Iran erhebt Bitcoin-Maut für Öltanker in der Straße von Hormus: Bericht

Iran hat nach einem zweiwöchigen Waffenstillstand mit den USA ein Bitcoin-Mautsystem für Öltanker eingeführt, die die Straße von Hormus passieren. Der Plan zielt darauf ab, den Transit zu regulieren und gleichzeitig die Kontrolle über eine der weltweit wichtigsten Ölrouten zu wahren.
Ein Bericht der Financial Times berichtet, dass Iran pro transportiertem Barrel Öl eine Gebühr von 1 US-Dollar erhebt. Die Gebühr muss in Bitcoin bezahlt werden. Diese Bitcoin-Maut gilt für alle Tanker, die die Passage durch die Meerenge anstreben.
Irans Bitcoin-Mautplan folgt der Übernahme der Kontrolle über die Straße nach Angriffen
Die Schiffsbetreiber müssen zunächst eine E-Mail mit Angaben zu ihrer Ladung an die iranischen Behörden senden. Anschließend müssen sie auf ihre Genehmigung warten, bevor sie die Passage antreten dürfen. Danach bleiben ihnen nur wenige Sekunden, um die Bitcoin-Mautzahlung an die iranische Wallet zu leisten.
Ein iranischer Beamter erklärte der Financial Times, das System stelle sicher, dass die Maut unter den Sanktionen nicht zurückverfolgt oder beschlagnahmt werden könne. Die Zahlung sei nicht leicht nachvollziehbar, so der Beamte.
Die iranische Regierung gibt an, das System ziele darauf ab, die Ladung während der Waffenstillstandsvereinbarung im Auge zu behalten. Zudem solle das System sicherstellen, dass keine Waffen über die Meerenge geschmuggelt werden.
Iran übernahm die Kontrolle über die Straße nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen Ende Februar. Jährlich passiert etwa ein Drittel des weltweit transportierten Öls diese Meerenge. Der Konflikt hatte die Ölpreise in den vergangenen Wochen bereits in die Höhe getrieben.
Schifffahrt verlangsamt sich, nachdem Iran Schiffe in Hormus warnt
Die Schifffahrt hat jedoch nach der Eskalation der Spannungen deutlich abgenommen. Berichten zufolge warten derzeit mehrere hundert Schiffe in der Region. Vor der Krise passierten täglich etwa 100 bis 120 Schiffe die Straße; diese Zahl ist nun erheblich gesunken.
Darüber hinaus hat Iran begonnen, Schiffe im Persischen Golf zu warnen. Die Warnungen wurden per Funk auf Englisch übermittelt und warnten davor, dass unbefugte Bewegungen sie zu Zielen machen könnten. Solche Warnungen haben die Vorsicht der Reedereien zweifellos erhöht.

Es ist von Bedeutung, dass andere regionale Exporteure wie Saudi-Arabien, die VAE und Katar wahrscheinlich gegen eine mögliche verlängerte Herrschaft Irans protestieren werden. Die Straße von Hormus ist eine gemeinsame Route für ölproduzierende Länder. Daher könnte das neue Regime zusätzliche Probleme schaffen.
Allerdings hat Donald Trump kürzlich erklärt, dass die USA und Iran ein gemeinsames Mautregime entwickeln könnten. Eine solche Entwicklung erscheine positiv, so Trump in einem Interview mit ABC News. Von iranischen Beamten wurden keine Worte zur Bitcoin-Maut verloren.
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