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„Völliger Unsinn“: Ex-Bankenchef kritisiert Pläne zur Übertragung der Fondsaufsicht an die Zentralbank

„Völliger Unsinn“: Ex-Bankenchef kritisiert Pläne zur Übertragung der Fondsaufsicht an die Zentralbank

Author:
PumpNdump
Published:
2026-01-24 06:19:01


Die Diskussion um die Verlagerung der Aufsicht über Investmentfonds von der brasilianischen Wertpapieraufsicht (CVM) an die Zentralbank (BC) sorgt für hitzige Debatten. Tony Volpon, ehemaliger Direktor der BC, bezeichnet den Vorschlag als „völligen Unsinn“ – es SEI denn, die Zentralbank erhält die nötige finanzielle Autonomie. Doch die aktuelle Regierung blockiert genau das seit Jahren. Ein Blick auf die Hintergründe und warum dieser Schritt ohne Reformen scheitern muss.

Warum wird die Verlagerung der Fondsaufsicht kritisiert?

Tony Volpon, ehemaliger BC-Direktor und heute Partner bei CF Inovação, hält wenig von den Plänen. „Diese Idee, der Zentralbank etwas so Komplexes wie die Verwaltung und Aufsicht von Fonds aufzubürden, ist völliger Unsinn“, sagt er. Seiner Meinung nach dient der Vorschlag eher als Ablenkungsmanöver von den eigentlichen Problemen der CVM. „Es klingt fast nach einer Fake News, um vom eigentlichen Thema abzulenken: dem Versagen der CVM in dieser Frage.“

Was bräuchte es für einen erfolgreichen Übergang?

Volpon betont, dass ein europäisches Modell – bei dem die Zentralbank alle Aufsichtsfunktionen bündelt – nur funktionieren würde, wenn die BC über ausreichende finanzielle Mittel und Personal verfügt. „Das würde bedeuten, die CVM auszudünnen, Ressourcen an die BC zu verlagern und deren budgetäre Flexibilität zu erhöhen, um neues Personal einzustellen“, erklärt er. Doch genau hier liegt das Problem: Die aktuelle Regierung lehnt eine budgetäre Autonomie der BC konsequent ab.

Warum scheitert das Modell ohne Reformen?

Ohne zusätzliche Ressourcen würde die BC die neuen Aufgaben nicht bewältigen können, warnt Volpon. „Bevor man das macht, ist es nur ein Luftballon, den man steigen lässt, ohne dass je etwas Konkretes dabei herauskommt.“ Die BC habe bereits jetzt Schwierigkeiten, talentierte Mitarbeiter zu halten, die oft zum besser bezahlten Privatsektor abwandern. Eine zusätzliche Belastung ohne entsprechende Mittel wäre daher zum Scheitern verurteilt.

Gibt es Alternativen zum Zentralbank-Modell?

Volpon sieht sowohl das zentralisierte europäische Modell als auch das geteilte System (wie in Brasilien und den USA praktiziert) als potenziell erfolgreich an – vorausgesetzt, es gibt gute Verwaltung und ausreichende Ressourcen. „Ich denke nicht, dass ein Modell dem anderen überlegen ist“, sagt er. Das eigentliche Problem in Brasilien seien die anhaltenden Versäumnisse der CVM. „Man muss sich fragen, was mit der CVM los ist und wer dort eingesetzt wird.“

Was wäre die Konsequenz einer kompletten Verlagerung?

„Wenn das Argument ist, dass die BC die bessere Institution ist, dann sollten wir die CVM abschaffen und alles der BC übertragen. Warum nur die Fonds? Nur wegen des Banco Master, der Reag?“, fragt Volpon kritisch. Eine teilweise Verlagerung ohne strukturelle Reformen würde lediglich den regulatorischen Umfang der BC erweitern, ohne dass diese die zusätzlichen Aufgaben angemessen erfüllen könnte.

Wie steht es um die Personalprobleme der BC?

Bereits unter dem ehemaligen BC-Präsidenten Roberto Campos Neto gab es regelmäßige Klagen über budgetäre Einschränkungen, die Innovationen behinderten. Volpon bestätigt, dass die Behörde weiterhin talentierte Mitarbeiter an den Privatsektor verliert – ein Problem, das sich durch zusätzliche Aufgaben ohne entsprechende Mittel nur verschärfen würde.

Was sagt die Erfahrung mit anderen Aufsichtsmodellen?

International gibt es unterschiedliche Modelle: Während Europa tendenziell auf Zentralisierung setzt, teilen Länder wie die USA und Brasilien die Zuständigkeiten auf. Die amerikanische SEC zeigt, dass auch ein separates Aufsichtsorgan erfolgreich arbeiten kann – wenn es entsprechend ausgestattet ist. „Das Problem ist nicht das Modell, sondern die Umsetzung“, fasst Volpon zusammen.

Was sind die nächsten Schritte?

Volpon plädiert für eine grundsätzliche Diskussion über die Struktur der Finanzaufsicht in Brasilien. Bevor Kompetenzen verschoben werden, müsse geklärt werden, warum die CVM in ihrer aktuellen FORM versagt und wie die BC für zusätzliche Aufgaben ausgestattet werden soll. Ohne diese Debatte bleibe der Vorschlag „ein Luftschloss“, so sein vernichtendes Urteil.

Fragen und Antworten zur Fondsaufsicht-Debatte

Warum kritisiert Volpon die Pläne so scharf?

Weil er ohne budgetäre Autonomie und zusätzliche Ressourcen für die Zentralbank keine realistischen Erfolgsaussichten sieht. Es handele sich um eine halbgare Lösung für strukturelle Probleme.

Was wäre die Alternative zur Kompetenzverlagerung?

Eine Reform der CVM und klare Zuständigkeiten bei ausreichender Ausstattung beider Behörden. Das aktuelle Modell könnte funktionieren, wenn die CVM ihre Aufgaben besser erfüllte.

Warum ist die budgetäre Autonomie so entscheidend?

Weil die BC ohne finanzielle Flexibilität weder zusätzliches Personal einstellen noch wettbewerbsfähige Gehälter zahlen kann, um Fachkräfte zu halten und neue Aufgaben zu übernehmen.

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