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Pimco: "Spreads könnten zwischen öffentlichen und privaten Märkten konvergieren, aber nicht die Liquidität"

Pimco: "Spreads könnten zwischen öffentlichen und privaten Märkten konvergieren, aber nicht die Liquidität"

Author:
PumpNdump
Published:
2026-03-21 03:13:01


In einem aktuellen Bericht analysiert Pimco die Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Kreditmärkten. Während sich die Spreads in den letzten Jahren angeglichen haben, bleibt die Liquidität ein entscheidender Unterschied. Lotfi Karoui, Multi-Asset-Kreditstratege bei Pimco, erklärt die strukturellen Hindernisse für mehr Liquidität in privaten Märkten und warnt vor einer Erosion der Illiquiditätsprämie. Dieser Artikel beleuchtet die Herausforderungen und Chancen für Investoren in beiden Segmenten.

Warum konvergieren die Spreads, aber nicht die Liquidität?

Die Spreads zwischen privaten und öffentlichen Kreditmärkten haben sich in den letzten Jahren deutlich verengt. "Die Liquidität auf den öffentlichen Kreditmärkten ist derzeit auf einem hohen Niveau, vergleichbar mit den besten Werten seit der globalen Finanzkrise", erklärt Lotfi Karoui von Pimco. Doch während die Renditeunterschiede schrumpfen, bleibt die Liquidität ein entscheidender Unterschied. Private Märkte kämpfen mit strukturellen Herausforderungen, die einen echten Sekundärmarkt verhindern.

Was sind die größten Hindernisse für Liquidität in privaten Märkten?

Karoui identifiziert fünf Hauptprobleme: Erstens erfordern viele private Kreditverträge die Zustimmung des Kreditnehmers für jeden Transfer. Zweitens leiden private Märkte unter Informationsasymmetrien - potenzielle Käufer haben oft keinen Zugang zu standardisierten Finanzinformationen. Drittens erschweren Vertraulichkeitsvereinbarungen den Informationsfluss. Viertens fehlt es an Marktinfrastrukturen wie zentralisierten Abwicklungssystemen. Und fünftens haben nicht alle Marktteilnehmer ein Interesse an mehr Transparenz, da einige die Opazität privater Märkte bevorzugen.

Warum ist die Illiquiditätsprämie so wichtig?

"Einer der Hauptreize privater Vermögenswerte liegt in der wahrgenommenen Illiquiditätsprämie", betont Karoui. Investoren, die ihr Kapital langfristig binden können, werden für diese Illiquidität entschädigt. Würden private Vermögenswerte leicht handelbar, würde diese Prämie mechanisch schrumpfen - was den grundlegenden Wert dieser Anlageklasse in Frage stellen könnte. Aktuell sieht Pimco die Prämie jedoch oft als zu niedrig an, insbesondere im Unternehmenskreditbereich.

Wie unterscheiden sich 144A-Platzierungen vom echten Privatkredit?

Die Debatte über "erhöhte Liquidität" verwechselt oft echten Privatkredit mit 144A-Platzierungen, die seit über zwanzig Jahren liquide sind. 144A-Wertpapiere machen etwa 18% des Investment-Grade-Marktes und 82% des High-Yield-Marktes in US-Dollar aus, mit monatlichen Handelsvolumina von etwa 200 Mrd. USD bzw. 100 Mrd. USD. Diese etablierte Liquidität steht im krassen Gegensatz zur anhaltenden Illiquidität des echten Privatkredits.

Was bedeutet dies für Investoren?

Investoren müssen sich fragen: "Werden wir angemessen für die Illiquidität entschädigt, die wir auf privaten Märkten akzeptieren?" Laut Pimco lautet die Antwort oft "Nein". Die Versprechen erhöhter Sekundärmarktliquidität werden manchmal genutzt, um eine signifikante Erosion der Illiquiditätsprämie zu rechtfertigen, anstatt die Ergebnisse für Investoren tatsächlich zu verbessern. Die strukturellen Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Märkten bleiben trotz Spread-Konvergenz bestehen.

Können technologische Lösungen helfen?

Während neue Technologien wie Blockchain theoretisch einige Liquiditätshindernisse adressieren könnten, bleiben die grundlegenden strukturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen bestehen. Die sporadischen Transaktionen auf privaten Märkten reflektieren oft Liquiditätsbedürfnisse eher als fundamentale Bewertungen, was zu verrauschten Preissignalen führen kann. Ohne grundlegende Änderungen in der Marktstruktur wird die Liquiditätslücke wohl bestehen bleiben.

Wie positioniert sich Pimco?

Pimco betont die Bedeutung einer differenzierten Herangehensweise. Während einige private Märkte attraktive risikobereinigte Renditen bieten können, erfordert die Bewertung der Illiquiditätsprämie besondere Sorgfalt. Die Firma bevorzugt öffentliche Märkte für ihre Transparenz und Liquidität, sieht aber selektive Chancen in privaten Segmenten - insbesondere wenn die Prämien ausreichend kompensieren.

Fazit: Ein Gleichgewicht finden

Die Konvergenz der Spreads zwischen öffentlichen und privaten Märkten spiegelt nicht die zugrundeliegenden Liquiditätsunterschiede wider. Investoren müssen diese Diskrepanz verstehen und ihre Portfolios entsprechend strukturieren. Während private Märkte spezifische Chancen bieten können, sollten Investoren die Illiquiditätsprämie genau unter die Lupe nehmen - und sich nicht von oberflächlichen Liquiditätsversprechen blenden lassen.

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