Portfolio zeigt Schwächen mit steigenden Ausfallraten und Umschuldungen, was auf strukturelle Probleme im Agrarsektor hindeutet.
Ist die BBAS3-Aktie aktuell ein Kauf?
Mit einem KGV von 5 und moderatem Kurszielpotenzial von 26% sehen viele Analysten die Aktie nur als „Hold“, besonders da die Dividendenattraktivität nachgelassen hat.