Trump erhöht den Druck auf Powell: Der monetäre Machtkampf eskaliert
- Kann Trump den Fed-Chef tatsächlich entlassen?
- Warum untersucht das Weiße Haus die Fed-Renovierung?
- Neue Zölle ab August: Wer ist betroffen?
- Brasilien-Zoll: Wirtschaft oder Politik?
- Wie geht der Machtkampf weiter?
- Häufige Fragen
Während Präsident TRUMP seine Kritik an Fed-Chef Jerome Powell verschärft, setzt er gleichzeitig im Handelsstreit mit wichtigen Verbündeten neue Zölle durch. Dieser Doppelangriff auf monetärer und handelspolitischer Ebene markiert eine gefährliche Eskalation - mit ungewissem Ausgang.
Kann Trump den Fed-Chef tatsächlich entlassen?
Die Frage beschäftigt die Finanzwelt seit Trumps jüngsten Äußerungen. Kevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, bestätigte in einem Interview mit ABC, dass der Präsident theoretisch die Autorität hätte, Powell zu entlassen - allerdings nur bei "begründetem Anlass" wie Fehlverhalten oder Pflichtverletzung. Diese Aussagen kommen zu einem brisanten Zeitpunkt: Trump wirft Powell seit Monaten vor, durch zu hohe Zinsen das Wirtschaftswachstum zu bremsen. "Die Zinsen sollten drei Punkte niedriger sein", polterte Trump diese Woche und machte Powell für "Milliardenverluste" verantwortlich.
Warum untersucht das Weiße Haus die Fed-Renovierung?
Interessanterweise konzentriert sich die Regierung nun auf ein 2,5 Milliarden Dollar teures Renovierungsprojekt der Fed-Zentrale. Kritiker vermuten dahinter einen Versuch, rechtliche Gründe für eine mögliche Entlassung Powells zu konstruieren. "Das ist das teuerste Bundesbauprojekt in der Geschichte Washingtons", erklärte ein Regierungsvertreter - und stellte damit implizit die Haushaltsautonomie der Notenbank infrage. Hassett ging sogar so weit, die Unabhängigkeit der Fed generell zu kritisieren: "Sie könnten einfach Geld drucken und es wahllos verteilen... sie haben momentan keinerlei Grenzen."
Neue Zölle ab August: Wer ist betroffen?
Parallel zum Fed-Streit verschärft Trump den Handelskonflikt: AB 1. August gelten neue Einfuhrzölle auf Waren aus Kanada, der EU und Mexiko. Hassett verteidigte die Maßnahme als "hochriskante Strategie" für bessere Handelsbedingungen. "Wir haben den Typen, der 'Die Kunst des Deals' geschrieben hat, für die Amerikaner arbeiten lassen", spielte er auf Trumps Buch an. Doch die Bilanz dieser Taktik fällt bisher mager aus: Neben einem Mini-Deal mit Großbritannien und Vietnam gibt es lediglich eine Grundsatzeinigung mit China.
Brasilien-Zoll: Wirtschaft oder Politik?
Besonders umstritten ist der neue 50%-Zoll auf brasilianische Importe - obwohl die USA seit 2007 stets einen Handelsüberschuss mit Brasilien verzeichnen. Insider vermuten politische Motive: Trump soll wütend über die juristische Verfolgung von Ex-Präsident Bolsonaro sein, einem engen Verbündeten. Hassett bestätigte diesen Zusammenhang teilweise, nannte aber auch "wirtschaftliche Sicherheitsinteressen" als Grund. Ähnlich umstritten ist ein paralleler Zoll auf Kupferimporte, den das Wall Street Journal als "Schlag gegen US-Hersteller" bezeichnete.
Wie geht der Machtkampf weiter?
Die doppelte Offensive der Regierung - gegen die unabhängige Geldpolitik der Fed und für protektionistische Handelsmaßnahmen - wirft ernste Fragen auf. Während die Börsen auf weitere Zinssenkungen hoffen, könnten die neuen Zölle globale Lieferketten weiter destabilisieren. Experten warnen vor den langfristigen Folgen dieser Politik: "Wenn die USA ihre eigenen Institutionen und Handelsbeziehungen infrage stellen, untergräbt das letztlich den Dollar als globale Reservewährung", so ein Analyst von BTCC.
Häufige Fragen
Kann Trump den Fed-Chef einfach entlassen?
Nein, nur bei nachgewiesenem Fehlverhalten. Die Fed ist als unabhängige Institution konzipiert.
Welche Länder sind von den neuen Zöllen betroffen?
Ab 1. August: Kanada, EU, Mexiko. Spezielle Zölle gelten auch für Brasilien und Kupferimporte.
Warum kritisiert Trump die Fed-Renovierung?
Vermutlich als Vorwand, um die Haushaltsautonomie der Fed anzugreifen und Powell unter Druck zu setzen.