Der wahre Grund für den Bitcoin-Absturz laut Bitwise – und nein, es ist nicht Jane Street
- Warum fällt Bitcoin gerade so stark?
- Wie lange dauert der Crypto-Winter noch?
- Fazit: Geduld ist gefragt
- Häufig gestellte Fragen
Bitcoin durchlebt gerade eine Phase der Korrektur, und wie üblich gibt es zahlreiche Spekulationen über die Ursachen. Während einige auf manipulative Machenschaften großer Player wie Jane Street oder Binance tippen, sieht Matt Hougan von Bitwise die Gründe weitaus profaner: Langfristige Investoren reduzieren ihre Positionen. Doch wie lange wird der "Crypto-Winter" noch dauern? Und wann können wir mit einer Erholung rechnen?
Warum fällt Bitcoin gerade so stark?
Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, hat klare Worte für die zahlreichen Verschwörungstheorien, die in den sozialen Medien kursieren. "Die Theorien werden immer verrückter", sagt er. "Erst war es Binance, dann Wintermute, dann ein unbekannter Hedge-Fund, dann das 'Paper Bitcoin' und jetzt Jane Street. Nächste Woche wird es jemand anderes sein."
Hougan sieht den wahren Grund für den aktuellen Preisverfall viel simpler: Langfristige Investoren ("Whales") haben in den letzten Monaten ihre Positionen verkleinert. Sie verkauften Bitcoin am Spotmarkt, schlossen leveraged Trades und schrieben gedeckte Optionen – allesamt Faktoren, die den Preis nach unten drücken.
Interessanterweise gibt es noch weitere Theorien, die den Markt bewegen:
- Der klassische 4-Jahres-Zyklus (Halving-Zyklus)
- Bedenken hinsichtlich Quantencomputing
- Kapitalflüsse von Krypto in KI-Startups
Besonders das Thema Quantencomputing hat in letzter Zeit für Diskussionen gesorgt. Während MicroStrategy-Mitgründer Michael Saylor die Bedenken herunterspielt, bleiben Investoren wie Kevin O'Leary (Shark Tank) skeptisch. Er warnt, dass institutionelle Anleger ihre Bitcoin-Allokation auf etwa 3% begrenzen werden, bis die Branche eine Lösung für die quantencomputing-bedingten Sicherheitslücken findet.
Wie lange dauert der Crypto-Winter noch?
Laut Hougan könnte der Tiefpunkt bald erreicht sein. "Die meisten Verkäufe sind wahrscheinlich vorbei", meint er. "Wir erleben einen klassischen Crypto-Winter – und darauf folgt ein klassischer Crypto-Frühling."
Seiner Einschätzung nach begann der aktuelle Abwärtstrend im Januar 2025. Historisch gesehen dauern solche Phasen etwa 13 Monate, was bedeuten würde, dass das Ende nah ist.
On-Chain-Analyst Willy Woo sieht das etwas differenzierter. Zwar scheint der Verkaufsdruck nachzulassen, aber die mangelnde Liquidität im Spot- und Futures-Markt könnte kurzfristige Erholungen begrenzen. Woo rechnet mit einem Ende des Bärenmarktes im vierten Quartal 2026, wobei der Aufwärtstrend möglicherweise erst im ersten oder zweiten Quartal 2027 richtig Fahrt aufnimmt.
Seine Prognose für mögliche Bodenbildungen:
- 45.000 USD: Typischer Boden in einem Bärenmarkt
- 30.000 USD: Falls die globale Makrolage sich verschlechtert
- 16.000 USD: Letzte Verteidigungslinie für den langfristigen Aufwärtstrend
Interessant ist auch die Analyse von CryptoQuant, die vergangene Zyklen vergleicht:
- 2012-Zyklus (777 Tage): Ende am 4. Juni 2026
- 2016-Zyklus (889 Tage): Ende am 24. September 2026
- 2020-Zyklus (925 Tage): Ende am 30. Oktober 2026
Das würde ein Zeitfenster zwischen Juni und Dezember 2026 für das Ende des Bärenmarktes ergeben.
Fazit: Geduld ist gefragt
Die unterschiedlichen Prognosen zeigen vor allem eines: Niemand weiß genau, wo wir uns im aktuellen Zyklus befinden. Doch eines scheint klar: Die aktuellen Schwächen von Bitcoin sind struktureller und psychologischer Natur – nicht das Ergebnis manipulativer Machenschaften.
Wie immer im Kryptomarkt gilt: Wer langfristig denkt, sollte die kurzfristige Volatilität aussitzen. Oder wie Hougan es ausdrückt: "Bottoms take time."
Häufig gestellte Fragen
Wer ist laut Bitwise für den Bitcoin-Absturz verantwortlich?
Laut Matt Hougan von Bitwise sind nicht einzelne Akteure wie Jane Street für den Preisrückgang verantwortlich, sondern langfristige Investoren, die ihre Positionen verkleinert haben.
Wann wird der aktuelle Crypto-Winter enden?
Hougan schätzt, dass der Abwärtstrend, der im Januar 2025 begann, bald enden könnte, da solche Phasen historisch etwa 13 Monate dauern. Analyst Willy Woo rechnet mit einem Ende des Bärenmarktes im Q4 2026.
Welche Preisniveaus könnten ein Boden sein?
Woo nennt drei mögliche Szenarien: 45.000 USD als typischen Bärenmarktboden, 30.000 USD bei verschlechterter Makrolage und 16.000 USD als letzte Verteidigungslinie für den Aufwärtstrend.