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Betrugsversuch: Hacker nutzen OP_RETURN, um 80.000 BTC aus Mt. Gox zu stehlen

Betrugsversuch: Hacker nutzen OP_RETURN, um 80.000 BTC aus Mt. Gox zu stehlen

Author:
Sh1b4rmy
Published:
2025-07-09 20:18:02


Hacker nutzen das oft übersehene OP_RETURN-Feld der Bitcoin-Blockchain, um sich Zugang zu einem der legendärsten Wallet-Adressen zu verschaffen - der 1Feex-Adresse mit rund 80.000 BTC aus dem Mt. Gox-Hack. Bei aktuellen Kursen entspricht dies über 8,7 Milliarden US-Dollar. Die Betrüger verfolgen dabei eine zweigleisige Strategie aus Phishing und pseudo-juristischen Manövern, wie Analysen der BitMEX Research zeigen.

Wie funktioniert der OP_RETURN-Betrug genau?

Die Angreifer nutzen kleine Transaktionen zu alten Bitcoin-Adressen, in deren OP_RETURN-Feld sie gefälschte Nachrichten hinterlegen. In einem analysierten Fall enthielt das Feld einen LINK zu einer betrügerischen Website (www.salomon[]bros.[]com/owner_notice), die vorgibt, den rechtmäßigen Eigentümer der Wallet zu suchen. "NICHT ausfüllen!", warnt das BitMEX-Team ausdrücklich. Die Seite sammelt persönliche Daten unter falschen Vorwänden und gibt vor, mit der historischen Wall-Street-Firma Salomon Brothers verbunden zu sein - eine dreiste Lüge, wie Recherchen belegen.

Quelle: BitMEX Research

Warum ist die 1Feex-Adresse so begehrt?

Die Wallet ist ein Relikt aus dem Mt. Gox-Debakel von 2014, als 850.000 BTC gestohlen wurden. Zwar wurden 140.000 BTC zurückerlangt, aber die 1Feex-Adresse mit ihren 80.000 BTC (heute ~8,7 Mrd. $) bleibt seit Jahren unberührt. "Das ist wie der Heilige Gral für Krypto-Betrüger", kommentiert ein BTCC-Analyst. Interessanterweise wurde bereits früher versucht, juristisch Besitzansprüche geltend zu machen - angeblich finanziert von Calvin Ayre, einer umstrittenen Figur der Bitcoin SV-Szene.

Welche rechtlichen Tricks wenden die Betrüger an?

Die Strategie scheint zweigleisig: Erstens klassisches Phishing nach sensiblen Daten. Zweitens bereiten sie offenbar eine juristische Kampagne vor, ähnlich früheren Versuchen, Bitcoin-Entwickler zu verklagen, um Zugang zu "verlorenen" Coins zu erzwingen. "Das ist die perfekte Mischung aus Technik-Trick und Rechtsmissbrauch", erklärt Matthew Sigel von VanEck. Die Betrüger berufen sich auf Konzepte wie "konstruktiven Besitz" - ein juristisches Graufeld, das sie ausnutzen.

Warum ist OP_RETURN so umstritten?

Das Datenfeld in Bitcoin-Transaktionen wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Einerseits ermöglicht es innovative Anwendungen, andererseits wird es für Spam und jetzt sogar Betrug missbraucht. Aktuell wird im Bitcoin CORE über eine Beschränkung auf 80 Byte debattiert. "Größere OP_RETURNs blähen die Blockchain auf wie schlechte Tattoos altern", spottet Bitcoin-Experte Jimmy Song. Andere warnen vor zu starken Einschränkungen, die legitime Nutzungen behindern würden.

Wie reagiert die Community?

Die Enthüllungen lösten hitzige Debatten aus. Während einige sofort Calvin Ayre verdächtigen, mahnen andere zur Vorsicht: "Wo sind die Beweise?", fragt Nutzer Bryan. Fakt ist: Der Fall zeigt, wie technische Freiheiten in Kryptosystemen zunehmend für kriminelle Machenschaften ausgenutzt werden - ein Dilemma zwischen Innovation und Sicherheit.

Was bedeutet das für die Zukunft von OP_RETURN?

Der aktuelle Betrug dürfte die Debatte um Regulierung des Datenfelds neu entfachen. Entwickler Peter Todd plädiert für strengere Limits, während Gegner wie Alishiya warnen: "Bitcoin sollte sich auf Geld konzentrieren, nicht auf Layer-2-Experimente." Klar ist: Solange Milliarden in vergessenen Wallets schlummern, wird die Blockchain Ziel kreativer Betrugsversuche bleiben. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

Fragen und Antworten zum OP_RETURN-Betrug

Was ist das OP_RETURN-Feld in Bitcoin?

OP_RETURN ist ein spezielles Feld in Bitcoin-Transaktionen, das zum Speichern beliebiger Daten genutzt werden kann (max. 80 Byte). Es wird oft für Metadaten oder kleine Nachrichten verwendet, da die Daten nicht ausgabefähig sind.

Wie versuchen die Betrüger, an die 80.000 BTC zu kommen?

Durch eine Kombination aus Phishing (gefälschte Websites zur Datenerfassung) und dem Vortäuschen juristischer Ansprüche über das OP_RETURN-Feld. Sie hoffen wohl, entweder direkt an Zugangsdaten zu kommen oder durch rechtlichen Druck Zugriff zu erhalten.

Warum wurde die 1Feex-Adresse ausgewählt?

Mit 80.000 BTC (8,7 Mrd. $) ist sie eine der wertvollsten "verwaisten" Adressen aus dem Mt. Gox-Hack. Da die eigentlichen Besitzer seit Jahren nicht aktiv wurden, ist sie ein lukratives Ziel für Betrüger.

Kann man OP_RETURN wirklich für rechtliche Ansprüche nutzen?

Juristisch höchst fragwürdig. Die Betrüger nutzen wohl eher die psychologische Wirkung ("offiziell aussehende" Nachrichten in der Blockchain) als echte Rechtsmechanismen.

Wie kann man sich vor solchen Betrügereien schützen?

1) Niemals Links aus OP_RETURN-Nachrichten folgen
2) Keine persönlichen Daten auf verdächtigen Seiten eingeben
3) Wallet-Schlüssel sicher aufbewahren
4) Bei zweifelhaften "juristischen" Ansprüchen professionellen Rat einholen

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