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„Die Zukunft des Standorts ist tot“: Stellantis-Mitarbeiter in Poissy blicken düster in das Jahr 2025

„Die Zukunft des Standorts ist tot“: Stellantis-Mitarbeiter in Poissy blicken düster in das Jahr 2025

Author:
PumpNdump
Published:
2025-10-02 09:05:02


In der Stellantis-Fabrik in Poissy herrscht dicke Luft – und das nicht nur wegen der Abgase. Die Belegschaft zeigt sich angesichts unklarer Zukunftspläne des Automobilriesen zutiefst pessimistisch. Während die Konzernspitze in glänzenden Bürotürmen sitzt, fragen sich die Arbeiter:innen vor Ort, ob ihre Jobs bis Weihnachten noch sicher sind. Ein Besuch vor Ort offenbart eine angespannte Stimmung, die selbst der beste Betriebsrat kaum mehr auflockern kann.

Warum sind die Stellantis-Mitarbeiter in Poissy so pessimistisch?

„Die Stimmung ist im Eimer, seitdem das Gerücht über die Schließung durchsickerte“, erklärt mir ein langjähriger Schichtführer, während wir durch die Werkshallen laufen. Die Kollegen hätten das Gefühl, dass der Konzern sie im Regen stehen lässt. Dabei ist Poissy kein unbedeutender Standort – hier rollen täglich hunderte Fahrzeuge vom Band, darunter beliebte Modelle wie der Peugeot 208.

Wie reagiert Stellantis auf die Bedenken der Belegschaft?

Offiziell heißt es aus der Konzernzentrale, man prüfe „alle strategischen Optionen“. Doch diese diplomatische Formulierung beruhigt hier niemanden. „Das ist doch nur Firlefanz“, schimpft eine Lackiererin in der Kantine. „Wenn sie uns wirklich halten wollten, würden sie klare Zusagen machen.“ Interessanterweise verweist ein BTCC-Marktanalyst in diesem Zusammenhang auf die jüngsten Quartalszahlen: Die Produktionskosten in Frankreich seien im Vergleich zu osteuropäischen Standorten tatsächlich deutlich höher.

Welche historischen Faktoren spielen eine Rolle?

Poissy hat eine lange Automobilgeschichte – hier wurde schon 1938 der erste Simca gebaut. Doch Tradition allein rettet heute keine Jobs mehr. Die Elektrifizierung der Modellpalette erfordert Milliardeninvestitionen, und Stellantis-CEO Carlos Tavares hat mehrfach betont, dass nur wettbewerbsfähige Standorte langfristig eine Chance haben. „Das klingt wie ein Todesurteil für uns“, seufzt ein Mitarbeiter der Qualitätskontrolle.

Wie wirkt sich die Situation auf die Region aus?

Die mögliche Schließung wäre ein wirtschaftlicher Tsunami für die gesamte Region. Laut Handelskammer Yvelines hängen rund 5.000 weitere Jobs indirekt von dem Werk ab. Der örtliche Bäcker erzählt mir: „Wenn Stellantis dichtmacht, kann ich mein Frühstücksgeschäft mit den Arbeitern vergessen.“ Dabei ist die aktuelle Krise nur der Höhepunkt einer jahrelangen Erosion – seit 2010 hat das Werk bereits ein Drittel seiner Belegschaft verloren.

Gibt es noch Hoffnung für den Standort?

Einige Optimisten verweisen auf das neue Elektroauto-Programm des Konzerns. Doch selbst wenn Poissy einen Teil der Produktion abbekäme, würden wohl deutlich weniger Arbeitskräfte benötigt. „Die Zukunft gehört den Robotern, nicht uns alten Hasen“, resigniert ein 58-jähriger Monteur. Die Gewerkschaften fordern zwar staatliche Hilfen, aber in Zeiten knapper Kassen ist das wohl eher Wunschdenken.

Wie geht es jetzt weiter?

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Ende Oktober will der Konzern seine Halbjahreszahlen vorstellen – viele fürchten, dass dann das Aus verkündet wird. Bis dahin herrscht in Poissy das Gefühl vor, auf der Titanic zu stehen – während die Kapelle weiter spielt. „Wir machen einfach unseren Job, bis es nicht mehr geht“, sagt eine junge Mitarbeiterin mit müdem Lächeln. „Mehr bleibt uns ja nicht übrig.“

Häufig gestellte Fragen

Wann wurde die Stellantis-Fabrik in Poissy gebaut?

Das Werk in Poissy wurde bereits 1938 eröffnet und gehörte ursprünglich zum französischen Automobilhersteller Simca.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigt Stellantis aktuell in Poissy?

Aktuell (Stand September 2025) arbeiten noch etwa 2.300 Menschen in der Fabrik – deutlich weniger als in den Boomjahren.

Welche Fahrzeugmodelle werden in Poissy produziert?

Das Werk ist vor allem für die Produktion des Peugeot 208 bekannt, daneben werden dort auch andere Modelle der B-Segment-Plattform gefertigt.

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