China wirft den USA „unilateralen Bullying“ vor – Handelskrieg eskaliert über Russland-Sanktionen (16.09.2025)
- Warum beschuldigt China die USA des „unilateralen Bullyings“?
- Wie steht es um die TikTok-Verhandlungen?
- Warum gerät Nvidia ins Visier Chinas?
- Was bedeutet das für die Zukunft der chinesisch-amerikanischen Beziehungen?
- Fragen und Antworten zum Konflikt
Während sich die Handelsgespräche zwischen China und den USA in Madrid festfahren, wirft Peking Washington „wirtschaftliche Erpressung“ vor. Hintergrund sind US-Forderungen nach Sekundärzöllen auf chinesische Importe als Strafe für Chinas Ölgeschäfte mit Russland. Parallel bahnt sich jedoch eine Einigung im TikTok-Streit an – ein Lichtblick im zunehmend angespannten Verhältnis der Supermächte. Dieser Artikel analysiert die jüngsten Entwicklungen mit Einblicken in die Hintergründe des Tech- und Handelskriegs.
Warum beschuldigt China die USA des „unilateralen Bullyings“?
Die chinesische Handelsministerin nannte die jüngsten US-Maßnahmen „ein klassisches Beispiel wirtschaftlicher Nötigung“. Konkret geht es um Washingtons Versuche, die G7 und NATO davon zu überzeugen, Sekundärzöllen auf chinesische Waren zuzustimmen. Auslöser sind Chinas fortgesetzte Ölimporte aus Russland, die laut Weißem Haus Moskau helfen, internationale Sanktionen zu umgehen. „Wir werden uns nicht von US-Sanktionen diktieren lassen, wessen Öl wir kaufen“, konterte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums scharf. Die Gespräche in Madrid markieren bereits den vierten Verhandlungsversuch innerhalb von vier Monaten – bisher ohne Durchbruch.
Wie steht es um die TikTok-Verhandlungen?
Im Schatten der Handelskonflikte gibt es überraschende Fortschritte: US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte eine grundsätzliche Einigung zur Überführung der US-TikTok-Sparte in eine amerikanisch kontrollierte Gesellschaft. Die endgültige Bestätigung soll bei einem Telefonat zwischen Präsident TRUMP und Präsident Xi Jinping am Freitag erfolgen. Interessant: Während die USA TikTok primär als Sicherheitsrisiko sehen, betrachtet China die App als wichtiges Instrument „soft power“. Trump, der TikTok für seinen Wahlsieg 2024 mitverantwortlich macht (immerhin 15 Millionen Follower!), zeigte sich auf Truth Social optimistisch: „Einige junge Leute werden sehr glücklich sein!“
Warum gerät Nvidia ins Visier Chinas?
In einer offensichtlichen Vergeltungsmaßnahme leitete Chinas Marktaufsicht ein Kartellverfahren gegen den US-Chipriesen Nvidia ein. Experten sehen darin eine Antwort auf die jüngsten US-Beschränkungen bei Chip-Exporten nach China. „Das Timing ist mehr als auffällig“, kommentierte ein Analyst der BTCC Research-Abteilung. Die Tech-Konfrontation verschärft sich, während beide Seiten gleichzeitig um Kompromisse bei TikTok ringen – ein typisches Ping-Pong-Spiel der Großmachtpolitik.
Was bedeutet das für die Zukunft der chinesisch-amerikanischen Beziehungen?
Die Gespräche in Madrid zeigen beide Seiten gespalten: Einerseits wächst der Wille zur Kooperation (Stichwort TikTok), andererseits verhärten sich die Fronten in Tech- und Sicherheitsfragen. „Es ist kein Geheimnis, dass es zwischen den USA und China ernsthafte Differenzen gibt“, räumte US-Handelsvertreter Jamieson Greer ein. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der TikTok-Kompromiss als Türöffner für weitere Deeskalation dienen kann – oder ob die Großmächte weiter auf Kollisionskurs bleiben.
Fragen und Antworten zum Konflikt
Warum lehnt China die US-Sanktionen gegen Russland ab?
China betont stets das Prinzip der „Nichteinmischung in innere Angelegenheiten“ und lehnt unilateral verhängte Sanktionen grundsätzlich ab. Zudem sieht Peking in der engen Energiepartnerschaft mit Russland einen strategischen Pfeiler seiner Außenpolitik.
Könnte der TikTok-Deal scheitern?
Bereits im März 2024 war eine ähnliche Vereinbarung gescheitert. Diesmal scheinen beide Seiten ernsthafter – nicht zuletzt wegen des drohenden US-Verbots. Allerdings verlangt China im Gegenzug wohl Zugeständnisse bei Technologiebeschränkungen.
Wie wirken sich die Spannungen auf die Märkte aus?
Die anhaltenden Konflikte belasten insbesondere Tech-Aktien und Rohstoffmärkte. Der Bitcoin-Kurs zeigte sich zuletzt erstaunlich resilient – möglicherweise als „Fluchtwährung“ in unsicheren Zeiten, wie Marktbeobachter spekulieren.