Spotify-Ergebnisse: Aus Gewinnen werden Verluste
Hier ist unsere erste Einschätzung zum Finanzbericht von Spotify (SPOT 1,18%) für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2025.
Wichtige Kennzahlen
| Umsatz | 3,81 Mrd. Euro | 4,19 Mrd. Euro | +10% | Unterschritten |
| Gewinn je Aktie | 1,33 Euro | (0,42 Euro) | N/A | Unterschritten |
| Premium-Abonnenten | 246 Mio. | 276 Mio. | +12% | n/a |
| Freier Cashflow | 490 Mio. Euro | 700 Mio. Euro | +43% | n/a |
Eine große Gewinnenttäuschung für Spotify
Der Musikstreaming-Anbieter Spotify verfehlte am Dienstag mit seinem Quartalsbericht deutlich die Erwartungen. Der Umsatz stieg zwar um 10 % auf 4,19 Mrd. Euro, lag aber unter den Analystenschätzungen. Der Gewinn je Aktie sank unerwartet auf einen Verlust von 0,42 Euro, weit unter der durchschnittlichen Schätzung der Analysten von einem Gewinn von 2,02 Euro.
Spotify verzeichnete im zweiten Quartal solide Abonnentenzuwächse. Das Unternehmen schloss das Quartal mit 276 Mio. Premium-Abonnenten ab, ein Plus von 12 % im Jahresvergleich, und 433 Mio. werbefinanzierten Nutzern, ein Plus von 10 %. Die Premium-Umsätze stiegen um 10 %, während die werbefinanzierten Umsätze um 1 % zurückgingen. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 31,5 %, angetrieben durch Margensteigerungen in beiden Geschäftsbereichen.
Der Umsatz wurde durch Währungsschwankungen negativ beeinflusst. Das Unternehmen gab an, dass Währungseffekte zu einem Umsatzrückgang von 104 Mio. Euro führten, was den gesamten Umsatzverfehlung erklärt. Die Betriebskosten stiegen ebenfalls, bedingt durch Währungseffekte, Sozialabgaben und höhere Personalkosten. Die Sozialabgaben, die an die Wertentwicklung der aktienbasierten Vergütung gekoppelt sind, beliefen sich im zweiten Quartal auf 115 Mio. Euro. Spotify verbuchte Finanzierungskosten von 358 Mio. Euro, darunter Währungsverluste, Zinsaufwendungen und Bewertungsverluste auf Finanzinstrumente.
Während die Gewinne von Spotify einbrachen, stieg der freie Cashflow um 43 % auf 700 Mio. Euro.
Sofortige Marktreaktion
Obwohl ein Großteil der schwachen Umsätze und Gewinne von Spotify auf Währungsschwankungen und die Auswirkungen der Aktienkurssteigerungen auf die Sozialabgaben zurückzuführen war, zogen sich die Anleger im frühen Handel zurück. Die Spotify-Aktie fiel mehr als 5 %, etwa 90 Minuten vor Börsenöffnung. Vor dem Quartalsbericht war die Spotify-Aktie seit Jahresbeginn um etwa 57 % gestiegen.
Worauf man achten sollte
Spotify erwartet, dass Währungseffekte das Umsatzwachstum im dritten Quartal um fast einen halben Prozentpunkt dämpfen werden. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz von 4,2 Mrd. Euro, nur geringfügig höher als im zweiten Quartal. Spotify erwartet zudem, dass die Bruttomarge aufgrund einer regulatorischen Belastung auf 31,1 % sinken wird, und rechnet mit einem Nettozuwachs von nur 5 Mio. Premium-Abonnenten. Im zweiten Quartal hatte Spotify noch 8 Mio. neue Premium-Abonnenten gewonnen.
Obwohl die Spotify-Aktie in diesem Jahr eine beeindruckende Rallye hingelegt hat, könnten der enttäuschende Quartalsbericht und die schwache Prognose dem Rallye ein Ende setzen.
Übersetzt von Sh1b4rmy