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Bonusaktien: Bedeutung, Arten, Berechtigung und mehr – Alles, was Anleger wissen müssen

Bonusaktien: Bedeutung, Arten, Berechtigung und mehr – Alles, was Anleger wissen müssen

Author:
AltC0inX
Published:
2025-07-10 17:00:02
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Bonusaktien sind wie ein unerwartetes Geschenk für Aktionäre – sie erhöhen die Anzahl der Aktien im Portfolio, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen. In diesem umfassenden Leitfaden tauchen wir tief in die Welt der Bonusaktien ein, erklären warum Unternehmen sie ausgeben, wie sie sich auf Ihr Investment auswirken und was Sie beachten müssen. Von Berechnungsbeispielen bis zu steuerlichen Aspekten – hier finden Sie alle Antworten.

Was sind Bonusaktien im Aktienmarkt?

Bonusaktien sind zusätzliche Aktien, die ein Unternehmen seinen bestehenden Aktionären kostenlos zuteilt, basierend auf der Anzahl der bereits gehaltenen Aktien. Diese Aktien werden durch die Umwandlung von Gewinnrücklagen oder Reserven des Unternehmens in Aktienkapital geschaffen. Im Gegensatz zu Dividenden erhalten Aktionäre hier keine Barausschüttung, sondern zusätzliche Anteile am Unternehmen.

Ein klassisches Beispiel: Die Deutsche Bank gibt 2023 eine 1:1 Bonusaktie aus. Für jede gehaltene Aktie erhalten Anleger eine zusätzliche Aktie. Besaß man zuvor 100 Aktien, besitzt man danach 200. Der Kurs passt sich entsprechend an – der Gesamtwert bleibt zunächst gleich, aber die Anzahl der Anteile verdoppelt sich.

Warum geben Unternehmen Bonusaktien aus?

Unternehmen haben verschiedene strategische Gründe für die Ausgabe von Bonusaktien:

1.: Mehr Aktien im Umlauf machen das Papier für Kleinanleger attraktiver. Der niedrigere Kurs nach der Ausgabe wirkt wie ein Sonderangebot.

2.: Statt Bargeld auszuschütten, wandelt das Unternehmen Reserven in Grundkapital um – eine clevere Bilanzkosmetik.

3.: Langjährige Aktionäre fühlen sich wertgeschätzt, ähnlich wie Stammkunden bei ihrem Lieblingscafé.

4.: Bei sehr hochpreisigen Aktien (wie man sie von Berkshire Hathaway kennt) macht eine Bonusausgabe das Papier psychologisch zugänglicher.

5.: Es zeigt Stärke – wie wenn ein Restaurant die Portionsgrößen erhöht, ohne die Preise anzuziehen.

Welche Arten von Bonusaktien gibt es?

Die Finanzwelt unterscheidet zwei Haupttypen:

Typ Beschreibung Beispiel
Voll einbezahlte Bonusaktien Werden aus Rücklagen wie Gewinnrücklagen oder Kapitalrücklagen gebildet. Aktionäre müssen nichts nachzahlen. SAP gibt 2022 eine 1:5 Bonusaktie aus Rücklagen aus
Teilweise einbezahlte Bonusaktien Beziehen sich auf Aktien, die ursprünglich nicht vollständig bezahlt wurden. Die Bonusaktien komplettieren die Einzahlung. Selten bei etablierten Unternehmen, eher in Sonderfällen

Wer hat Anspruch auf Bonusaktien?

Die Bonusaktien-Party hat klare Einlassbedingungen:

- Sie müssen die Aktien(Stichtag) in Ihrem Depot halten. Kaufen Sie erst danach, gehen Sie leer aus.

- Das Ex-Date (Tag nach der Hauptversammlung) markiert den Cut-off. Aktienkäufe AB diesem Tag berechtigen nicht mehr.

- Nur wer im Hauptbuch des Unternehmens als Aktionär registriert ist, erhält die Gratisaktien – daher der Name "Record Date".

Wie berechnet man Bonusaktien?

Die Mathematik dahinter ist simpler als die Steuererklärung:

: BMW gibt eine 3:2 Bonusaktie aus (3 neue für je 2 vorhandene Aktien).

- Sie halten 200 Aktien
- Berechnung: (200 / 2) * 3 = 300 Bonusaktien
- Neuer Bestand: 200 + 300 = 500 Aktien

Der Kurs passt sich automatisch an. War die Aktie vorher bei 150€, liegt sie nach der Ausgabe theoretisch bei 60€ (500 Aktien * 60€ = 30.000€ Gesamtwert, gleich wie vorher 200 * 150€).

Vorteile von Bonusaktien

:
- Portfolio wächst ohne zusätzliche Investition
- Keine sofortige Steuerbelastung (erst beim Verkauf)
- Langfristig oft Kurssteigerungen durch positive Marktwahrnehmung

:
- Bargeld bleibt in der Kriegskasse
- Erhöht die Börsenliquidität
- Stärkt das Image als shareholder-freundliches Unternehmen

Nachteile von Bonusaktien

:
- Gewinn pro Aktie (EPS) verdünnt sich
- Kein sofortiger Cashflow wie bei Dividenden

:
- Keine frischen Mittel durch die Ausgabe
- Administrative Kosten und Bürokratie
- Kann als Ersatz für fehlende Liquidität interpretiert werden

Kann man Bonusaktien verkaufen?

Ja, sobald sie im Depot verbucht sind – normalerweise innerhalb weniger Tage nach der Hauptversammlung. Die Börsen weisen den neuen Aktien einen eigenen ISIN-Code zu, dann sind sie handelbar. Praxistipp: Viele Anleger nutzen die oft kurzfristige Kursrallye nach der Ankündigung für Teilverkäufe.

Was ist der Unterschied zwischen Bonusaktien und Aktiensplits?

Beide erhöhen die Aktienanzahl, aber mit unterschiedlicher Mechanik:

Kriterium Bonusaktien Aktiensplit
Herkunft Aus Unternehmensrücklagen Reine Stückelung
Bilanzwirkung Erhöht das Grundkapital Kapital bleibt gleich
Nennwert Unverändert Wird geteilt

Bonusaktien – Fluch oder Segen?

Bonusaktien sind wie kostenlose Desserts im Restaurant – grundsätzlich erfreulich, aber kein vollwertiger Ersatz für die Hauptmahlzeit (hier: Dividenden). Für langfristig orientierte Anleger können sie durch den Zinseszinseffekt attraktiv sein. Daytrader dagegen profitieren eher von der erhöhten Liquidität und den kurzfristigen Kursbewegungen rund um das Ereignis.

Wichtig: Immer die Fundamentaldaten des Unternehmens prüfen. Eine Bonusaktie macht aus einem schwachen Geschäftsmodell kein starkes – ähnlich wie ein kostenloser Kaffee in einer insolventen Bäckerei das Grundproblem nicht löst.

Bonusaktien: Häufige Fragen

Wie wirken sich Bonusaktien auf den Aktienkurs aus?

Theoretisch sinkt der Kurs proportional zur erhöhten Aktienanzahl. In der Praxis gibt es oft kurzfristige Überreaktionen, da viele Anleger die Mechanik nicht verstehen.

Werden Bonusaktien besteuert?

In Deutschland nicht bei Erhalt, aber beim späteren Verkauf unterliegen sie der Kapitalertragssteuer. Die Anschaffungskosten der Originalaktien werden auf alle Anteile verteilt.

Kann ich Bonusaktien vererben?

Ja, sie werden ganz normal wie andere Aktien behandelt und gehen in den Nachlass über.

Gibt es Bonusaktien bei ETFs?

Nein, ETFs schütten normalerweise Dividenden aus. Der Thesaurierungseffekt ähnelt aber dem Konzept von Bonusaktien.

Wie oft können Unternehmen Bonusaktien ausgeben?

So oft sie wollen – solange genug Rücklagen vorhanden sind. Manche asiatische Unternehmen machen das jährlich, deutsche DAX-Konzerne eher selten.

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