Bitcoin schlägt den Euro — Frankreich setzt auf Kryptowährungen statt CBDC
Die französische Nationalversammlung hat sich dafür ausgesprochen, den geplanten digitalen Euro der EZB zu blockieren und stattdessen Bitcoin und Euro-Stablecoins zu fördern. Berichten zufolge wurde der Antrag am 22. Oktober 2025 von Éric Ciotti und UDR-Mitgliedern eingereicht.
Aufruf zu nationalen Bitcoin-Reserven
Die Motion fordert eine öffentliche Stelle auf, strategische Bitcoin-Bestände in Höhe von 2 % des Gesamtangebots – etwa 420.000 BTC – über sieben bis acht Jahre aufzubauen.
Zu den Finanzierungsideen gehören die Nutzung überschüssiger Energie zum Mining, die Einbehaltung beschlagnahmter Bitcoins und die tägliche Verwendung eines Teils der Livret-A- und LDDS-Ersparnisse für Bitcoin-Käufe. Der Plan würde Bitcoin-Steuerzahlungen ermöglichen, falls verfassungsrechtliche Prüfungen dies genehmigen.
Befürworter argumentieren, eine zentral gesteuerte Digitalwährung könnte Behörden ermöglichen, das Geld der Bürger zu verfolgen und einzufrieren, und verglichen den Plan mit Chinas Digital-Yuan.

Sie warnten, ein digitaler Euro könnte es Nutzern ermöglichen, Einlagen direkt zur EZB zu transferieren und Banken schwächen, was das Risiko von Verlagerungen erhöht, die Kreditinstitute destabilisieren könnten.
Die EZB begann im November 2023 mit einer Vorbereitungsphase, die voraussichtlich Ende 2025 enden wird; laut Piero Cipollone könnte der Umlauf um 2029 beginnen.
Euro-Stablecoins und Marktgröße
Die Motion drängt auf stärkere Euro-denominierte Stablecoins, um die Abhängigkeit von Dollar-Token zu verringern. Den im Vorschlag zitierten IWF-Daten zufolge basieren 91 % der Stablecoin-Marktkapitalisierung – etwa 210 Milliarden von 230 Milliarden US-Dollar – auf dem Dollar, während der größte Euro-Stablecoin bei etwa 259 Millionen US-Dollar liegt.
Die Gesetzgeber wollen MiCA-Regeln anpassen, damit europäische Banken und Unternehmen Euro-Token einfacher ausgeben können.
Forderungen zur Anpassung der Bankenregeln
Im Rahmen des Pakets strebt die Resolution eine lockerere Handhabung der Basel-Vorsorgeregeln an, die derzeit einige kryptogedeckte Kredite als hochriskant einstufen und Kapitalpuffer von bis zu 1.250 % vorschreiben.
Befürworter sagen, diese Regeln schrecken Krypto-Besicherungen AB und fordern eine „gezielte Abweichung“, um die Bankenbeteiligung zu fördern.
Frankreich hat die Türen für stärker regulierte Krypto-Arbeiten geöffnet. Die AMF genehmigte BPCEs Hexarq für Verwahrung und Handel, und Lise, eine Plattform für tokenisierte Aktien, erhielt grünes Licht für das DLT-Pilotregime.
Laut Chainalysis bearbeitete Frankreich von Juli 2024 bis Juni 2025 etwa 180 Milliarden US-Dollar an Krypto-Strömen und gehört damit zu den aktivsten Märkten Europas.
Der Vorschlag steht vor rechtlichen und politischen Prüfungen, macht aber deutlich, dass Frankreich die Gestaltung digitalen Geldes in Europa beeinflussen will. Die Debatte dürfte auf großes öffentliches Interesse stoßen.
Übersetzung von AltC0inX