USA verzeichnet drittgrößtes monatliches Defizit der Geschichte mit Haushaltsloch von 316 Mrd. USD im Mai
Dies kommt direkt nach dem kurzlebigen Überschuss im April, der nur durch eine Welle von Steuerzahlungen möglich wurde, die die Ausgabenflut nicht aufhalten konnten.
Bisher im Haushaltsjahr 2025 hat sich das Gesamtdefizit auf 1,36 Billionen USD summiert, was 14 % höher ist als im Vorjahreszeitraum. Die Daten wurden vom US-Finanzministerium gemäß dessen jüngstem Bericht veröffentlicht.
Doch die Zahlen für Mai lagen immerhin 9 % unter denen des Mai 2024 – ein minimaler Rückgang, der wenig bedeutet, wenn die Kosten weiter steigen. Ein großer Druckfaktor sind die Zinszahlungen, die außer Kontrolle geraten sind. Bei einer Gesamtverschuldung der USA von 36,2 Billionen USD musste die Regierung im Mai allein 92 Mrd. USD für Zinsen ausgeben.
Diese Summe übertraf alle anderen Bundesausgaben außer Medicare und Sozialversicherung – und sie steigt weiter. In nur acht Monaten des Haushaltsjahres 2025 wurden bereits 776 Mrd. USD nur für Zinszahlungen aufgewendet. Bis zum Ende des Haushaltsjahres wird erwartet, dass diese Zahl 1,2 Billionen USD überschreitet.
Haushaltsdruck bleibt hoch: Trumps Zollpläne treiben Renditen
Oberflächlich betrachtet hat die USA kein Einnahmenproblem. Die Steuereinnahmen stiegen im Mai um 15 % und liegen 6 % höher als vor einem Jahr. Aber die Ausgaben stiegen ebenfalls – um 2 % im Monat und 8 % im Jahresvergleich. Selbst Zölle halfen: Die Regierung nahm im Mai 23 Mrd. USD durch Zölle ein, gegenüber nur 6 Mrd. USD im Vorjahr.
Im Jahresverlauf haben Zölle 86 Mrd. USD eingebracht, ein Plus von 59 %. Dennoch nicht genug.
Ein Grund für die angespannte Lage sind die nach wie vor hohen Renditen. Nach einem Rückgang im letzten Sommer begannen sie erneut zu steigen – trotz Zinssenkungen der Federal Reserve. Dann kam Präsident Donald Trumps Ankündigung neuer Zölle am 2. April („Befreiungstag“), die die Renditen erneut in die Höhe trieb. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen liegt nun bei etwa 4,4 %, fast unverändert zum Vorjahr, aber immer noch schmerzhaft hoch, wenn man Billionen leiht.
Warnungen kommen auch von Wall Street. Jamie Dimon (CEO von JPMorgan Chase), Larry Fink (BlackRock) und RAY Dalio (Gründer von Bridgewater Associates) haben in den letzten Wochen wiederholt die Risiken der steigenden Schuldenlast betont. Das Defizit macht mittlerweile über 6 % des US-BIP aus – ein Wert, der fast nur in Kriegszeiten erreicht wird.
Übersetzt von AltC0inX