Interview mit Karen Kharmandarian: Die 3 Mega-Trends für Investoren 2026 – KI, Energiewende & Geopolitik
- Die drei Mega-Trends der nächsten Dekade
- KI-Bewertungen: Blase oder noch Luft nach oben?
- Portfolio-Diversifikation: Eine gesunde Entwicklung
- Kharmandarians KI-Investmentstrategie
- Hohe Bewertungen: Kein Grund zur Panik
- Fazit: Langfristige Trends im Blick behalten
- Häufig gestellte Fragen
Karen Kharmandarian, Fondsmanager bei Mirova, identifiziert drei Schlüsselthemen, die das kommende Jahrzehnt prägen werden: Künstliche Intelligenz (KI), die globale Energiewende und geopolitische Verschiebungen. Besonders im KI-Sektor sieht er trotz hoher Bewertungen weiteres Potenzial, vor allem bei Infrastrukturanbietern wie Nvidia, TSMC und Microsoft. Dieser Artikel analysiert seine Einschätzungen und Investmentstrategien.
Die drei Mega-Trends der nächsten Dekade
"Aus unserer Sicht werden drei Themen das kommende Jahrzehnt strukturieren", erklärt Kharmandarian im exklusiven Gespräch. "Erstens die KI, die noch ganz am Anfang steht. Zweitens die Energiewende – vielleicht aktuell etwas aus der Mode, aber durch den Klimanotstand und Europas Streben nach wirtschaftlicher Souveränität ein Dauerbrenner. Drittens die Geopolitik: Der neue Weltordnungskampf zwingt Europa, sich technologisch und industriell unabhängiger von China und den USA zu machen."
KI-Bewertungen: Blase oder noch Luft nach oben?
Auf die Frage nach überhöhten KI-Bewertungen antwortet der Experte differenziert: "Einzelne Werte mögen überhitzt wirken, aber die großen Player zeigen keine Blasensymptome." Seine Analyse: "Die Kursgewinne 2025 basierten auf steigenden Gewinnen pro Aktie, nicht auf Multiplikator-Expansion. Aktuell fließt das Geld vor allem in die KI-Infrastruktur – Chiphersteller, Rechenzentren etc. Aber der Fokus wird sich schrittweise auf Anwendungssoftware verlagern. Da stehen wir erst am Anfang."
Portfolio-Diversifikation: Eine gesunde Entwicklung
Die jüngste breitere Streuung der Investments nach der Phase extremer Konzentration auf Tech-Titel bewertet Kharmandarian positiv: "Das ist gute Nachrichten für aktives Fondsmanagement! Selbst unter den Large Caps sehen wir diese Diversifikation – und über verschiedene Marktsegmente hinweg."
Kharmandarians KI-Investmentstrategie
Sein Fokus liegt klar auf Infrastrukturanbietern: "Wir bevorzugen Upstream-Unternehmen – Halbleiterhersteller wie TSMC und ASML, Chipdesigner wie Nvidia und AMD, Datenbank-Spezialisten wie Snowflake und MongoDB, oder Rechenzentren-Ausstatter wie Broadcom." Bei Software sieht er mehr Unsicherheit: "Der Markt sucht noch nach den Gewinnern von morgen. Deshalb werden viele Softwarefirmen pauschal abgestraft – teilweise zu Unrecht, wie im Fall von ServiceNow. Deren Marktstellung als Workflow-Orchestrator bleibt unangefochten."
Hohe Bewertungen: Kein Grund zur Panik
"Wir nutzen unser Know-how, um Chancen auch bei höher bewerteten Titeln zu identifizieren", so Kharmandarians Herangehensweise. Entscheidend seien sichtbare Wachstumspfade, gefüllte Auftragsbücher und klare strategische Positionierung in der Wertschöpfungskette. "Solange diese Kriterien erfüllt sind, können auch höhere Multiples gerechtfertigt sein."
Fazit: Langfristige Trends im Blick behalten
Kharmandarians Resümee: "Die drei großen Themen KI, Energiewende und Geopolitik werden die Märkte noch Jahre bewegen. Investoren sollten sich nicht von kurzfristigen Bewertungsfragen ablenken lassen, sondern die strukturellen Wachstumstreiber im Blick behalten." Besonders im KI-Bereich prognostiziert er weitere Innovationswellen: "Was wir heute sehen, ist erst der Anfang der künstlichen Intelligenz."
Häufig gestellte Fragen
Welche KI-Aktien hält Karen Kharmandarian?
Sein Fokus liegt auf Infrastrukturanbietern wie Nvidia, TSMC, ASML, AMD, Broadcom, Snowflake, MongoDB sowie Tech-Giganten wie Alphabet und Microsoft.
Sind KI-Aktien überbewertet?
Kharmandarian sieht bei großen Playern keine Blasensymptome, da deren Kursgewinne auf Gewinnsteigerungen (nicht Multiplikator-Expansion) basierten. Einzelne Werte könnten jedoch überhitzt sein.
Warum ist die Energiewende trotz aktueller Schwächephase ein Langfristtrend?
Laut Kharmandarian treiben der Klimanotstand und Europas Streben nach wirtschaftlicher Souveränität diesen Trend langfristig voran.