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Gabriel Makhlouf (BCE): Warum der Euro den US-Dollar nicht ersetzen kann – Die strukturellen Defizite der Eurozone

Gabriel Makhlouf (BCE): Warum der Euro den US-Dollar nicht ersetzen kann – Die strukturellen Defizite der Eurozone

Author:
PumpNdump
Published:
2025-07-06 16:16:02


Gabriel Makhlouf, Mitglied des EZB-Rats, entkräftet die Debatte über eine Ablösung des Dollars als globale Ankerwährung. Trotz seiner Rolle als zweitwichtigste Handelswährung fehlen dem Euro zentrale Elemente: eine einheitliche Fiskalpolitik, europäische "Safe Assets" und tiefe Kapitalmärkte. Dieser Analyse-Artikel beleuchtet die strukturellen Hindernisse und zeigt auf, welche Reformen die EU für eine echte Währungssouveränität benötigt.

Die Illusion vom Euro als globale Leitwährung

Bei einem Wirtschaftsforum in Aix-en-Provence stellte Makhlouf klar: "Das europäische Wirtschaftssystem ist noch nicht ausgereift genug." Drei Kernprobleme verhindern den Aufstieg des Euros: 1. Fehlende fiskalische Integration (kein EU-Haushalt wie der US-Bundesetat) 2. Keine gemeinsamen europäischen Staatsanleihen als Pendant zu US-Treasuries 3. Fragmentierte Kapitalmärkte – der europäische Bankenunion-Prozess stockt seit 2014 Vergleiche mit TradingView-Daten zeigen: Der Dollar dominiert 58% der globalen Reserven, der Euro stagniert bei 20%. CoinGlass-Analysen belegen, dass 88% aller Rohstoffkontrakte in Dollar fakturiert werden.

Warum scheitert der Euro an den strukturellen Voraussetzungen?

Makhlouf nennt konkrete Beispiele: - Die Eurozone umfasst 20 Länder, aber nationale Schuldenemissionen (Deutschland: 27% des BIP, Italien: 135%) - Keine gemeinsame Haftung für Staatsanleihen – im Gegensatz zum US-Treasury-System - Der ESM-Rettungsfonds (seit 2012 aktiv) hat nur 500 Mrd. Euro Kapazität - Europäische Unternehmensanleihen machen nur 35% des US-Marktvolumens aus (Quelle: ECB Statistics) "Europa braucht dringend eine echte Kapitalmarktunion", so der irische Notenbankchef. BTCC-Analysten verweisen hier auf die Chancen eines integrierten EU-Anleihenmarkts.

Historische Lehren aus Währungskonkurrenzen

Die Geschichte zeigt: Reservewährungen wechseln nur durch strukturelle Verschiebungen: - Das britische Pfund verlor 1914-1945 seine Dominanz (von 60% auf 5% der Reserven) - Der Dollar profitierte von Bretton Woods 1944 und dem tiefen US-Anleihenmarkt - Der Euro konnte seit 1999 nie über 28% der Reserven hinauswachsen Makhlouf warnt: "Aktuelle Wechselkursschwankungen sind kein Indiz für einen Systemwandel." Tatsächlich zeigen EZB-Daten, dass 75% der globalen Finanztransaktionen dollar-denominiert bleiben.

Welche Reformen fordert die EZB konkret?

Makhloufs Forderungskatalog: 1. Vollendung der Bankenunion mit Einlagensicherung 2. Schaffung echter "Euro-Safe-Assets" durch gemeinsame Anleihen 3. Harmonisierung der Insolvenzrechtssysteme bis 2026 4. Ausbau des ESM zu einem europäischen Währungsfonds "Die geopolitischen Umbrüche bieten eine Chance", betont er. Tatsächlich plant die EU bereits: - Digital-Euro-Projekt (Testphase AB 2025) - Anti-Sanktions-Verordnung (Reduzierung von Dollar-Abhängigkeiten) - Neue Eigenmittel durch CO2-Zölle (ab 2026)

Fazit: Realistische Einschätzung statt Wunschdenken

Solange Europa keine echte Fiskalunion schafft, bleibt der Euro ein Regionalprojekt. Die strukturellen Nachteile: - Kein Lender of Last Resort für Staatsanleihen - Nationale Finanzpolitiken blockieren sich gegenseitig - Geringere Marktliquidität als in den USA Makhloufs Fazit: "Der Euro ist systemisch nicht darauf vorbereitet, den Dollar zu ersetzen – aber wir können die Voraussetzungen schaffen." Die nächsten 5 Jahre werden zeigen, ob die EU diese historische Weichenstellung nutzt.

Häufige Fragen zum Thema

Warum kann der Euro nicht einfach den Dollar ersetzen?

Der Dollar profitiert von drei unschlagbaren Vorteilen: Tiefe und Liquidität der US-Kapitalmärkte, globale Akzeptanz im Handel sowie politische Stabilität durch ein einheitliches Finanzsystem. Der Euro hat in allen drei Punkten Defizite.

Welche konkreten Schritte plant die EU?

Neben der Kapitalmarktunion (seit 2015 in Arbeit) gibt es Pläne für europäische "Safe Bonds". Auch der digitale Euro soll die internationale Rolle stärken – erste Tests laufen seit 2023.

Wie lange dauert ein Währungswechsel historisch?

Der Übergang vom Pfund zum Dollar dauerte etwa 30 Jahre (1914-1944). Beim Euro würde ein ähnlicher Prozess wegen der komplexeren EU-Strukturen wohl länger brauchen.

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