Ukrainische Zentralbank erwägt Legalisierung von Kryptowährungen – aber mit klaren Grenzen
Die Nationalbank der Ukraine (NBU) denkt über eine Legalisierung von Kryptowährungen nach, möchte aber nicht, dass diese als Zahlungsmittel genutzt werden. In einem Interview mit RBC-Ukraine betonte NBU-Gouverneur Andriy Pyshnyy, dass die Anerkennung von Krypto als gesetzliches Zahlungsmittel eine „rote Linie“ sei, die die Bank nicht überschreiten werde.
„Es ist wichtig für uns, dass unsere ‚roten Linien‘ eingehalten werden“, so der Gouverneur. „Virtuelle Vermögenswerte dürfen kein Zahlungsmittel sein und auf keinen Fall die Wirksamkeit unserer geldpolitischen Instrumente untergraben.“
Er erklärte, dass Kryptowährungen zwar Teil der finanziellen Zukunft der Ukraine sein könnten, sie jedoch nicht die Macht der Zentralbank schwächen oder ihre wirtschaftspolitischen Werkzeuge beeinträchtigen dürften. Zudem warnte er, dass Krypto während des Kriegsrechts nicht zur Umgehung von Devisenkontrollen genutzt werden dürfe.
Pyshnyy betonte, dass jedes Gesetz zu digitalen Vermögenswerten globalen Regeln folgen müsse. Die Bank wolle robuste Systeme zur Überwachung von Krypto-Transaktionen und zur Bekämpfung illegaler Aktivitäten etablieren. Dazu gehöre die Einhaltung der Standards der Financial Action Task Force (FATF) sowie europäischer Vorschriften.
Die NBU ist der Ansicht, dass die Regulierung von Krypto das Ansehen der Ukraine in der globalen Finanzwelt stärken könnte. Pyshnyy sagte, mehr Transparenz im Kryptobereich könne die internationale Wahrnehmung des Landes verbessern.
Gleichzeitig testet die Zentralbank ihre digitale Währung, den E-Hrywnja. Die NBU arbeitet mit einem Technologiepartner an einem Pilotprojekt, um die Funktionsweise einer digitalen Version der Landeswährung zu erproben. Pyshnyy zufolge wird das Projekt der Bank wichtige Erkenntnisse für künftige Entscheidungen liefern.
Er wies auch darauf hin, dass die NBU die Entwicklung von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) in anderen Ländern genau beobachtet. Die Bank arbeitet bereits mit der Europäischen Zentralbank, der Bundesbank, der Bank of France, der Nationalbank von Belgien und der Zentralbank von Singapur zusammen.
Im Juni hatten ukrainische Abgeordnete zudem einen Gesetzentwurf vorgelegt, der es der NBU ermöglichen könnte, Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte in ihre nationalen Reserven aufzunehmen.

Übersetzt von CryptoH0und