USA und Japan uneinig über Gewinnaufteilung bei Handelsabkommen – Wer bekommt den Löwenanteil?
- Worum geht es im Handelsstreit zwischen USA und Japan?
- Wie sieht die aktuelle Vereinbarung aus?
- Warum lehnt Japan die US-Forderung ab?
- Welche Industrien sind besonders betroffen?
- Wie reagiert die Gewerkschaft auf das Abkommen?
- Welche weiteren Handelsabkommen stehen an?
- Fragen und Antworten zum Handelsabkommen
Die USA und Japan bleiben in zentralen Punkten ihres neuen Handels- und Investitionsabkommens uneins, insbesondere bei der Frage der Gewinnverteilung. Während Washington 90% der Erlöse für sich beansprucht, besteht Tokio auf eine proportional faire Aufteilung. Das Abkommen mit einem Volumen von 550 Milliarden US-Dollar könnte dadurch ins Wanken geraten.
Worum geht es im Handelsstreit zwischen USA und Japan?
Die Kernkontroverse dreht sich um die Aufteilung der Gewinne aus dem kürzlich unterzeichneten Handels- und Investitionspaket. Japan besteht darauf, dass die Gewinnbeteiligung die proportionalen Beiträge und Risiken beider Seiten widerspiegeln sollte. Die USA hingegen beharren auf einem Anteil von 90% der Erlöse, was sie mit ihrer "größeren wirtschaftlichen Rolle" und der Investitionsstruktur begründen.
Wie sieht die aktuelle Vereinbarung aus?
Präsident Donald TRUMP hatte das Abkommen am Dienstag offiziell angekündigt, das eine 15%ige Zollgebühr auf importierte Waren und eine japanische Investitionszusage von 550 Milliarden US-Dollar beinhaltet. Japanische Beamte betonten gegenüber Reuters, dass die Gewinne "basierend auf den jeweiligen Beitragsniveaus und den von jeder Seite getragenen Risiken" geteilt werden sollten.
Warum lehnt Japan die US-Forderung ab?
Japans Chefunterhändler Ryosei Akazawa bezeichnete die 90-10-Aufteilung während eines Pressebriefings am Freitag als nicht endgültig. Er wies Behauptungen zurück, Japan würde einfach mehr als 550 Milliarden US-Dollar "aushändigen", und nannte solche Aussagen "völlig falsch". Das japanische Paket umfasst Kredite und Garantien der staatlichen Japan Bank for International Cooperation (JBIC) und Nippon Export and Investment Insurance (NEXI).
Welche Industrien sind besonders betroffen?
Besonders die amerikanische Automobilindustrie zeigt sich verärgert über die Bedingungen. Matt Blunt vom American Automotive Policy Council warnte vor unfairem Wettbewerb, da das Abkommen niedrigere Zölle auf japanische Fahrzeuge ohne entsprechende US-Inhalte vorsieht. Derzeit zahlen US-Unternehmen 50% Zoll auf importierten Stahl und Aluminium sowie 25% auf Fahrzeugteile, sofern sie nicht durch bestehende Abkommen wie USMCA geschützt sind.
Wie reagiert die Gewerkschaft auf das Abkommen?
Die United Auto Workers (UAW) kritisierte das "ärgerliche" Abkommen scharf und argumentierte, dass es keine gleichwertigen Standards wie jene setze, die von amerikanischen Arbeitnehmern bei GM, Ford und Stellantis ausgehandelt wurden. "Wir brauchen Handelsabkommen, die Standards erhöhen, nicht den Wettlauf nach unten belohnen", so die UAW.
Welche weiteren Handelsabkommen stehen an?
Die Trump-Administration verhandelt derzeit auch mit der EU und asiatischen Nationen. Kürzlich wurden Abkommen mit den Philippinen und Indonesien geschlossen, die US-Exporte in diese Länder von Importsteuern befreien. Trump kündigte an, dass zukünftige Zölle für die EU zwischen 15% und 50% liegen werden, abhängig vom Partnerland.
Fragen und Antworten zum Handelsabkommen
Was ist der Hauptstreitpunkt zwischen USA und Japan?
Der Hauptkonflikt liegt in der Gewinnaufteilung des 550-Milliarden-Dollar-Abkommens, wobei die USA 90% der Erlöse beanspruchen, während Japan eine proportional faire Verteilung fordert.
Wie reagiert die Automobilindustrie auf das Abkommen?
Die US-Autoindustrie kritisiert die Bedingungen scharf, insbesondere die niedrigeren Zölle für japanische Fahrzeuge ohne entsprechende US-Inhaltsanforderungen, was zu unfairem Wettbewerb führen könnte.
Welche Position vertritt die japanische Regierung?
Japan besteht auf einer Gewinnverteilung, die die tatsächlichen Beiträge und Risiken beider Seiten widerspiegelt, und lehnt die einseitige 90-10-Aufteilung der USA ab.