Wintermute-CEO verteidigt Binance nach dem 10%igen Krypto-Marktcrash im Oktober
- Was war der Auslöser für den Krypto-Crash am 10. Oktober?
- Warum verteidigt der Wintermute-CEO Binance?
- Welche Vorwürfe erhebt OKX gegen Binance?
- Wie reagierte Binance auf die Vorwürfe?
- Wer hat recht in der Debatte?
- Fragen und Antworten zum Oktober-Crash
Der Kryptomarkt erlebte am 10. Oktober einen turbulenten Tag, der zu hitzigen Debatten unter Branchenführern führte. Während einige Binance die Schuld für die massiven Liquidierungen gaben, sprang der Wintermute-CEO Evgeny Gaevoy der Börse zur Seite. Gleichzeitig warf OKX-CEO Star Xu Binance riskantes Verhalten vor. Die Wahrheit? Wie so oft liegt sie wahrscheinlich irgendwo dazwischen.
Was war der Auslöser für den Krypto-Crash am 10. Oktober?
Am 10. Oktober 2025 erlebte der Kryptomarkt einen plötzlichen Einbruch, der laut Daten von CoinMarketCap zu einem Gesamtverlust von über 28 Milliarden Dollar an liquidierten Positionen führte. Auslöser waren makroökonomische Nachrichten, darunter Ankündigungen zu Handelszöllen zwischen den USA und China. Der Markt, der bereits hochgradig gehebelt war, reagierte mit Panikverkäufen.
Besonders betroffen war der synthetische Stablecoin USDe, der auf Binance zeitweise auf 0,65 Dollar abstürzte, während er auf anderen Plattformen wie BTCC nahe am Peg von 1 Dollar blieb. Diese Diskrepanz führte zu einer Kaskade an Liquidierungen.
Warum verteidigt der Wintermute-CEO Binance?
Evgeny Gaevoy, CEO des Handelshauses Wintermute, widersprach öffentlich den Vorwürfen, dass ein "Softwarefehler" bei Binance den Crash verursacht hätte. In einem Post auf X schrieb er: "Es war ein plötzlicher Einbruch in einem überhebelten Markt bei illiquiden Nachtstunden, ausgelöst durch makroökonomische Nachrichten."
Gaevoy kritisierte, dass öffentliche Personen voreilige Schuldzuweisungen treffen würden, ohne die komplexen Marktmechanismen vollständig zu verstehen. Seiner Analyse nach handelte es sich um ein klassisches Szenario von "Liquiditätsverdunstung" in stressigen Marktphasen.
Welche Vorwürfe erhebt OKX gegen Binance?
Star Xu, CEO von OKX, präsentierte eine ganz andere Lesart der Ereignisse. Er beschuldigte Binance, durch aggressive Marketingkampagnen für USDe systemische Risiken geschaffen zu haben. "Binance warb mit 12% APY auf USDe, behandelte es wie USDT/USDC als Collateral, ohne angemessene Risikohinweise", so Xu.
Laut Xu entstanden dadurch gefährliche Hebelkreisläufe, bei denen Nutzer USDT gegen USDe tauschten, dieses als Sicherheit nutzten, um mehr USDT zu leihen - ein Prozess, der sich mehrfach wiederholte. Künstliche APYs von bis zu 70% seien so entstanden, bevor die Volatilität das Kartenhaus zum Einsturz brachte.
Wie reagierte Binance auf die Vorwürfe?
In einer ausführlichen Stellungnahme vom 30. Januar wies Binance die Vorwürfe zurück. Die Börse führte den Crash auf drei Hauptfaktoren zurück:
- Makroökonomische Schocks
- Risikoprotokolle von Market Makern
- Überlastung des Ethereum-Netzwerks
Ein Binance-Sprecher betonte: "Unsere Kerninfrastruktur funktionierte durchgehend. Anzeigefehler in der UI hatten keinen Einfluss auf die tatsächliche Orderausführung." Bis Februar 2026 hatte Binance Entschädigungen in Höhe von 283 Millionen Dollar an betroffene Nutzer ausgezahlt.
Wer hat recht in der Debatte?
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich - wie so oft - in der Mitte. Während makroökonomische Faktoren zweifellos den initialen Auslöser darstellten, zeigen Xus Ausführungen mögliche Schwachstellen im Risikomanagement bestimmter Plattformen auf. Gleichzeitig unterstreicht Gaevoys Intervention, wie komplex Marktdynamiken in Krisensituationen werden können.
Ein BTCC-Analyst kommentierte: "Solche Ereignisse sind schmerzhafte, aber notwendige Lektionen für die noch junge Branche. Risikomanagement muss über bullishe Phasen hinausgedacht werden."
Fragen und Antworten zum Oktober-Crash
Was war der Hauptgrund für den Crash am 10. Oktober?
Der unmittelbare Auslöser waren makroökonomische Nachrichten, insbesondere Ankündigungen zu US-China-Handelszöllen. In einem bereits überhebelten Markt führte dies zu Panikverkäufen.
Warum wurde USDe besonders stark getroffen?
USDe war aufgrund von Marketingkampagnen und seiner Nutzung als Collateral besonders exponiert. Als die Volatilität zunahm, brach der Peg, was Liquidierungen beschleunigte.
Wie hat Binance auf die Krise reagiert?
Binance führte technische Untersuchungen durch, wies Schuldzuweisungen zurück und zahlte bis Februar 2026 283 Millionen Dollar an Entschädigungen aus.