Robinhood wirbt mit „günstigstem Krypto-Handel“ – aber ist das irreführend?
Robinhood (Nasdaq: HOOD) steht unter Untersuchung durch Floridas Generalstaatsanwaltschaft. Der Vorwurf: Die Handelsplattform behauptet, Krypto-Handel „durchschnittlich zum niedrigsten Preis“ anzubieten – doch es gibt Hinweise, dass dies nicht stimmt. Die Behörde hat zudem eine Vorladung an Robinhood ausgestellt, um interne Dokumente einzufordern.
„Die günstigste Art, Krypto zu kaufen“
Laut Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier hat Robinhoods Krypto-Sparte falsche Werbung gemacht, indem sie die Plattform als „die preiswerteste Lösung für den Krypto-Kauf“ bewarb – obwohl gegenteilige Beweise vorliegen sollen.
Der Vorwurf lautet, dass Robinhood Crypto gegen das Gesetz gegen unlautere Geschäftspraktiken verstößt.
„Verbraucher verdienen Transparenz, wenn sie Krypto-Assets handeln“, so Generalstaatsanwalt Uthmeier. „Robinhood hat lange behauptet, das beste Angebot zu haben – doch wir gehen davon aus, dass diese Darstellung irreführend war.“
Die Behörde hinterfragt insbesondere Robinhoods Payment-for-Order-Flow-Modell (PFOF), das auch für Krypto-Transaktionen genutzt wird. Statt Provisionen zu verlangen, verdient das Unternehmen Geld, indem es Kundenorders an Drittfirmen weiterleitet – gegen eine Gebühr.
„Es gibt Anzeichen, dass das Handeln bei Robinhood aufgrund der PFOF-Struktur tatsächlich teurer ist als bei Mitbewerbern, die pauschalere Handelskosten anbieten“, heißt es aus der Staatsanwaltschaft.
Krypto als wichtiger Umsatztreiber
Obwohl Robinhood ursprünglich für gebührenfreien Aktienhandel bekannt wurde, ist Krypto mittlerweile eine der Haupteinnahmequellen. Die Erlöse aus Krypto überstiegen sogar die Einnahmen aus Optionen, die jahrelang die größte Ertragsquelle waren.
Doch im ersten Quartal 2025 sanken die Krypto-Erlöse auf 252 Millionen US-Dollar – ein Rückgang von etwa 30 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das Unternehmen erwägt nun, seine Abhängigkeit vom volatilen Krypto-Handel zu verringern.
Kürzlich führte Robinhood zudem tokenisierte Aktien für europäische Nutzer ein. Dieser Schritt sorgte jedoch für Kontroversen, nachdem die EU eine Untersuchung zur Struktur dieser tokenisierten Unternehmensanteile eingeleitet hatte.
Übersetzt von PumpNdump